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Expertenforum: Allergien vorbeugen    «zurück

Frage von talaha am 26.07.2012 01:22 Uhr

Fragen zur Beikost allegiegefährdeter Säugling.

Hallo,

ich stille nicht und unser Baby ist allergiegefährdet.
1.Ab wann soll ich mit Beikost beginnen?
2. Muss ich dem Essen Kaliumjodidtabletten beimischen?
3. Ab wann kann ich Fisch geben? Wieviel und welcher Fisch ist geeignet?
4. Da ich nicht stille, weiss ich nicht, ab wann ich Gluten geben soll?Und wie oft, wieviel?
5. Wie lange soll ich die HA Nahrung geben?
6. Sind Karotten geeignet oder haben Sie Allergiepotential?
7. Muss man bei einem allergiegefährdeten Kind, dessen Mutter zusätlich an mOrbus Crohn leidet best. Sachen meiden?
Vielen DAnk und liebe gRüsse

Expertenantwort von S. Laemmel am 28.07.2012 12:16 Uhr

Liebe Fragestellerin,


vielen Dank für Ihre Anfrage.


Zusammengefasst sei gesagt, dass Sie auch bei Allergie gefährdeten Kindern die Beikost nach den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung aufbauen können. Es gibt sogar nun wissenschaftliche abgesicherte Hinweise, dass eine frühe Gabe dieser Lebensmittel im ersten Lebensjahr eher eine positive Auswirkung auf die so genannte Toleranzentwicklung Ihres Kindes hat und dass das Meiden potentieller Allergene sogar eher kontraproduktiv ist. Der Körper soll dabei lernen bestimmte potentielle Allergene zu tolerieren und eben nicht mit einer allergischen Reaktion darauf zu reagieren. Dazu gehören glutenhaltige Produkte genauso wie Kuhmilchprodukte und auch Fisch.


Die Beikost beginnt im Zeitfenster  ab vollendeter 4.Monat bis 6. Monat. Als Milchersatz nehmen Sie für die Flasche eine HA Nahrung, die Sie solange geben, bis die Milchmahlzeiten ersetzt werden können. Sobald Sie im Abendbrei normale Milch drin haben, können Sie die HA Milch in der Flasche auf normale Säuglingsmilch umstellen.


Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt bezüglich der Jodidgabe. In der Regel enthalten Säuglingsmilchen ausreichend Jod für die ersten Lebensmonate.


Bitte bedenken Sie bei Ihren Überlegungen, dass die Zöliakieprävention (in Bezug auf Gluten)  nur für die Familien sinnvoll ist, in denen bereits eine Zöliakie besteht. Ist dies bei Ihnen der Fall, gibt es folgende Empfehlungen: Nach neuesten Erkenntnissen empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) als Maßnahme zur Vorbeugung der Entwicklung einer Zöliakie bei Säuglingen mit einem erhöhten Risiko, glutenhaltige Beikost in kleinen Mengen einzuführen. Dies gilt für Familien in denen eine Zöliakie besteht. Die Einführung von Gluten sollte vorzugsweise im Zeitfenster vom 4-6 Monat stattfinden. Geben Sie dazu bereits in den Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei 10g glutenhaltige Flocken, wie beispielsweise Dinkelflocken.


In Bezug auf die Allergieprävention gibt es keine Einschränkungen oder besonderen Empfehlungen in Bezug auf glutenhaltiges Getreide. Sie brauchen die Mengen nicht zu beschränken. Führen Sie glutenhaltige Getreide nach und nach ein.


Gerade in Bezug auf den Fischverzehr während der Schwangerschaft, Stillzeit und im Rahmen der Beikost konnte ein vorbeugender präventiver Effekt nachgewiesen werden, so darf der Mittagsbrei auch mal Fisch enthalten. Nach aktuellem Kenntnisstand scheint der optimale Zeitpunkt für die Einführung von Fisch zwischen dem achten und neunten Monat zu sein. Der Fleischanteil im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei kann dann gerne ein Mal die Woche durch Fisch ersetzt werden. Dabei sollte dieser Fisch grätenfrei sein. In Frage kommen Seelachs, Kabeljau und Schellfisch, die besonders jodreich sind, aber auch Lachs ist empfehlenswert. Fertige Lachsgläschen finden Sie im Supermarkt.


Karotte ist auch für Allergie gefährdete Säuglinge als Anfangsgemüse geeignet. In Bezug auf den Morbus Crohn sind mir keine Präventiven Maßnahmen für die Einführung der Beikost bekannt.


Sie können sich beruhigt nach den allgemeinen Empfehlungen des Forschungsinstitutes für Kinderernährung richten. Zusammengefasst finden Sie die aktuellen Empfehlungen zur Allergieprävention unter den Ernährungsseiten von was-wir-essen.de.


Sie können sich gerne von einer Ernährungsfachkraft individuell beraten lassen. Adressen von allergologisch geschulten Ernährungsfachkräften erhalten Sie beim


Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie


beim


Deutschen Allergie- und Asthmabund


und beim


Verband der Ökotrophologen.


Weitere Informationen zur Ernährung Ihres Kindes finden Sie in der aid-Broschüre Allergierisiko? So können Eltern vorbeugen


Sonja Lämmel, Ernährungswissenschaftlerin




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