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Expertenforum: Rund ums Gewicht    «zurück

Frage von am 15.04.2013 13:50 Uhr

dauerhaft abnehmen

Hallo,
bin 1,87m groß und wiege zur Zeit 92kg.
Ist mir zuviel, zumal ich bis vor ca. einem halben
Jahr untergewichtig war. Aber jetzt speichert mein
Körper die Fette sehr gut.
Ich habe einen Bauchumfang von 110cm was ungesund ist.
Außerdem schwitze ich seitdem sehr stark und fühle
mich überbelastet in den Gelenken und bin nicht mehr
so stark beim Arbeiten.
Bitte geben Sie mir einen Tipp, wie ich meinen
unglaublichen Süßigkeitenkonsum vermeiden kann. Danke

VG Klaus

Expertenantwort von Christof Meinhold am 17.04.2013 19:38 Uhr

Sehr geehrter Fragensteller!

Aufgrund Ihrer Körpergröße und Ihres Gewichtes lässt sich ein Body Mass Index von 26 errechnen. Damit haben Sie leichtes Übergewicht. Auch aus gesundheitlicher Sicht ist es daher positiv, wenn Sie wieder ein paar Kilos abnehmen. Am besten gelingt Ihnen dies, wenn Sie langsam Ihre Ernährung umstellen. Essen Sie viel Gemüse, Salat, Rohkost, Obst, Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte.

Wie Ihnen die Ernährungsumstellung gelingt, lesen Sie in unserem Beitrag
Worauf muss ich achten, wenn ich gesund abnehmen möchte?

Heißhunger auf Süßigkeiten kann unterschiedliche Gründe haben. Er kann auftreten, wenn Sie z. B. den Tag über zu wenig oder unregelmäßig essen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie regelmäßige Mahlzeiten einnehmen. Neben den drei Hauptmahlzeiten, sollten Sie auch Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen, so dass Sie alle 2 – 3 Stunden etwas essen. Als Zwischenmahlzeiten ist Rohkost wie z.B. Möhre, Paprika oder Radieschen gut geeignet. Gemüse ist kalorienarm und durch seinen hohen Ballaststoffanteil sehr gut sättigend. Alternativ können Sie als Zwischenmahlzeit zum Beispiel auch einen fettarmen Joghurt, eine Handvoll Nüsse oder ein Stück Obst verzehren. Pro Tag werden 2 Portionen Obst und drei Portionen Gemüse empfohlen.

Daneben sollten Sie auch auf die Zusammensetzung der Mahlzeiten achten. Jede Hauptmahlzeit sollte sowohl Kohlenhydrat- als auch Eiweißträger enthält. Ergänzen Sie Kohlenhydrate in einer Mahlzeit (z. B. Nudeln, Brot) mit einem Eiweißträger (Fisch, Fleisch, Quark, Jogurt). Bevorzugen Sie bei Getreideprodukten die Vollkornvarianten (z. B. Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln). Auf diese Weise fühlen Sie sich länger satt und können einer Heißhungerattacke vorbeugen.

Versuchen Sie Ihre Süßschwelle zu reduzieren. Das bedeutet, den Genuss zuckerreicher und sehr süß schmeckender Lebensmittel zu reduzieren. Dabei können Sie auch schrittweise vorgehen, in dem Sie zum Beispiel gesüßte Getränke zunächst mit Wasser verdünnen. Auf diese Weise werden Ihnen auf längere Sicht sehr süße Lebensmittel gar nicht mehr so gut schmecken, sondern viel zu süß vorkommen.

Verbieten Sie sich nichts, auch keine Süßigkeiten. Versuchen Sie jedoch die Menge auf eine kleine Portion (1 Handvoll) zu begrenzen. Versuchen Sie nicht jeder Versuchung nachzugeben, sondern bleiben Sie möglichst konsequent. Legen Sie sich bewusst z. B. nur ein Stück Schokolade zum Naschen hin und räumen sie den Rest weg, bevor Sie das Stück essen. Vielleicht gelingt es Ihnen ja dann nicht mehr als ein Stück zu essen und den Süßigkeitenkonsum mit der Zeit zu reduzieren.

Außerdem wäre es wichtig nachzuforschen, woher der Süßhunger kommt. Dies können Sie tun, in dem Sie ein Ernährungsprotokoll führen. Darin schreiben Sie auf wann Sie was und wie viel essen. Außerdem können Sie sich Notizen zur Esssituation oder dem Grund fürs Essen machen. Auf diese Weisen kommen Sie möglichen Ursachen für den Süßhunger auf die Spur. Eine kann zum Beispiel sein, dass Sie zu unregelmäßig und/oder zu wenig essen. Auch psychische Gründe können eine Rolle spielen, wenn Sie sich zum Beispiel mit Süßigkeiten trösten wollen. Dann gilt es entsprechende Strategien zu erarbeiten, was Sie stattdessen tun könnten. .

Bei der Reflektion der Ursachen kann Sie eine anerkannte und produktunabhängige Ernährungsberatungsfachkraft unterstützen. In Rahmen einer individuellen Beratung können Sie zusammen mit dieser, Strategien erarbeiten damit Heißhunger erst gar nicht entsteht. Adressen von qualifizierten Ernährungsberatern finden Sie auf unserer Serviceseite Ernährungsexperten in Ihrer Nähe. In der Regel bezuschussen die gesetzlichen Krankenkassen eine solche Ernährungsberatung.

Weitere Tipps für eine gesunde Gewichtsreduktion finden Sie in dem aid-Heft
Mein Weg zum Wohlfühlgewicht.

Mit freundlichen Grüßen
Christof Meinhold
Diplom-Oecotrophologe / Ernährungsberater VDOE


 

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