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Expertenforum: Allergien vorbeugen    «zurück

Frage von Talunga am 17.06.2013 22:02 Uhr

Allergieprävention bei Flaschenkind

Guten Tag

Ich leide an div. Allergien, unter anderem an Kuhmilchallergie (was der Grund für meine Neurodermitis sei gemäss meinem Arzt), Glutenunverträglichkeit, Kernobst, Schweinefleisch und anderen Dingen wie Pollen, Haustaubmilben, Tierhaare etc. Mein Mann leidet an Heuschnupfen, also auch Pollenallergie.

Nun habe ich natürlich Bedenken betreffend unserem Sohn. Er ist jetzt 3 Monate alt und da ich nicht stillen kann (kaum Milch vorhanden) gebe ich ihm eine HA-Milch.

Ich mache mir bereits jetzt Gedanken darüber, wie ich in einem Monat mit der Einführung der Beikost genau fortfahren muss. Nach meinen bisherigen Nachforschungen im Internet würde ich so vorgehen:

Als erstes Mittagsbrei mit Karotten. Paar Tage später Kartoffeln beimischen. Paar Tage später Fleisch und Öl dazu.
Wegen der Glutenunverträglichkeit von mir danach auch ein wenig glutenhaltiges Getreide beimischen. 10gr habe ich gelesen.
Wäre dies das richtige Vorgehen für den ersten Brei?

Einen Monat nach dem ersten Mittagsbrei würde ich mit dem Abendbrei (Getreidebrei) beginnen (also sobald er 5 Monate alt ist). Soll man diesen nun mit Kuhmilch anmischen oder mit HA-Milch? Hier lese ich immer zweierlei. Welche Getreidesorten kann ich ihm da geben? Quer durchs Beet einfach mit ein paar Tagen Abstand? D.h. 3-4 Tage jeweils eine Sorte bevor ich wechsle?

Ab wann kann ich normale Milch (anstelle der HA-Milch) für die Milchmahlzeit einführen?

Für Ihre Hilfe danke ich Ihnen bestens

Freundliche Grüsse
N. Blanc

Expertenantwort von Claudia Thienel am 19.06.2013 14:14 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag. Mit Beginn des 5. Lebensmonats können Sie gerne mit der Beikost anfangen. Vier Monate lang sollte Ihr Baby ausschließlich Milch (HA-Milch) erhalten.


Für allergiegefährdete Säuglinge gelten, was die Zusammensetzung der Beikost angeht, nach den neuen Allergieleitlinien dieselben Empfehlungen wie für nicht allergiegefährdete Säuglinge. Das heißt, dass sie mit dem ersten Brei auch allergenreiche Lebensmittel essen können. Es gibt sogar nun wissenschaftliche abgesicherte Hinweise, dass eine frühe Gabe dieser Lebensmittel im ersten Lebensjahr eher eine positive Auswirkung auf die so genannte Toleranzentwicklung Ihres Kindes hat und dass das Meiden potentieller Allergene sogar eher kontraproduktiv ist. Der Körper soll dabei lernen bestimmte potentielle Allergene zu tolerieren und eben nicht mit einer allergischen Reaktion darauf zu reagieren. Dazu gehören auch Kuhmilch und Weizen (Gluten).


Ihre Vorgehensweise bzgl. der Beikost ist richtig. Bitte bedenken Sie bei Ihren Überlegungen, dass die Zöliakieprävention (Unverträglichkeit von Gluten) nur für die Familien sinnvoll ist, in denen bereits eine Zöliakie besteht. Ist dies bei Ihnen der Fall, gibt es folgende Empfehlungen:


Nach neuesten Erkenntnissen empfiehlt es sich als Maßnahme zur Vorbeugung der Entwicklung einer Zöliakie bei Säuglingen mit einem erhöhten Risiko, glutenhaltige Beikost in kleinen Mengen einzuführen. Dies gilt für Familien in denen eine Zöliakie besteht. Die Einführung von Gluten sollte dann vorzugsweise im Zeitfenster vom 4-6 Monat stattfinden. Geben Sie dazu bereits in den Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei 10g glutenhaltige Flocken, wie beispielsweise Dinkelflocken. Bis zur Einführung des Milch-Getreide-Breies am Abend, bietet es sich also an, den Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei 1-2 Mal pro Woche ohne Fleisch anzubieten und anstatt dessen Flocken zu nehmen. Sie können aber auch die Kartoffel z.B. mit einer ansteigenden Menge Vollkornnudeln ersetzen.


Kuhmilch sollte auch bei allergiegefährdeten Kindern in kleinen Mengen (200 ml) schon im Rahmen des Milch-Getreide-Breis (ab dem 6. Lebensmonat) gegeben werden, eine HA-Milch ist hier nicht mehr nötig. Als Getreidesorte für den Milch-Getreide-Brei am Abend ist Hafer für Ihr Kind ideal, da dieser eisenreich ist. Im Austausch mit den Haferflocken können Sie Ihrem Kind gerne auch andere Vollkornflocken wie Weizen-, Dinkel- oder Hirseflocken im Rahmen des Milch-Getreide-Breis anbieten. Es ist nicht sinnvoll immer nur eine Getreidesorte zu geben, wechseln Sie die Getreidesorte ruhig in regelmäßigen Abständen. Bei der Einführung verschiedener Getreidesorten sollten einige Tage Abstand dazwischen liegen, damit Sie erkennen können welches Getreide unter Umständen nicht so gut vertragen wurde. Die Getreideflocken sollten möglichst aus Vollkorn sein und keinen Zusatz von Zucker aufweisen.


Nach Einführung des Milch-Getreide-Breis mit Kuhmilch können Sie eine normale Säuglingsmilchnahrung als Flaschenmilch für morgens verwenden.  


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bieten Ihnen die folgenden aid-Broschüren


Ernährung von Säuglingen,


Allergierisiko? So können Eltern vorbeugen


unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter dem Stichwort Säuglinge und die Rubrik „Ernährungstipps bei Krankheiten“ unter Maßnahmen zur Allergieprävention,


sowie das Netzwerk Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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