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Expertenforum: Rund ums Gewicht    «zurück

Frage von Rosie am 09.11.2012 09:34 Uhr

Zunehmen

Liebe Expert(inn)en,

ich habe heute zwei erneute Fragen zum Thema Untergewicht.

1. Vor einiger Zeit hatten Sie mir auf meine Frage nach den möglichen gesundheitlichen Folgen von Untergewicht geantwortet, dass die Lebenserwartung dadurch verkürzt sein könnte. Meine Frage ist: Ist sie generell durch das zu geringe Gewicht verkürzt oder durch andere "Folgeschäden" wie Knochenschwund oder eine höhere Infektanfälligkeit?

2. Ich arbeite derzeit aktiv gegen mein Untergewicht an und konnte in den letzten Wochen bei einer Größe von 1, 70 m mein Gewicht schon von 42 auf 46 - 47 Kilo steigern! Ich esse von der Auswahl der Speisen her ausgewogen und gesund (ich bevorzuge Vollwertkost und orientiere mich an der aid-Pyramide), doch gelingt es mir (noch) nicht, mich mengenmäßig gleichmäßig zu ernähren. An vielen Tagen habe ich nur wenig Hunger und Appetit und habe überschlagen, dass ich dann nur 1200 - 1500 Kalorien zu mir nehme. Dazwischen gibt es aber regelmäßig Tage bzw. einzelne Mahlzeiten, bei denen ich einen riesigen Appetit entwickele und solange alles mögliche mit Genuss esse, bis ich den Eindruck habe, gleich zu platzen! Bei solchen Gelegenheiten nehme ich locker 4000 - 5000 Kalorien täglich zu mir - und nur dadurch habe ich eben auch zunehmen können. Meine Frage ist: Ist das aber auch gesund? Wäre es für eine gesunde Nährstoffversorgung nicht besser, jeden Tag ungefähr gleich viel zu essen? Und wenn ja, haben Sie einen Tipp für mich, wie ich das hinbekomme?

Vielen Dank für die Antwort!

Expertenantwort von Claudia Thienel am 12.11.2012 17:50 Uhr

Sehr geehrter Fragesteller,


zunächst einmal ist es gut, dass es Ihnen weiterhin gelungen ist an Gewicht zuzunehmen. Dennoch liegt das aktuelle Gewicht von 46- 47 kg bei einer Körpergröße von 1,70 cm noch immer deutlich im Bereich des Untergewichts. Die mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen bzw. Folgen von Untergewicht sind vielfältig und eine geringere Lebenserwartung kann aus den verschiedenen Folgeschäden (Mineralstoffmangel, Knochensubstanzverlust, Belastung Herz-Kreislauf-System etc.) resultieren.


Um ein gesundes Essverhalten zu entwickeln, gesund zuzunehmen und den Stoffwechsel nicht zu überlasten, wäre es besser, wenn Ihre Nährstoffzufuhr ausgeglichener wäre. Dies gelingt am besten, wenn Sie darauf achten, jeden Tag regelmäßig 5 – 6 Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Neben Frühstück, Mittag- und Abendessen sollten  noch 2 bis 3 kalorienreiche Zwischenmahlzeiten hinzukommen. Für die Zwischenmahlzeiten und als Snacks zwischendurch sind z.B. Studentenfutter, Fruchtschnitten, Nüsse, Sahnefruchtquark oder –joghurt, Käsewürfel, Oliven etc. geeignet.


Weitere Tipps, wie Sie die Kalorienmenge pro Tag steigern können, finden sie in unserem Beitrag „Wie kann ich gesund zunehmen“.


Grundsätzlich sollte für eine langfristige Gewichtzunahme Ihre tägliche Kalorienzufuhr um 500 bis 800 kcal über Ihrem Kalorienbedarf liegen. Ihren individuellen Kalorienbedarf können sie z.B. bei der Interaktiven Energiebedarfsberechnung der Universität Hohenheim" selbst online berechnen. Aber es dürfen auch gerne mal Tage dabei sein wo Sie 4000 Kalorien zu sich nehmen. Nur nicht unangenehm viel essen. Das erzeugt oft schlechtes Gewissen und Unwohlsein.


Wenn es Ihnen schwerfällt, einen entsprechenden Ernährungsplan aufzustellen, können Sie sich an eine qualifizierte Ernährungsberatung wenden. In einer individuellen Ernährungsberatung kann dann gezielt auf Ihre Situation eingegangen werden und mit Ihnen individuelle Strategien für eine Gewichtszunahme entwickelt werden. Adressen von qualifizierten Ernährungsberatern haben wir für Sie hier zusammengestellt. Die Beratung wird von vielen Krankenkassen bezuschusst.


Weitere Informationen zum Thema Gewichtszunahme finden sie in unserer Rubrik Spezielle Ernährungsinfos


Untergewichtige


Ich wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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