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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von

Fütterstörung im Sauglingsalter

Maine Tochter Nora (6 Monate) mag einfach nicht gerne ihren Mittagbrei essen. Nach ein paar Löffeln weigert sie sich mehr zu essen, weint und dreht den Kopf weg. Es kam auch schon vor das sie das Essen wieder hoch gewürgt hat. Mit dem Obst-Brei geht es etwas besser aber das ganze Gläschen schafft sie einfach nicht. Und auch hier muss ich sie mit Spielzeug und Geschichten erzählen ablenken damit sie überhaupt was isst.   

Expertenantwort von Claudia Thienel am 05.03.2013 14:50 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


diese Situation ist sicher nicht einfach für Sie und Nora. Aber ich kann Sie beruhigen, dass ist nichts Ungewöhnliches. Gerade bei der Umstellung auf Breimahlzeiten oder feste Kost treten diese Situationen häufig auf. Man nennt dies auch eine leichte Fütterstörung. Sie geht in der Regel von selbst wieder weg.  


Wichtig ist nun, dass Sie Ruhe bewahren. Hier einige Tipps dazu:



  • Wenn Sie in der Nacht noch stillen, reduzieren Sie die Stillmahlzeiten in der Nacht.

  • Vergleichen Sie ihr Kind nicht mit anderen Kindern, sondern versuchen Sie ein Gefühl dafür zu bekommen, wann der richtige Zeitpunkt für das Baby ist neue Konsistenzen und Geschmäcker kennen zu lernen. Vielleicht ist Ihre Tochter mit sechs Monaten noch nicht bereit, für die Umstellung auf Brei.

  • Ebenso sollten Sie sich nicht an den Mengenvorgaben auf Verpackungen und Gläschen orientieren, sondern daran was Ihre Tochter essen kann und will.

  • Lernen Sie Signale zu verstehen, zum Beispiel erst Füttern, wenn das Kind den Mund öffnet und sie anschaut.

  • Generell sollten Sie zu beginn des Zufütterns nur kleinere Mengen insgesamt und auch nur kleine Mengen auf dem Löffel anbieten.

  • Vielleicht hilft es ihrer Tochter, wenn Sie selbst aktiv beim essen sein kann. Geben Sie also Ihrem Kind schon mal den Löffel in die Hand, damit es die Lebensmittel durch riechen, probieren, anfassen und matschen erleben kann.

  • Decken Sie die Erde ab und ziehen Sie sich und dem Kind Kleidung an die ruhig dreckig werden kann. Lassen Sie sich auch von Ihrem Kind füttern.

  • Füttern Sie Ihr Kind, wenn dieses aufrecht auf Ihrem Schoß sitzt. Das Kind gehört zum Essen in seinen eignen Hochstuhl, sobald es selber sitzen kann.

  • Trennen Sie klar Essen- und Spielzeiten.

  • Achten Sie darauf dass Ihre Tochter hungrig und nicht zu müde ist wenn Sie den Brei geben.

  • Beenden Sie die Mahlzeit freundlich und schnell wenn ihr Kind nicht mehr essen will.

  • Verweiden Sie jede Art von Druck oder Zwang.

  • Haben Sie möglichst viel Spaß zusammen mit Ihrem Kind am Essenstisch.


Tipps und Informationen zum Thema Fütterstörungen sowie Adressen für eine Beratung finden Sie auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.


Ich wünsche Ihnen viel Glück!


 


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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