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Expertenforum: Allergien vorbeugen    «zurück

Frage von Sandra* am 07.01.2013 21:34 Uhr

Kuhmilch + glutenhaltige Breie im 1. Lebensjahr

Ich habe Heuschnupfen und eine Nickelallergie,mein Partner leidet unter keinen Allergien.
Unser Sohn ist nun 6 Mon. und er bekommt seit 3 Wochen die 1. Beikost,den Mittagsbrei. Die ersten 3 Wochen bekam er Gläschen mit der Kennzeichnung allergenarm,jetzt koche ich selbst.
In der nächsten Woche wollte ich mit der Einführung der nächsten Mahlzeit anfangen,den Abendbrei.
Dies soll ja ein Milch-Getreide-Brei sein.
Da unser Sohn ja durch mich allergiegefährdet ist und Kuhmilch hyperallergen ist steh ich nun vor einem Rätsel. Was tun? Hier und da liest man etwas,die einen sagen dies,die anderen das.
Laut Krankenkasse,dürfen auch allergiegefährdete Säuglinge Breie mit Kuhmilch und lt. ihrer Broschüre ebenfalls.
Lt. Sprechstd.hilfe des Kinderarztes soll unser Sohn im 1. Lebensjahr keine Kuhmilch bekommen,sondern der Brei soll mit HA-Pulver ect. zubereitet werden...
Fühle mich völligst ratlos.
Darf er nun schon Kuhmilch oder nicht?
Das gleiche Problem stellt sich bei glutenhaltigen Breien ect.?

Expertenantwort von S. Laemmel am 08.01.2013 11:00 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


ich kann Ihre Unsicherheit gut verstehen. Die Präventionsempfehlungen für allergiegefährdete Kinder hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Leider gibt es immer och Stellen, die die alten Empfehlungen (Karenz im ersten Lebensjahr) rausgeben.


Für allergiegefährdete Säuglinge gelten, was die Zusammensetzung der Beikost angeht, nach den neuen Allergieleitlinien dieselben Empfehlungen wie für nicht allergiegefährdete Säuglinge. Das heißt, dass sie mit dem ersten Brei auch allergenreiche Lebensmittel essen können. Es gibt sogar nun wissenschaftliche abgesicherte Hinweise, dass eine frühe Gabe dieser Lebensmittel im ersten Lebensjahr eher eine positive Auswirkung auf die so genannte Toleranzentwicklung Ihres Kindes hat und dass das Meiden potentieller Allergene sogar eher kontraproduktiv ist. Der Körper soll dabei lernen bestimmte potentielle Allergene zu tolerieren und eben nicht mit einer allergischen Reaktion darauf zu reagieren. Dazu gehören auch Kuhmilch und Weizen (Gluten).


Sie können Ihrem Kind also gerne den abendlichen Milch-Getreide-Brei mit Kuhmilch anbieten (Rezept siehe unten). Kuhmilch sollte also selbst bei allergiegefährdeten Kindern in kleinen Mengen schon im Rahmen dieses Abendbreis gegeben werden. Kuhmilch als Getränk sollte es erst zum Ende des ersten Lebensjahres geben, wenn die Kinder selbstständig aus einer Tasse trinken können. Und auch dann nur in kleinen Mengen (morgens und abends je ca. 150 ml).


Als Getreide für den Vollmilch-Getreide-Brei oder den Getreide-Obst-Brei können Sie gerne auch Weizengrieß verwenden, achten Sie nur darauf, dass Sie egal bei welchen Getreideflocken/ -grieß die Vollkornvariante wählen.


Rezept Vollmilch-Getreide-Brei:


200 ml Vollmilch, 20 g Vollkorngetreideflocken, 20 g Obstsaft (O-Saft oder anderen Saft, Vitamin-C-reich, ohne Zucker)


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bieten Ihnen die folgenden aid-Broschüren


Ernährung von Säuglingen


Das beste Essen für Kleinkinder - Empfehlungen für die Ernährung von 1- bis 3-Jährigen


 


Alles Gute für Sie.


Ihr wwe-Team


Sonja Lämmel, Ernährungswissenschaftlerin

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