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Expertenforum: Rund ums Gewicht    «zurück

Frage von Itsmee am 03.03.2012 13:50 Uhr

Nahrungsaufnahme

Hallo,
ich habe mal eine Frage. Zu mir ich bin 1,62 groß und 44-45 Kg schwer. Es war schonmal wesentlich weniger. Mein Essverhalten hat sich zu früher, wie sie bestimmt aus anderen Beiträgen von mir wissen, dass ich ein Problem hatte, gebessert.
Allerdings hinke ich bezüglich der Nahrungsaufnahme noch ziemlich hinterher. Ich gehe zurzeit 4xwöchentlich ins Fitnessstudio für jeweils 2 1/2 - 3 Std und verbrenne bei drei der Sporteinheit 1400-1500 Kcal und der vierten etwa 600-1000 Kcal.
Allerdings esse ich täglich morgens nur ein Brötchen mit Belag und einem Obstteil, dann mal was Süßes zwischendurch und Abends nochmal dasselbe oder eine warme Mahlzeit bis zu 400 Kcal. Zwischendurch ess ich schon mal eine Joghurt oder ich trinke halt so Kaffeegetränke mit Milch. Ich schaffe aber nicht mehr, weil mein Magen allein nach dem Frühstück die ganze Zeit aufgebläht ist und alles was folgt quasi reingequetscht wird. Vor den Sporteinheiten kann ich auch nichts essen, weil ich mich sonst während der Sporteinheit übergeben muss und nach dem Sport stellt sich auch kein Hungergefühl ein, sodass ich mir dann halt nur etwas kleines reinzwing. Ich habe mal errechnet, dass ich ein Kaloriendefizit wöchentlich von etwa 10.000 Kcal habe. Ist das sehr bedrohlich? Können sie mir Tipps geben, wie ich einfach mehr Nahrung zu mir nehmen kann? Ich hatte nach der Klinik damals 2500 Kcal zum halten ohne dass ich mich groß bewegt habe. Zurzeit mache ich halt den ganzen Sport und arbeite täglich noch 8 Std. im Krankenhaus. Könne sie mir vlt sagen, an welche Kalorienzahl ich mich halten sollte?

Lieben Gruß

Expertenantwort von Christof Meinhold am 07.03.2012 08:48 Uhr

Sehr geehrte Fragenstellerin!

Zunächst einmal möchte ich Ihnen zu Ihren Fortschritten in Ihrem Essverhalten gratulieren. Es ist ganz normal, dass sich Ihr Körper auf die größere Essensmenge erst langsam einstellen muss und Sie im Moment nicht so viel Appetit verspüren. Ihre Einschätzung, dass Sie zu wenig essen, kann ich nur bestätigen. Durch die geringe Nahrungsaufnahme können Sie Ihren Körper nicht ausreichend mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgen. Mit einem Kaloriendefizit von 10000 Kalorien in der Woche werden Sie langfristig abnehmen. Es ist daher wichtig, dass Sie langsam Portionsgrößen und Mahlzeitenanzahl erhöhen. Sollten Sie bereits einen Therapeuten haben, rate ich Ihnen, mit diesem über Ihre Schwierigkeiten bei der Kalorienaufnahme zu sprechen.

Zur Steigerung des Appetits können Sie zunächst einmal folgende Tipps ausprobieren:

- Essen Sie ein Stück Traubenzucker, eine kleine Tasse Hühnerbrühe, ein kleines Stück Weißbrot, trockene Kekse oder ein Stück Apfel ca. 20 Minuten vor der geplanten Mahlzeit

- Verwenden Sie folgende Kräuter/Gewürze, die Verdauung und Appetit anregen sollen: Petersilie, Kerbel, Bohnenkraut, Ingwer, Koriander, Kümmel, Piment, Senfsaat, Wacholderbeeren.

- Frische Luft fördert den Appetit, ein kleiner Spaziergang vor dem Essen bzw. gutes Durchlüften des Speisezimmers vor der Mahlzeit kann daher hilfreich sein.

- Wenn Alkohol möglich ist, kann auch ein Aperitif, Wein oder Bier eine Stunde vor dem Essen eine Möglichkeit sein. Auch Pepsinwein soll den Appetit anregen.

Wenn Sie wenig Appetit haben und nichts essen mögen, sollten Sie zumindest kalorienhaltige Getränke aufnehmen. Geeignete Getränke sind zum Beispiel Furchtsäfte, Smoothies, Milchshakes, Trinkjoghurts.

Sollten Sie noch keine professionelle Unterstützung haben, würde ich Ihnen raten, sich für den Kostaufbau an eine anerkannte und produkunabhängige Ernährungsberatungsfachkraft zu wenden, die auf Essstörungen spezialisiert ist. Diese kann mit Ihnen in einem ausführlichen Beratungsgespräch Strategien erarbeiten, wie Sie Portionsgrößen und Lebensmittelauswahl schrittweise vergrößern können. Adressen von qualifizierten Ernährungsberatern finden Sie in unserem Servicebereich unter Ernährungsexperten in Ihrer Nähe. Die meisten Krankenkassen bezuschussen eine solche Beratung.

Sollten Sie diese Situation als sehr belastend empfinden bzw. es nicht schaffen, die Portionsgrößen langfristig zu steigern, kann auch eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus sinnvoll.


Mit freundlichen Grüßen
Christof Meinhold
Diplom-Oecotrophologe / Ernährungsberater VDOE


 

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