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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von KStein am 12.01.2014 12:52 Uhr

Listerien Säugling Tischtuch Schnuller

Sehr geehrtes Team!
Ich habe eine 1 Woche alte Tochter. Da ich dauerhaft
Medikamente nehmen muss wird sie leider nicht
gestillt. Bereits in der Schwangerschaft hatte ich
sehr große Angst vor Listeriose und leider verfolgt
sie mich auch jetzt wieder.
Gestern habe ich eine neue Packung Milchpulver
geöffnet. Danach habe ich den Messlöffel abgewaschen,
abgetrocknet und kurz auf das Küchentischtuch gelegt
bevor ich ihn in die Box mit dem Pulver gelegt habe.
Sollten sich auf dem Tischtuch Listerien befunden
haben, könnte eine Übertragung durch das Ablegen des
Messlöffels in das Pulvers stattgefunden haben? Und
könnten sich die Bakterien im trockenen Pulver
vermehren?

Wenn meine größere Tochter den Schnuller der kleinen
Tochter angreift und sie zuvor z.B. Salami gegessen
hat, oder vom Boden etwas aufgehoben hat was mit
Listerien belastet war, - könnte sich meine Kleine
hierüber infizieren wenn sie den Schnuller
ungewaschen in den Mund nimmt? Ich kann leider nicht
alles kontrollieren und möchte meine große Tochter
nicht immer ermahnen dass sie nichts von der KLeinen
angreift...

Sie schreiben eine Listeriose beim Neugeborenen würde
keine bleibenden Schäden verursachen. Wie würde sie
sich denn äußern? Es heißt ja immer gefährdet sind vor
allem Säuglinge, Ältere, Schwangere, Immunkranke,...
Ich habe auch von Hirnhautentzündung bei Säuglingen
gelesen was mich doch sehr ängstlich macht. Oder wäre
es eher wie eine Grippe?

Vielen Dank!

Expertenantwort von Claudia Thienel am 13.01.2014 12:05 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich verstehe Ihre Unsicherheit. Zwei Sachverhalte müssen hier jedoch auseinandergehalten werden. Zum einen die Ansteckung des Fetus mit Listeriose, also noch im Mutterleib. Hier kann eine Infektion zu Früh- oder Fehlgeburt führen oder bei Neugeborenen zu schweren Schäden führen.


Zum anderen die Ansteckung des Säuglings mit Listeriose. Die Erreger müssten, damit es zu einer Infektion kommt, über Lebensmittel aufgenommen werden. Risikolebensmittel sind dabei rohe tierische Lebensmittel. Weitere Informationen dazu bietet der Beitrag Welche Lebensmittel verboten?


Eine indirekte Übertragung beispielsweise über den Schnuller oder die Hände Ihres älteren Kindes ist sehr unwahrscheinlich. Achten Sie darauf, sich die Hände zu waschen, wenn Sie rohe tierische Lebensmittel angefasst haben, beispielweise nach der Zubereitung von rohem Fleisch.


Über den Messlöffel wurden sicher keine Listerien auf das Milchpulver übertragen. Eine indirekte Übertragung von Listerien über Gegenstände und Textilien ist zwar theoretisch denkbar, praktisch aber ausgeschlossen. In einem Trockenprodukt wie dem Milchpulver könnten sich die Bakterien zudem nicht gut vermehren.


Eine Erkrankung des Kindes mit Listeriose kann - wie jede andere Infektionskrankheit auch - zu schweren Krankheitsbildern führen. Jedoch ist die Gefahr gebannt, wenn Sie Ihrem Kind unter fünf Jahren keine rohen tierischen Lebensmittel geben und auf Hygiene achten.


Lesen Sie dazu auch das Verbrauchermerkblatt zur Erkrankung Listeriose des Bundesinstituts für Risikobewertung Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Listerien.


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die folgende aid-Broschüre


Ernährung von Säuglingen,                        


unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter dem Stichwort Säuglinge,


sowie das Netzwerk Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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