Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

was-wir-essen.de

Expertenforum: Rund ums Gewicht    «zurück

Frage von annab am 10.05.2013 08:08 Uhr

Hungerstoffwechsel

Hallo,
nachdem ich ein bisschen in ihrem Forum gelesen habe,
habe ich nun einige Fragen:

1.Sie schreiben einerseits, dass ein Kaloriendefizit
von 500-800 kcal (wäre bei Standardverbrauch von 2000
ja 1200 pro Tag)okay wäre, andererseits dass man bei
einer Ernährung mit 1300 kcal bestimmt in den
Hungerstoffwechsel kommt. Ich esse nämlich ca. 1300
pro Tag und habe nun furchtbare Angst mir meinen
Stoffwechsel kaputt zu machen.

2. Zählt Sport dazu? dh ist die Mindestnahrungsmenge
bei 1 std Sport pro Tag dementsprechend erhöht?

3. Kommt der Hungerstoffwechsel wirklich schon nach 3
Tagen? und ist die GU Absenkung 100% reversibel wenn
man wieder mehr isst?

4. kann man den Hungerstoffwechsel mit
intermittierendem fasten komplett umgehen?, dh "reicht
es" 2 Tage die Woche seinen Gesamtumsatz zu essen (+2
Fastentage mit 600 kcal und an den restlichen tagen
1300)

5. wie ist denn die Forschungslage zu diesem Thema?
gibt es viele/eindeutige Ergebnisse? und ist die
Schwankung zwischen Personen klein oder groß, ab wann/
wie stark/ wie irreversibel der stoffwechsel abgesenkt
wird.

6. Ist das Absenken entweder ja oder nein, oder gibt
es ein Kontinuum, dh wird der Stoffwechsel bei 300
kcal (theoretisch)stärker gesenkt als bei 1300? und
wie stark wäre die Senkung mit der ich bei 1300
rechnen müsste?

Vielen Dank schon im Voraus
Liebe Grüße

Expertenantwort von Claudia Thienel am 13.05.2013 08:56 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


es ist nicht möglich eine allgemein gültige und für jeden zutreffende Aussage über die aufgenommene Kalorienmenge und das Eintreten des Hungerstoffwechsels zu treffen. Wenn Sie übergewichtig sind und ein paar Kilo an Gewicht verlieren wollen, ist eine Reduktion der Kalorienmenge um 500 – 800 kcal sinnvoll. Dabei sollte aber berücksichtig werden, wie hoch Ihr Energieverbrauch tatsächlich ist.


Der Energieverbrauch setzt sich zusammen aus dem Grundumsatz und dem Leistungsumsatz. Unter dem Grundumsatz versteht man die Energiemenge, die der Körper in Ruhe verbraucht, z. B. für Atmung und Organtätigkeit. Der Leistungsumsatz beschreibt im Wesentlichen den zusätzlichen Energieverbrauch für Muskelarbeit, also für Bewegung und Sport. Wenn Sie also eine Stunde Sport treiben, müssen Sie den Energiebedarf für diese Stunde sportliche Betätigung dazurechnen. Wie hoch Ihr Grundumsatz und Ihr Leistungsumsatz und damit auch der Gesamtenergieverbrauch sind können Sie mit Hilfe des interaktiven Energiebedarfsrechnung der Uni Hohenheim ermitteln.


Im Rahmen einer Gewichtsreduktion sollte die Energieaufnahme langfristig nicht den Grundumsatz zu sehr unterschreiten. Denn dann senkt der Körper seinen Energieverbrauch, in dem er den Stoffwechsel herunterfährt und Sie landen im Hungerstoffwechsel, was Sie ja vermeiden möchten. Eine Aktivierung des Hungerstoffwechsels ist reversibel, wenn man wieder mehr isst. Allerdings muss auch diese Anpassung wieder langsam erfolgen. Da eine zu geringe Energiezufuhr aber die Gefahr einer Unterversorgung von wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen in sich birgt, sollte der Hungerstoffwechsel auch wenn er reversibel ist vermieden werden.


Ob und wie stark der Grundumsatz bei unterschiedlicher Kalorienzufuhr sinkt, ist individuell sehr verschieden und kann deshalb nicht allgemein beurteilt werden. Bei einer Kalorienaufnahme von 1300 kcal ist allerdings keine große Senkung des Grundumsatzes zu erwarten. Damit muss ehr bei einer langfristigen Kalorienzufuhr unter 1000 kcal gerechnet werden. Damit sich der Körper aber nicht auf die verringerte Kalorienzufuhr von 1300 kcal gewöhnt, kann es sinnvoll sein, an einzelnen Tagen für eine höhere Kalorienzufuhr zu sorgen.


Weitere Informationen zum Thema Gewichtsreduktion finden Sie in unserer Rubrik Spezielle Ernährungsinfos


Übergewichtige


Informationen zum Thema gesunde Ernährung finden Sie in unserer Rubrik Gesund Essen


Empfehlungen


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere


Suchefunktion


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

als hilfreich bewerten 0 Versenden