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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von Lieschen01 am 02.01.2014 04:34 Uhr

Fleisch,Dünstwasser,Milch Getreidebrei, Muttermilch

Hallo liebes Expertenteam,
vielen Dank für die Antwort auf meine letzte Frage, in
den letzen Tagen haben sich noch mehr Fragen für uns
ergeben...
Meine Tochter ist 7 Monate alt und bekommt seit einem
Monat Beikost

1. Welches Fleisch ist das Beste für Babys? Ich meine
nicht welches Tier (konzentriere mich fast
ausschließlich auf Rind und Geflügel) sondern welcher
Teil vom Tier und welche Art Fleisch (Filet,
Tafelspitz...)

2. Wenn ich Möhren und Kartoffeln zusammen für die
Kleine gedünstet habe, darf ich dann das Wasser das
noch im Topf ist mit verwenden für den Brei, oder
lieber wegschütten? Sind in dem Wasser noch Nährstoffe
oder nur potentielle Schadstoffe?

3. Bisher gebe ich der Kleinen als Getreide meist
Hafer, den isst sie mit einem Fruchtgläschen sehr gut
und gerne aber nicht mit Milch (pre) wie wichtig ist,
das sie auch den Getreide/Milchbrei isst? (Sie trinkt
vor dem Essen Brust und nach dem Essen Pre...)

4. Ist es okay wenn ich "normale" Milch erst nach dem
Ersten Geburtstag einführe?

5. Meine Tochter war ein Frühchen (10 Wochen zu früh)
und meine Muttermilch hat leider seit dem 3. Monat
nicht mehr gereicht. Es kommt nicht mehr viel Milch
(ca.20ml pro Stillmahlzeit)aber ich denke bei
Muttermilch zählt jeder Tropfen stimmt diese Annahme?

So, das wars erst einmal
Vielen Dank im Voraus und ein frohes neues Jahr

Expertenantwort von Claudia Thienel am 08.01.2014 09:43 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Zu Ihrer 1. Frage: Fleisch für die Beikost


Verwenden Sie für Ihr Kind am besten magere Teilstücke des Fleisches. Das kann beim Rind z. B. Filet, Hüfte (Blume), aber auch Unterschale und Oberschale sein. Beim Schwein sind Nuss und Hüfte magere Stücke, aber auch natürlich das Filet.


Mehr über die unterschiedlichen Fleischteile erfahren Sie in unserer Rubrik „Lebensmittel von A-Z“ unter Rind, Schwein, Geflügel.


Zu Ihrer 2. Frage: Kochwasser mit verwenden


Das Kochwasser können Sie gerne mit verwenden, das ist kein Problem. Die Zubereitung des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breies wird beim Netzwerk Junge Familie beschrieben.


 


Zu Ihrer 3. Frage: Getreide-Milch-Brei


Da mit dem Milch-Getreide-Brei durch die Kuhmilch ein neues Lebensmittel eingeführt wird, kann sich das Immunsystem Ihres Kindes mit diesem neuen Lebensmittel auseinandersetzen und wird früh daran gewöhnt. Auf diese Weise wird die Toleranzentwicklung gefördert.


Es ist nicht sinnvoll, Ihrem Kind am Abend einen reinen Obst-Getreide-Brei anzubieten. Die im Abendbrei enthaltene Milch und das Getreide sind wichtige Nährstoffe für Ihr Baby. Zudem ergänzen sich die Breie, die im Tagesverlauf empfohlen werden, im Nährstoffprofil.


Zwar geben Sie die Milch als Säuglingsmilchnahrung nach dem Brei. Bedenken Sie jedoch, dass mit der Einführung der Breie eine schrittweise Entwöhnung von der Flasche stattfindet. Der Brei sollte also der Ersatz für eine Milchmahlzeit sein. Natürlich ist diese Umstellung als Prozess zu sehen und klappt nicht von einem Tag auf den anderen. Lassen Sie sich und Ihrer Tochter da ruhig Zeit.


Versuchen Sie am besten weiterhin den Milch-Getreide-Brei einzuführen. Bieten Sie ihn Ihrer Tochter jeden Abend an. Bedenken Sie, dass sich Ihre Tochter nicht nur an den neuen Geschmack gewöhnen muss, sondern auch an eine andere Konsistenz und Fütterungsart. Achten Sie darauf, dass sie auch wirklich Hunger hat und nicht zu müde ist. Versuchen Sie ruhig und geduldig zu bleiben. Das Füttern sollte bei einer angenehmen Atmosphäre und ohne Druck erfolgen.


 


Zu Ihrer 4. Frage: Einführung Kuhmilch


Kuhmilch sollte im ersten Lebensjahr im Rahmen des Milch-Getreide-Breis gefüttert werden. Der Körper wird durch die Gabe dieser geringen Menge an Kuhmilch an ein neues und potentiell allergenes Lebensmittel gewöhnt und hat dadurch die Chance eine Toleranz auszubilden.


Weitere Kuhmilchgaben sind im ersten Lebensjahr nicht nötig. Sie können mit den Brot-Milch-Mahlzeiten (ab etwa 10. Lebensmonat), die die morgendliche Säuglingsmilch und den abendlichen Brei ersetzen, gerne auch erst im 2. Lebensjahr beginnen.


 


Zu Ihrer 5. Frage: Muttermilch


Da Muttermilch bzw. das Stillen ja nicht nur der Ernährung, sondern auch ganz klar der Mutter-Kind-Bindung dient, können Sie gerne weiter stillen, so lange Sie und Ihr Kind das möchten. Auch enthält Muttermilch Substanzen, die das Immunsystem des Kindes stärken und vor Infektionen behüten können. Daher ist das Stillen  - auch wenn nur wenig Milch gegeben wird – sinnvoll.


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die folgende aid-Broschüre


Ernährung von Säuglingen,                        


unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter dem Stichwort Säuglinge,


sowie das Netzwerk Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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