Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

was-wir-essen.de

Expertenforum: Allergien vorbeugen    «zurück

Frage von snitchathome am 03.02.2014 13:40 Uhr

Beikost und Gluten- bzw. Milchunverträglichkeit

Hallo,
meine Tochter ist knapp 7 Monate alt und hat mit 3 Monaten schon Neurodermitis bekommen, so dass ich nun besonders vorsichtig geworden bin.
Ich habe auf Empfehlung der Kinderärztin 6 Monate voll gestillt und möchte auch noch weiter stillen. Den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei haben wir bereits vor 4 Wochen eingeführt. Nun wollte ich mit dem Getreide-Milch-Brei anfangen. Dafür habe ich aus reiner Vorsicht seit 3 Tagen erst mal nur Mini-Mengen (5g) Weizengrieß (mit Wasser angerührt) gegeben.
Ich habe aber nun gelesen, dass man glutenhaltiges Getreide zwischen 5 und 7 Monaten in kleinen Mengen einführen soll. Was mir aber nicht klar ist: Soll es vorischtshalber dann bei den kleinen Mengen bleiben und der Abendbrei mit glutenfreiem oder -armem Getreide zubereitet werden? Soll mehr Weizen dann erst zu einem späteren Zeitpunkt gegeben werden? Oder kann bzw. sollte der Brei dann schon komplett mit Weizen hergestellt werden?
Und meine 2. Frage: Sollte ich den Brei tatsächlich schon mit Kuhmilch anrühren oder besser mit Pre- oder gar mit HA-Milch?
Lebensmittelunverträglichkeiten in unserer Familie sind mir bisher nicht bekannt. Mein Mann und ich haben beide Pollen- und Tierhaar-Allergie bzw. er Neurodermitis. Was die Neurodermitis meiner Tochter ausgelöst hat, wissen wir leider nicht.

Vielen Dank im Voraus.

Expertenantwort von Claudia Thienel am 07.02.2014 12:18 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag. Neurodermitis ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Aber nur in einem Drittel der Fälle lässt sich der Krankheitsverlauf durch die Ernährung beeinflussen.


Bei Kindern mit Neurodermitis wird die Beikost ganz normal aufgebaut, es sei denn, Ihr Kind hat nachgewiesene Lebensmittelallergien. Die früheren Empfehlungen, bei einer Allergiegefährdung möglicherweise allergene Lebensmittel, wie Kuhmilch, Hühnerei, Fisch oder Nüsse erst ab dem 2. bzw. besser sogar 3. Lebensjahr zu geben, sind nach heutiger Studienlage nicht mehr haltbar. Aktuelle Studien geben Hinweise darauf, dass eine frühere Einführung von potenziell allergenen Lebensmitteln sogar eher Vorteile hat, als Nachteile. So muss sich das Immunsystem des Kindes schon früh mit möglichen Allergenen auseinandersetzen und eine Toleranz entwickeln.


Als Getreidesorte für den Milch-Getreide-Brei am Abend ist Hafer für Ihr Kind ideal, da dieser eisenreich ist. Im Austausch mit den Haferflocken können Sie Ihrem Kind gerne auch andere Vollkornflocken wie Weizen-, Dinkel- oder Hirseflocken im Rahmen des Milch-Getreide-Breis anbieten. Es ist nicht sinnvoll immer nur eine Getreidesorte zu geben, wechseln Sie die Getreidesorte ruhig in regelmäßigen Abständen. Bei der Einführung verschiedener Getreidesorten sollten einige Tage Abstand dazwischen liegen, damit Sie erkennen können welches Getreide unter Umständen nicht so gut vertragen wurde. Die Getreideflocken sollten möglichst aus Vollkorn sein und keinen Zusatz von Zucker aufweisen. Es ist also nicht notwendig, auf eine glutenfreie oder glutenarme Kost zu achten. Dies ist nur für Kinder wichtig, die ein Risiko für die Entwicklung einer Zöliakie haben. Dies wäre der Fall, wenn Verwandte 1. Grades (Eltern, Geschwister) an Zöliakie erkrankt sind.


Für die Milchkomponente im Milch-Getreide-Brei können Sie gerne normale Kuhmilch verwenden. Eine HA Milch und auch eine Pre-Milch ist nicht notwendig.


Wenn Sie sich zur Ernährung bei Neurodermitis ausführlich von einer Ernährungsfachkraft beraten lassen möchten, empfehle ich Ihnen diese Internetportale. Dort finden Sie Adressen von allergologisch geschulten Ernährungsfachkräften in Ihrer Nähe:


Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie


Deutscher Allergie- und Asthmabund


Verband der Ökotrophologen.


Zur weiteren Information bieten sich die folgenden aid-Broschüren an


Lebensmittelallergie, Neurodermitis – Was darf mein Kind essen?


Allergisch auf Essen? – Ratgeber bei Lebensmittelunverträglichkeiten.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

als hilfreich bewerten 0 Versenden