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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von SannaX am 20.01.2014 19:01 Uhr

Säuglingsernährung / Verdauung

Hallo liebes aid Team,

mein kleiner Sohn ist jetzt 10 Wochen alt und entwickelt sich prima.
Er wird teilgestillt, Muttermilch und Pre Nahrung.

In der vergangenen Woche ist bei ihm ein Reflux diagnostiert worden. Die Kinderklinik hat mir nun empfohlen, abzustillen und ihm eine Antireflux Nahrung zu geben.
Diese Nahrung ist jedoch gezuckert, wie ich feststellen musste.

Haben Sie eine Empfehlung, wie ich die normale Pre Nahrung andicken kann ohne auf eine gezuckerte Nahrung wechseln zu müssen?

Zudem wurde mir seitens der Kinderklinik empfohlen, seine Milch in Tee (Fenchel) anzurühren, weil dies gegen die starken Blähungen helfen sollen, die meinen kleinen Mann quälen.
Vor einigen Jahren wurde für Säuglinge von der Gabe von Fencheltee abgeraten, weil dieser in größeren Mengen krebserregend sei. Er trinkt 6x150 ml, und würde somit knapp 1 l Fencheltee jeden Tag trinken.
Gilt die Warnung vor Fencheltee noch immer? Ab welcher Menge ist dieser schädlich und gibt es eine Alternative?

Womit kann ich die Verdauung meines kleinen Mannes anregen?

Herzlichen Dank!!

Expertenantwort von Maren Krueger am 22.01.2014 11:07 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihren Beitrag, den ich gern bearbeite.


Die Gabe von Spezialnahrungen, z. B. Antirefluxnahrung, sollte immer in enger Abstimmung mit dem Kinderarzt erfolgen. Antireflux-Spezialnahrung wird hochwertiges Johannisbrotkernmehl zugesetzt. Dieser natürliche Quellstoff macht die Nahrung besonders sämig und sorgt dafür, dass sie besser im Magen bleibt. Damit wird der Rückfluss in die Speiseröhre vermindert (Anti-Reflux).


Eine Selbstherstellung kann ich Ihnen nicht empfehlen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie nicht weiterhin auch stillen können. Die Gabe von Spezialnahrungen ist oft nur vorübergehend. Wenn Sie unsicher sind oder sich nicht ausreichend beraten fühlen, scheuen Sie sich nicht, eine zweite Meinung bei einem Kinderarzt oder einer Hebamme bzw. Stillberaterin einzuholen.
Mit Blähungen haben viele Babys in den ersten Lebenswochen zu kämpfen. Meistens verschwinden sie nach einigen Monaten ganz von selbst. Fenchel kann bei Blähungen hilfreich sein. Allerdings rät das Forschungsinstitut für Kinderernährung, Säuglingen nicht täglich Fencheltee zu geben, denn er enthält ätherische Öle, für die eine krebserzeugende Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann. Das heißt, dass Sie im Wechsel mit anderen Teesorten auch durchaus ab und an gerne Fencheltee geben können. Weil Tee Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten kann, empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung außerdem die Verwendung von Teebeuteln speziell für Säuglinge. Dieser Tee unterliegt den strengen Regeln der Diät-Verordnung. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen davon abraten, das Milchpulver in Fencheltee einzurühren. Stattdessen hier noch einige Tipps, die Ihrem Baby bei Blähungen helfen können:
Wenn Sie weiter stillen, verzichten Sie auf blähende Lebensmittel


Lassen Sie Ihren kleinen Sohn schon während der Trinkmahlzeit häufig aufstoßen, damit sich nicht zu viel Luft in seinem Bäuchlein ansammelt.


Achten Sie drauf, dass sich im Fläschchen auf der Oberfläche kein Schaum absetzt. Warten Sie solange, bis sich der Schaum gelöst hat, bevor Sie füttern.


Massieren Sie den Bauch oder baden Sie ihn in angenehm warmem Wasser.


Achten Sie auf die richtiger Lochgröße im Sauger der Milchflasche. Es darf nicht zu groß sein, sodass er während des Trinkens viel Luft schluckt.


Wenn die Blähungen schlimmer werden, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt über ein Arzneimittel, dass die Luftbläschen und Gase im Darm auflöst.


Ausführliche Informationen rund um eine gesunde Säuglingsernährung finden Sie in dieser Broschüre


Ernährung von Säuglingen


Mit freundlichen Grüßen


Maren Krüger
Ernährungswissenschaftlerin

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