Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

was-wir-essen.de

Expertenforum: Obst- und Gemüsegarten    «zurück

Frage von sch_u am 05.06.2014 22:49 Uhr

Schwermetallbelastung Gartenboden

Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren,

meine Familie und ich sind seit drei Jahren Pächter eines Kleingartens.
In diesen drei Jahren ist die Arbeit in dem Garten schon zu einem wichtigen Bestandteil unserer Freizeit und ein beliebter Aufenthaltsort für die Familie gewurden.
Neben der Erholung und Entspannung im Garten, macht es uns aber auch sehr viel Spass in dem Garten Obst und Gemüse anzubauen, diese zu ernten, zu verarbeiten uns schließlich auch zu verzehren.
Wir vermeiden konsequent Kunstdünger, chemische Pflanzenschutzmittel etc. und glaubten bisher, dass das selbst gezogene Gemüse und Obst gesund ist und dem aus einem Bioladen vergleichbar ist.
Soviel zur Vorgeschichte.....!

Nun kam das Gerücht auf, dass in Teilen der Gartenanlage der Boden evtl. mit Schwermetallen belastet ist. Nach langen Überlegen entschlossen wir uns, der Sache auf den Grund zu gehen und haben eine Bodenanalyse veranlasst.
Leider bestätigte sich für unseren Garten der Verdacht.
Der Gartenboden ist mit 3 Schwermetallen belastet, bei denen der Wert deutlich über dem Vorsorgewert (Sand) liegt:
Cadmium 0,8 mg/kg
Quecksilber 0,24 mg/kg
Blei 87 mg/kg

Auch der Wert für Arsen mit 8,6 mg/kg liegt sehr (!) hoch.

Unser Gartenboden ist (leider) recht sandig, wenn auch kein regelrechter Sandboden!

Das Ergebnis ist für uns schockierend.
Uns ist alle Lust und Appetit auf alles Obst und Gemüse aus unserem Garten vergangen. Die jetzt reifenden Erdbeeren werfen wir auf den Kompost. Die ersten roten Johannisbeeren will keiner pflücken. Den Salat graben wir unter.....!

Wir haben sehr intensiv im Internet recherchiert, wie diese Werte einzuschätzen sind. Leider sind wir zu keinem verbindlichen Ergebnis gekommen. Es gibt im Internet recht unterschiedliche Sichtweise zu diesem Thema. Von "....bei Überschreitung der Vorsorgewerte, Finger weck von Obst und Gemüse aus diesem Garten!" bis zu Stellungnahmen wie "....bei Berücksichtigung von ein paar Regeln, alles kein Problem!"

Wir haben natürlich auch gelesen von den Zusammenhängen bezüglich Art des Bodens (schwer / leicht), PH-Wert, Humusanteil, Nährstoffgehalt und Pflanzenart.
Aber dies alles im Auge zu behalten ist für einen Hobbygärtner doch recht schwierig und selbst wenn es gelingt ist es keine Garantie dafür, dass die Ernte nicht doch belastet ist.

Nun unsere Frage:
Gibt es eine verbindliche Empfehlung oder gar eine gesetzliche Vorschrift/Regelung, wie bei den für unseren Garten festgestellten Schwermetallbelastungen zu verfahren ist?
Wenn ja, wie lautet diese?
Oder anders gefragt, kann man bei so einer Bodenbelastung guten Gewissens Obst und Gemüse aus diesem Garten verzehren?

Sehr geehrte Damen und Herren, wir wären Ihnen für eine klare und eindeutige Antwort sehr dankbar. Könnte..., sollte...., evtl........, diese Art von Hinweisen finden sich leider schon genug im Internet!

Für Ihre Mühe vorab unseren herzlichen Dank.

Expertenantwort von Joerg Planer am 06.06.2014 13:14 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


leider kann ich Ihre Frage nicht in der von Ihnen gewünschten Klarheit beantworten: Mir sind keine verbindlichen Empfehlungen oder gar gesetzliche Vorschrift bekannt, die vorgeben, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist.


Wir hatten in der Vergangenheit schon diverse Anfragen zu dem Thema, auf die ich Sie gerne verweisen möchte:


Erhöhte Cadmiumwerte im Gemüsegarten


Schwermetalle im Gartenboden


Schwermetallbelastung Garten 


Unter dem Stichwort „Schwermetalle“ in der Forums-Suche werden Sie noch weitere finden.


Für weitere Informationen und Unterstützung können Sie sich auch mit dem für Sie zuständigen Amt für Umwelt in Verbindung setzen. Vielleicht gibt ja schon ähnliche Fälle in Ihrer Gegend.


Mit freundlichen Grüßen
Jörg Planer Diplom-Agraringenieur

als hilfreich bewerten 0 Versenden