Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

was-wir-essen.de

Expertenforum: Rund ums Gewicht    «zurück

Frage von birgit-ute am 14.08.2013 11:13 Uhr

Body Mass Index

Beim Body Mass Index gibt es Empfehlungen, die zwischen Männern und Frauen unterscheiden. Und andere, die nach dem Alter differenzieren, nicht aber nach dem Geschlecht. Nach der einen Aufstellung gilt ein BMI für Frauen von 19 - 24 als normal, bei der anderen ein BMI- z.B. für einen 50jährigen - bis 27. Woran soll ich mich orientieren?

Expertenantwort von Maren Krueger am 14.08.2013 15:50 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller,


der Body Mass Index oder kurz BMI ist ein Maßstab zur Bewertung des Körpergewichts. Er lässt sich nach einer einfachen Formel berechnen: Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Meter.


Nach Empfehlung der WHO (World Health Organization) gilt folgende Einteilung der BMI-Werte:


























 



 BMI 



 Untergewicht 



 Weniger als 18,5



 Normalgewicht



 18,5-24,9



 Übergewicht



 25-29,9



 Adipositas (Fettleibigkeit)



 30 und darüber



 


Der ermittelte Wert kann jedoch nur ein grober Orientierungswert sein. Für die tatsächliche Beurteilung des Gewichts spielen auch das Geschlecht  - Männer haben einen größeren Muskelanteil als Frauen – sowie das Alter eine Rolle.
Studien haben ergeben, dass die BMI-Werte, die mit der geringsten Sterberate einhergehen, mit zunehmendem Alter steigen. So kam es z. B. zu der Empfehlung, dass Menschen im Alter über 65 Jahre durchaus noch gewichtsmäßig im guten Bereich liegen, wenn der BMI zwischen 24 und 29 liegt. Und für Kinder und Jugendliche  gelten die BMI-Werte der Erwachsenen nicht. Bei ihnen verändert sich der normale Körperfettanteil ständig, je nach Alter und Geschlecht. Daher hat man für Kinder und Jugendliche Normwertkurven - so genannte Perzentilkurven - für den BMI entwickelt. Anhand des Alters und des BMI kann man von der Perzentilkurve ablesen, in welchem Bereich sich der Wert befindet.


Bei Übergewicht im Alter spielt auch der Gesundheitszustand eine Rolle. Bei einem BMI von 25-29,9,  ist im höheren Alter nicht zwingend eine Gewichtsabnahme notwendig. Es besteht aber ein höheres Risiko, dass das Körpergewicht weiter steigt. Zudem ist das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck bereits gering erhöht. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) rät daher, bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 das Gewicht zu stabilisieren oder es geringfügig zu senken, um Begleiterkrankungen und Adipositas (Fettleibigkeit) zu verhindern.

Bei Übergewicht empfehlen die Experten der DAG eine dauerhafte Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent vom Ausgangsgewicht, wenn



  • bereits eine übergewichtsbedingte Erkrankung vorliegt, 

  • das Körperfett ungünstig verteilt ist und vor allem am Bauch vorliegt

  • Erkrankungen bestehen, die durch das Übergewicht verschlimmert werden (z. B. Rücken- oder Gelenkprobleme, Asthma) oder

  • ein hoher psychosozialer Leidensdruck besteht.


Und der Body Mass Index berücksichtigt nicht die Verteilung des Körperfetts. Viele Experten sind inzwischen der Meinung, dass nicht der BMI, sondern der Bauchumfang das entscheidende Kriterium für die gesundheitliche Bewertung des Körpergewichts sein sollte. Das Bauchfett ist im Gegensatz zu Fettpolstern an anderen Körperstellen besonders stoffwechselaktiv. Es produziert Substanzen, die sich schädlich für die Gesundheit auswirken.
Der Taillenumfang sollte 



  • bei Frauen nicht über 88 Zentimeter und

  • bei Männern nicht über 102 Zentimeter liegen.


Lesen Sie dazu auch den Beitrag Bedeutung der Körperfettverteilung für das Krankheitsrisiko.


Ich möchte Ihnen empfehlen also empfehlen, nicht nur Ihren Body Mass Index zu  ermitteln, sondern auch den Bauchumfang zu messen sowie durch einen Check beim Arzt Ihre Gesundheit überprüfen zu lassen. Wenn Sie einen gesunden Lebensstil mit einer gesunden Ernährung und regelmäßig Bewegung führen und auch der Gesundheitscheck keinerlei negative Ergebnisse zeigt, darf der BMI auch zwischen 25 und 30 liegen. Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt über Ihr Körpergewicht.


Wissenswertes rund um ein gesundes Körpergewicht finden Sie auch in dieser Broschüre


Mein Weg zum Wohlfühlgewicht


Mit freundlichen Grüßen


Maren Krüger
Ernährungswissenschaftlerin

als hilfreich bewerten 0 Versenden