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Expertenforum: Allergien vorbeugen    «zurück

Frage von shak am 09.12.2011 18:46 Uhr

Stillen und Soja

Guten Tag,

ich habe ein drei Wochen altes Baby und stille voll. Während der Schwangerschaft habe ich als Vegetarierin häufiger Tofu und andere Sojaprodukte gegessen (Brotaufstriche, Sojamilch etc.). Auch jetzt trinke ich gleegentlich Sojamilch und esse Sojaprodukte. Allerdings hörte ich nun, dass das beim Stillen problematisch sei, da Soja hochallergen ist. Ich bin selbst Allergikerin mit Heuschnupfen (Frühblüher, Gräser, Roggen) und frage mich nun, ob ich alle Sojaprodukte weglassen muss. Ich habe nun auch angefangen, selten und wenig (Bio-)Fleisch zu essen.

Außerdem habe ich gehört, dass man Säuglingen neben der Vitamin-D-Tablette auch ein Probiotikum verabreichen kann, um den Darm zu stärken und es resistent gegen Allergien zu machen? Was halten Sie davon?

Vielen Dank!

Expertenantwort von Claudia Thienel am 12.12.2011 15:45 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihre Anfrage.


Zu Ihrer 1. Frage: Soja in der Stillzeit


Soja gehört wie Milch, Ei, Weizen etc. zu den eher
potentiell gefährlicheren Allergenen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie als Stillende potentielle Allergene meiden sollen. Im Gegenteil: ein moderater Genuss von Soja kann zur Allergieprävention beitragen. Essen Sie also gerne weiterhin ab und zu Tofu und andere Sojaprodukte.


Auch ist es so, dass die Allergie der Mutter nicht direkt vererbt wird, sondern die Veranlagung eine Erkrankung des allergischen Formenkreises zu bekommen, wie beispielsweise Asthma, Neurodermitis, Heuschnupfen, Lebensmittelallergien.


Wenn ein begründeter Verdacht besteht, dass der Säugling auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagiert, kann im Einzelfall nach Rücksprache mit dem Arzt und unter Einbeziehung einer Ernährungsfachkraft eine entsprechende Diät der Mutter für eine kurze Zeit sinnvoll sein. Die Mutter kann dann die unter Verdacht stehenden Lebensmittel für eine kurze Zeit meiden. Wenn sich die Beschwerden des Säuglings allerdings nicht deutlich bessern, ist eine weitere Diät nicht sinnvoll. Eine Provokation des Säuglings unter dieser Diät nach Symptombesserung ist ebenfalls möglich.


Adressen von allergologisch geschulten Ernährungsfachkräften erhalten Sie beim Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie, beim Deutschen Allergie- und Asthmabund und beim Verband der Diplom-Ökotrophologen.


Ausführliche Informationen zur Allergievorbeugung bei Säuglingen gibt es in unserem Special


sowie in der aid-Broschüre


Allergierisiko - so können Eltern vorbeugen


Praktische Tipps zur Einführung der Beikost finden Sie in unserem Beitrag


„Die erste Beikost - wie mache ich es richtig?"


sowie in der aid-Broschüre


Ernährung von Säuglingen


 


Zu Ihrer 2. Frage: Probiotika bei Säuglingen


Säuglingsnahrung mit bestimmten Bakterien, das heißt mit Probiotika, soll helfen, eine gesunde Darmflora aufzubauen und für eine geregelte Verdauung zu sorgen. Dies ist noch nicht eindeutig nachgewiesen, deshalb gibt es keine offizielle Empfehlung dazu. Es bleibt also Ihnen überlassen ob Sie ein solches Produkt nehmen möchten.


Eine gezielte Einnahme von Probiotika als Medikament besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt. Hierzu können wir Ihnen keine Auskunft geben, da es sich um eine medizinische Fragestellung handelt.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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