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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von Gedanken am 17.01.2014 17:36 Uhr

Malzkaffee und Milch

Hallo!

Mein Sohn ist 15 Monate alt und mag keine Milch trinken. Mit Ablenkung isst er mal
vielleicht 100g Joghurt am Tag wenn ich Glück hab. Käse ganz selten und nur minimale
Mengen und eben Milch in Sossen. Ich hab Angst, dass er zu wenig Calcium bekommt.
Was kann ich tun? Er trinkt absolut keine Milch...

Wenn ich Caro Malzkaffee trinke, den ich immer mit Milch zubereite, will er davon trinken.
Darf er das?

Ist es in der SS problemlos möglich, dass ich aus der gleichen Tasse trinke wie mein
Sohn? Darf ich Malzkaffee in der SS trinken?

Vielen Dank.

Expertenantwort von Claudia Thienel am 21.01.2014 13:58 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Zu Ihrer 1. Frage: Kind trinkt keine Milch


Etwa 330 ml Milch und Milchprodukte am Tag, verteilt auf 3 Portionen sind optimal für Ihre Kinder. Milch ist ein idealer Lieferant für den Knochenbaustoff Calcium sowie hochwertiges Eiweiß. Versuchen Sie weiterhin, Ihrem Kind Milch in verschiedenen Varianten anzubieten. Kochen oder backen Sie öfter mal mit Milch oder Milchprodukten, so dass Ihr Kind die Milch nicht direkt sieht. Als Gerichte gäbe es da z. B. Pfannkuchen, Milchreis, Grießbrei, Pudding oder mit Käse überbackene Gerichte.


Auch Milchshakes – Milch vermengt mit pürierten Früchten wie Banane oder Beerenfrüchte – lieben fast alle Kinder. Probieren Sie auch Kakao aus.


Um die Calciumversorgung auch ohne weitere Milchprodukte zu optimieren, sollten sie calciumreiche Lebensmittel besonders berücksichtigen. Dazu gehören:



  • Calciumreiche Mineralwässer (mehr als 150 mg/l - siehe Etikett) z. B. Gerolsteiner, Steinsieker

  • Calciumreiches Gemüse (z.B. Brokkoli, Fenchel, Grünkohl und Porree) und Obst (Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren)

  • Hülsenfrüchte (z. B. Kichererbsen, Linsen, hier müsste die Verträglichkeit ausgetestet werden)


Sie können die Calciumaufnahme zudem unterstützen, indem Sie für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D sorgen. Gute Vitamin D-Quellen sind Fettfische wie Heringe, Makrele oder Lachs, aber auch Eigelb oder Margarine. Daneben kann unser Körper Vitamin D auch in der Haut bilden, wenn dieser regelmäßigen mit Sonnenlicht in Kontakt kommt. Neben Milch und Milchprodukten kann die Calciumzufuhr selbstverständlich auch durch calciumreiches Mineralwasser, Gemüse (z.B. Brokkoli, Fenchel, Lauch) oder Hülsenfrüchte ergänzt werden.


Zu Ihrer 2. Frage: Malzkaffee für Kinder


Gegen das gelegentliche Trinken von Getreidekaffee ist bei Schulkindern nichts einzuwenden, da dieser kein Koffein enthält. Kleinkinder brauchen dieses Getränk sicherlich noch nicht. Durch den hohen Stärkegehalt der Ausgangsprodukte des Getreidekaffees und die hohen Temperaturen beim Rösten besteht allerdings die Gefahr, dass es während der Herstellung zu Acrylamidbildung kommt. Acrylamid steht im Verdacht krebserregend zu sein. So sollte also Getreidekaffee möglichst in nicht so großen Mengen für Kinder angeboten werden.


Zu Ihrer 3. Frage: Malzkaffee in der Schwangerschaft, Trinken aus derselben Tasse


Getreidekaffee können Sie während der Schwangerschaft trinken. Wenn Sie nicht mehr als 2-3 Tassen Getreidekaffee am Tag zu sich nehmen, dann liegen Sie damit im Rahmen der normalen durchschnittlichen täglichen Belastung an Acrylamid von Erwachsenen.


Sie können gerne mit Ihrem Sohn aus derselben Tasse trinken, das ist kein Problem.


Weitere Tipps zur Vermeidung von Acrylamid finden Sie in unseren Beiträgen


Wie vermeide ich Acrylamid bei der täglichen Nahrungszubereitung?


Wie kann man die Aufnahme von Acrylamid verringern?


sowie im aid-Flyer


Acrylamid: So schützen Sie sich und Ihre Familie (kostenloser Download)


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bieten Ihnen die folgenden aid-Broschüren


Das beste Essen für Kleinkinder – Empfehlungen für die Ernährung von 1- bis 3-Jährigen


und unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter Infos für 1-3-Jährige


sowie das Netzwerk Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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