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Expertenforum: Allergien vorbeugen    «zurück

Frage von susidk am 15.02.2013 20:11 Uhr

Beikosteinführung bei bestätigter Ei-Allergie/Neurodermitis

Hallo,
mein kleiner Mann ist jetzt 5 1/2 Monate und hat Neurodermitis mit Ei-Allergie(Haut-und Bluttest bestätigt).Auf Milch scheint er nicht zu reagieren - lt. Bluttest. Ich stille ihn noch voll und ernähre mich seitdem ich es weiß eifrei. Und es ist deutlich besser geworden-zwar nicht weg aber zu 70%-beschwerdefrei.
Nun zu meinen Fragen:
Wie verhält es sich mit der Beikosteinführung.
Zu welchem Zeitpunkt?
Wollte 6-7 Monate voll stillen. Oder ist das "schädlich" auf eine weitere Allergieentwicklung?
Welche Lebensmittel zuerst? Welche sollte ich im 1 Jahr meiden? Wie ist das mit dem Gluten? Soll ich ihn jetzt schon mal an einer Brotrinde als erstes lutschen lassen? Irgendwie ist das mit dieser Allergie alles komplizierter als bei meiner 1 Tochter und niemand kann mir so genau was sagen bei einem Baby was bereits eine Allergie/Nahrungsmittelunverträglichkeit hat.
Noch eine Frage: Wenn ich nicht mehr stille (hab ich aber eigentlich noch lange vor) bis wann nützt die HA-Milch etwas? Lese darüber auch immer wieder widersprüchliches.
Viele, viele Fragen und ich hoffe Sie können mir ein paar beantworten.
Ganz ganz herzlichen Dank.

Expertenantwort von Claudia Thienel am 18.02.2013 17:08 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag. Ausschließliches Stillen für eine Dauer von vier bis sechs Monaten wird für allergiegefährdete Kinder als Prävention empfohlen und auch für Kinder mit Neurodermitis.


Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund (FKE) und das Netzwerk Junge Familie empfehlen eine Einführung der Beikost frühestens im 5. Monat und spätestens zu Beginn des 7. Monats. Spätestens zu diesem Zeitpunkt reicht alleiniges Stillen/ Säuglingsnahrung nicht mehr aus, um den Energie- und Nährstoffbedarf des Säuglings zu decken.


Zudem hilft nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand eine frühe Beikosteinführung bei der Toleranzentwicklung gegenüber potentiellen Allergenen, früh heißt in diesem Falle zwischen dem 5. Und 7. Lebensmonat, wie oben beschrieben.


Auch bei Kindern, die eine Allergie und/ oder Neurodermitis haben, wird die Beikost ganz normal aufgebaut, natürlich ohne die Lebensmittel, auf die das Kind nachgewiesenermaßen allergisch reagiert als in Ihrem fall Hühnerei. Eigentlich darf ein Neurodermitiskind alles essen was andere Kinder auch essen, wenn keine nachgewiesene Lebensmittelallergie vorliegt. In Ihrem Fall muss also nur das Ei aus der Ernährung gestrichen werden und im ersten Lebensjahr kommt Ei im empfohlenen Speiseplan eigentlich sowieso nicht vor.


Ansonsten können lediglich Zitrusfrüchte, daraus hergestellte Säfte und scharfe Gewürze den Kratzdrang bei vielen Kindern mit Neurodermitis scheinbar erhöhen. Nur bei zirka 1/3 der Kinder ist die Neurodermitis durch die Ernährung überhaupt beeinflussbar.


In Bezug auf die Allergieprävention gibt es keine Einschränkungen oder besonderen Empfehlungen in Bezug auf glutenhaltiges Getreide. Sie brauchen die Mengen nicht zu beschränken. Führen Sie glutenhaltige Getreide nach und nach ein z.B. mit ein paar Nudeln oder Weizenflocken im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei.  Zwischen dem 6. Und 8. Lebensmonat brechen meist die ersten Zähne durch. Dann kann Ihr Kind auch gerne auf Brotrinde herum kauen.


Eine HA-Milch, d. h. hypoallergene Säuglingsmilch, ist lediglich bis zum Ende des sechsten Lebensmonats im Rahmen der Allergieprävention sinnvoll. Danach können Sie für das Fläschchen auf normale Pre- oder 1er-Milch umsteigen. Sie können sich gerne von einer Ernährungsfachkraft individuell beraten lassen. Adressen von allergologisch geschulten Ernährungsfachkräften erhalten Sie beim


Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie


beim Deutschen Allergie- und Asthmabund


und beim Verband der Ökotrophologen.


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die folgende aid-Broschüre


Ernährung von Säuglingen,     


unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter dem Stichwort Säuglinge


sowie das Netzwerk Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere


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Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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