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Expertenforum: Rund ums Gewicht    «zurück

Frage von trienchen1477 am 30.07.2012 16:42 Uhr

Kann kaum noch essen

Hallöchen,
ich bin mitte 30 und 168 cm groß und wog bis vor 4 Wochen 99 Kilo. Also stark Übergewichtig!
Zum Abnehmen wollte ich abends die Kohlenhydrathe weglassen. Was auch gut funktionierte.
Leider hat bei mir im Kopf irgendwas "klick" gemacht, und ich bekomme kaum noch was runter beim Essen. Selbst wenn ich hunger habe, dann schmecken die ersten beiden Bissen, danach bekomme ich einfach nix mehr in meinen Mund. Mein Freund besteht häufig drauf das ich was mehr esse, was immer zu extremen Völlegefühl und Überlkeit führt. (Übergeben tu ich mich nicht) Ich esse am Tag max 300 kcal. Habe in den letzten 3 Wochen 9 Kilo abgenommen. Ich weiß, das mir das vom Gewicht her nicht schadet, und bin sogar froh das es weniger wird. Habe aber Angst da in irgendwas gerutscht zu sein, wo ich nicht hinwill. Es ist mitlerweile ein Zwang morgens auf die Waage zu steigen, und ich habe schlechte laune wenn die Waage nix positives sagt. Genauso sinkt meine Laune nach dem essen, weil ich es eig nicht essen mag.
Ich fühle mich gerade als wenn ich zwei wesen in mir habe. Das eine Wesen sagt mir den ganzen Tag das ich keinen hunger habe, und ich auch nix essen will. Es sorgt dafür das ich nix essen kann.
Und das andere Wesen das mir erzählt wie doof das alles ist, und das ich so auf dauer auch nicht abnehme... das es ungesund ist!
Aber das erste Wesen gewinnt Tag für Tag.

Ist das alles noch "normal"? Wie lange kann ich mir selber Zeit geben, zu versuchen das alleine in den Griff zu bekommen? Ist das bereits alles ein "Krankheitsbild"?
Ich bin selber Pädagigin, und verstehe im Moment selber nicht was mit mir los ist.

Danke für Ihre Zeit und Mühe sich das durchzulesen und mir zu antworten.

Expertenantwort von Christof Meinhold am 31.07.2012 13:50 Uhr

Sehr geehrte Fragenstellerin!

Ich kann Ihre Beunruhigung gut nachvollziehen. Nach so kurzer Zeit kann man jedoch noch nicht von einem „Krankheitsbild“ oder einer manifesten Essstörung sprechen. Ein gestörtes Essverhalten allein ist noch keine Essstörung und muss es auch nicht werden. Doch der Übergang ist fließend. Deshalb finde es sehr wichtig, dass Sie so sensibel auf Ihr Verhalten und Ihre Gedanken reagieren. Dauerhaft und gesund können Sie nur abnehmen, wenn Sie sich ausgewogen ernähren und Ihrem Körper alle Nährstoffe zuführen, die er benötigt. Eine tägliche Kalorienaufnahme von 300 kcal sind dafür viel zu wenig. Wenn Sie über lange Zeit so wenig essen, schaden Sie Ihrem Körper nur. Deshalb ist es wichtig, dass Sie schnell wieder zu einem normalen Essverhalten zurückfinden. Darin unterstützen kann Sie zum Beispiel eine anerkannte und produktunabhängige Ernährungsberatungsfachkraft. Adressen von qualifizierten Ernährungsberatern finden Sie auf unserer Serviceseite
Ernährungsexperten in Ihrer Nähe. Am besten suchen Sie sich eine Ernährungskraft, die auf Essstörungen spezialisiert ist. Die meisten Krankenkassen bezuschussen eine solche Ernährungsberatung.

Möglicherweise hilft Ihnen auch eine Selbsthilfegruppe für Übergewichtige, wo Sie sich mit Menschen austauschen können, die ähnliche Erfahrungen machen wie Sie. Eine Gruppe in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel unter
www.nakos.de.

Unter Umständen kann auch ein Gespräch mit einem erfahrenen Therapeuten für Sie hilfreich sein. Entsprechende Ansprechpartner finden Sie zum Beispiel unter

www.bzga-essstoerungen.de/beratungsstellen.htm (Anonyme Telefonberatung: 0221 - 89 20 31)

www.dick-und-duenn-berlin.de/

www.cinderella-rat-bei-essstoerungen.de/

www.essstoerungen-frankfurt.de/

www.anad-pathways.de/


Tipps für eine gesunde Gewichtsabnahme finden Sie in dem aid-Heft Mein Weg zum Wohlfühlgewicht sowie

Mit freundlichen Grüßen
Christof Meinhold
Diplom-Oecotrophologe / Ernährungsberater VDOE


 

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