Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

was-wir-essen.de

Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von Mädchen am 15.01.2014 01:39 Uhr

Kartoffeln Kochwasser Leinöl Müsli Makrele

Hallo,

ich habe eine Frage zu Eintöpfen und Suppen, ich mache mir Gedanken darüber, ob es okay ist, das wenn ich einen Eintopf koche mit Kartoffeln und Gemüse, beides zusammen weich koche und auch das Kochwasser, welches dann übrig ist mitverwende.

Also wenn ich z.B. Kürbisssuppe koche, dann koche ich die Kartoffeln, die Zwiebeln, das Kürbisfleisch und das Suppengemüse alles zusammen in einem Topf in einem Wasser weich und das ganze wird dann natürlich auch so gegessen.
Muss ich die Kartoffeln solo in extra Wasser vorkochen wegen des Solaningehalts?

Darf meine Tochter Bioleinöl in Magerquark eingerührt essen zu Pellkartoffeln? Auf der Leinölpackung steht, das es ein Rohprodukt ist, darf sie das?

Eine Vegetarierfrage:
Um Eisen aus Müsli besser aufzunehmen, sollte man ja immer eine Vitamin-C haltige Komponente dazu essen, bedeutet das, ich müßte mein Müsli eher mit Saft als mit Milch anrühren?
Habe auch gehört, das Calcium die Eisenaufnahme hemmt oder behindert und das wäre ja dann im Fall von Müsli mit Milch so.
Müsli wird ja eigentlich immer mit einer Milchkomponente genossen (ob Quark oder Milch oder Joghurt).

Wie bereite ich das Müslich dann am besten zu, so dass das Eisen am besten aufgenommen werden kann, mit Saft? Das ist doch aber dann total süss und denke ich auch nicht so gesund.

Die exakte Handhabung habe ich da noch nicht verstanden.

Darf meine 3jährige Tocher Makrele in Öl (Konserve) essen?

Danke

Expertenantwort von Maren Krueger am 16.01.2014 16:28 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in


Vielen Dank für Ihren Beitrag. Gern beantworte ich Ihnen Ihre Fragen.


Solanin ist wasserlöslich. Ein Teil des Solanins geht beim Kochen ins Wasser über. Dennoch können Sie für die Zubereitung von Eintöpfen Gemüse und Kartoffeln zusammen garen und das Kochwasser für die weitere Verarbeitung mitverwenden. Die Menge an Solanin, die Sie und Ihre Familie möglicherweise damit aufnehmen, ist so gering, dass Sie nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen rechnen müssen. Der durchschnittliche Solaningehalt von Kartofflen liegt unter 100 mg/kg frische Kartoffeln und ist  unbedenklich. Als obere kritische Grenze gelten 200 mg/kg frische Kartoffeln. Um den Wert zu erreichen, ab dem es zu Vergiftungen kommen kann, müssten Männer 2,7 kg und Frauen 2,2 kg Pellkartoffeln am Tag essen. Das sind jeweils mehr als zehn Portionen Pellkartoffeln!
Solanin entsteht unterhalb der Schale und ist in besonders hohen Konzentrationen in grünen Stellen und in den Keimansätzen („Augen) vorhanden. Wenn Sie eine Suppe mit Kartoffeln kochen und das Kochwasser mitverwenden möchten, sollten Sie möglichst frische Kartoffeln ohne grüne Stellen und ohne Keimansätze verwenden oder die grünen Stellen und Augen beim Schälen der Kartoffeln großzügig herausschneiden. Sind größere grüne Stellen oder viele Keimansätze vorhanden, empfiehlt es sich, die Kartoffeln nicht mehr zu verwenden. Dann liegen Sie auf der sicheren Seite.


Weitere Informationen zum Thema Solanin finden Sie in unserer Rubrik „Verbraucherschutz“.


Leinöl ist reich an der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure, abgekürzt auch ALA genannt. Der Körper kann daraus zu einem geringen Anteil die sehr gesunden langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (abgekürzt EPA) und Docosahexaensäure (DHA) bilden. Diese kommen außerdem in fetten Fischen wie Lachs, Hering und Makrele vor. Leinöl können Sie auch für Ihre dreijährige Tochter bedenkenlos in kaltgepresster, nicht raffinierter bzw. erhitzter Form verwenden.


Eine vegetarische Ernährung von Kindern ist möglich, der Speiseplan sollte aber mit besonderer Sorgfalt zusammengestellt sein, um einen Nährstoffmangel zu vermeiden. Eisen ist vor allem in Fleisch und Fleischprodukten enthalten und kann aus tierischen Lebensmitteln besser vom Körper aufgenommen und verwertet werden. Aber auch unter den pflanzlichen Lebensmitteln gibt es gute Eisenlieferanten.  Der regelmäßige Verzehr von eisenreichem Hafer und Hirse in Form von Brei, Müsli oder Brot kann Ihre Tochter vor Eisenmangel schützen. Diese Getreidearten sollten also unbedingt auf dem Speiseplan Ihrer Tochter bleiben. Es ist richtig, die Eisenverwertung aus dem Getreide lässt sich durch die Zugabe von Vitamin C-reichem Fruchtsaft bzw. Obst/Gemüse in zu der Mahlzeit erhöhen. Sie könnten Ihrer Tochter zum Beispiel ein Müsli mit frischen Früchten und Joghurt anbieten.
Machen Sie sich keine Sorgen, dass das Calcium die Eisenaufnahme negativ beeinflussen könnte. Der Einfluss ist so gering, dass er im Rahmen einer vollwertigen und abwechslungsreichen Ernährung zu vernachlässigen ist.


Wichtig ist auch, dass Sie bei Getreideprodukten stets die Vollkorn-Variante (Vollkorn-Nudeln, Vollkorn-Reis, Vollkorn-Brot, Vollkorn-Flocken) wählen. Es gibt auch einige eisenreiche Gemüsesorten. Dazu zählen Brokkoli, Feldsalat, Endivien, Artischocken, Fenchel, Grünkohl, Mangold, Spinat. Wenn Sie sich Sorgen um eine ausreichende Eisenversorgung Ihrer Tochter machen, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber sprechen. Er kann entscheiden, ob möglicherweise Supplemente nötig sind.


Zu Ihrer letzten Frage: Es spricht nichts dagegen, dass Ihre Tochter Makrelenfilets aus der Konserve isst. Achten Sie drauf, dass der Fisch grätenfrei ist.


Weitere Informationen rund um eine gesunde Kinderernährung finden Sie in diesen aid-Broschüren


Das beste Essen für Kinder


Das beste Essen für Kleinkinder


Freundliche Grüße


Maren Krüger
Ernährungswissenschaftlerin

als hilfreich bewerten 0 Versenden