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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von Abra am 19.01.2014 16:05 Uhr

Nitrosamine

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider war mir nicht bekannt, dass man geräuchertes und gepökeltes Fleisch nicht erhitzen sollte und ich mache mir nun große Vorwürfe und Sorgen:

Im 3. und 4. Lebensjahr meines Sohnes habe ich sehr oft (mehrmals in der Woche) aus Zeitgründen ein bestimmtes Gericht gekocht: ich habe Schinkenwürfel angebraten (leider bei hoher Temperatur)und als sie knusprig waren, Aubergine, Zucchini und Paprika hinzugefügt. Dann habe ich alles zusammen zehn weitere Minuten in der Pfanne angebraten und schließlich mit saurer Sahne abgelöscht.

Dies bedeutet, dass die Schinkelwürfel sehr lange gebraten wurden und die Wahrscheinlichkeit, dass sich Nitrosamine gebildet haben, wohl leider sehr hoch ist.

Da mein Sohn zu dieser Zeit 2, bzw. 3 Jahre alt war, mache ich mir nun Sorgen, dass sein Körper zu viel davon aufgenommen hat.

Leider kann ich es nicht mehr rückgängig machen, aber ich frage mich, ob der Körper diese Giftstoffe nun speichert oder ob sie noch abgebaut werden können.

Ist die Gefahr an Krebs zu erkranken höher, wenn man die Nitrosamine als Kind oder als älterer Mensch zu sich nimmt (oder im Körper bildet)?

Ich habe gelesen, dass Vitamin C hilft, aber ist gemeint, dass nur die Bildung von Nitrosaminen verhindert wird oder hilft es auch beim Abbau?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen,

vielen Dank,

Abra

Expertenantwort von Claudia Thienel am 21.01.2014 14:05 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Ich möchte Sie beruhigen. Selbst wenn Sie in der Vergangenheit häufiger ungünstige Lebensmittel und -kombinationen für sich und Ihre Familie zubereitet haben, heißt das nicht, dass Sie sich oder Ihr Kind geschadet haben. Die Empfehlungen in Bezug auf Nitrit und Nitrosamine sind Vorsichtsmaßnahmen, sehen Sie diese als Orientierung und nicht als strikte Vorgaben.


Ihr Kind ist durch die möglicherweise vermehrte Aufnahme an Nitrosaminen nicht stärker gefährdet eine Krebserkrankung zu erleiden als andere Personen. Die Aufnahme von Nitrosaminen bedeutet nicht automatisch, dass eine Krebsentstehung ausgelöst wird. Es gibt viele körpereigene Abwehrmechanismen, die ein unkontrolliertes Wachstum von Zellen mit veränderter Erbsubstanz verhindern.


Verschiedene Substanzen in Gemüse (z. B. die Vitamine E und C, Polyphenole) können der Bildung von Nitrosaminen entgegenwirken. Daher ist es sinnvoll, zu einer nitrat- oder nitritreichen Mahlzeit etwas Vitamin-C-haltiges zu essen, beispielsweise ein Glas Saft oder einen Paprikasalat, oder Sie bereiten die Salatsoße mit etwas Zitronensaft zu.


Machen Sie sich keine Gedanken mehr darüber. Es ist gar nicht möglich, sich vollkommen schadstofffrei zu ernähren. Und Schadstoffe in der Nahrung spielen für die Gesunderhaltung eine viel geringere Rolle als viele denken. Viel wichtiger ist, dass Sie und Ihre Familie jeden Tag bunt und abwechslungsreich essen und trinken. So ist das Risiko, dass Sie Schadstoffe aufnehmen gering und Sie können sicher sein, dass Ihr Körper mit allen lebenswichtigen Nährstoffen in den richtigen Mengen versorgt wird. Dann macht es ihm auch nichts aus, wenn er gelegentlich ein Gericht mit angebratenen Schinkenwürfeln bekommt.


Weitere Informationen zu Nitrat, Nitrit und Nitrosaminen finden Sie im


Schadstofflexikon,


sowie in unserer Rubrik „Verbraucherschutz" Ein verhängnisvolles Trio: Nitrat - Nitrit - Nitrosamine


Und auf der Seite der UGB Nitrosamin-Cocktail im Essen?.


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die folgende aid-Broschüre


Das beste Essen für Kinder,


unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter dem Stichwort 3- bis 6-Jährige,


sowie das Netzwerk Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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