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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von kati81 am 28.09.2014 08:35 Uhr

Babybrei selbst kochen ab welchen Lebensmonat

Liebes Expertenteam,
ich habe einen 22 Wochen alten Sohn und würde jetzt gerne mit der Beikost anfangen. Jetzt habe ich gehört das man erst nach dem 6. Lebensmonat mit dem "Selbstkochen" anfangen soll, wegen Nitrit, Schadstoffen etc. Ist das wirklich so? (Wir haben nämlich einen großen Nutzgarten).
Wenn ich dann irgendwann selbtgekochten Babybrei mache sollte ich den Brei nach dem kochen, pürieren sofort im Wasserbad abkühlen und dann einfrieren?
Wenn ich den Brei dann meinem Baby gebe sollte ich ihn erst kurz vorher aus dem Tiefkühlfach holen und im Wasserbad erwärmen oder kann man den Brei schon am Vorabend im Kühlschrank langsam auftauen lassen?

Für Ihre Bemühungen vielen lieben Dank.

Expertenantwort von Claudia Thienel am 01.10.2014 14:31 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Zu Ihrer 1. Frage: Beikost selbst kochen – ab wann?


Sie können gerne von Beginn der Beikost an selbst für Ihr Baby kochen. Es ist zwar richtig, dass Säuglinge nicht zu viel Nitrat aufnehmen sollten. Wenn Sie nitratarme Gemüsesorten verwenden, müssen Sie sich um eine zu hohe Aufnahme an Nitrat keine Sorgen machen. Wenn Sie die Breiportionen gern selbst kochen möchten, versuchen Sie es mit nitratärmeren Gemüsesorten wie Zucchini, Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis, Pastinake oder Möhren. Zudem sind Biolebensmittel in der Regel deutlich nitratärmer.


Nitrat im Brei ist besonders für jüngere Säuglinge bis sechs Monate gefährlich. Ab dem siebten Monat kann für die Beikost gerne auch nitratreicheres Gemüse verwendet werden. Nitratreiches Gemüse sollte sofort nach der Zubereitung verzehrt werden, nicht warmgehalten und nicht aufgewärmt werden. Von Natur aus nitratreich sind Fenchel, Kohlrabi, Rote Bete, Spinat und Stielmangold.


 


Zu Ihrer 2. Frage: Vorkochen, einfrieren, erwärmen


Das Vorkochen und Einfrieren von Baby-Mahlzeiten ist sehr gut möglich. Das erspart Zeit und Arbeit. Sie können den Brei fix und fertig zubereiten und einfrieren. Oder Sie kochen nur einzelne Komponenten vor und ergänzen die anderen erst vor der Zubereitung der einzelnen Mahlzeiten.


Grundsätzlich ist es wichtig, dass vorgekochte Mahlzeiten nicht bei Zimmertemperatur abgekühlt werden. Für Babynahrung wird tatsächlich das Schockgefrieren empfohlen. Das bedeutet, der Brei muss sofort nach dem Pürieren abgefüllt und eingefroren werden um eine Keimvermehrung und Vitaminverluste zu vermeiden. Tiefgefrorener Brei ist bei -18° C bis zu zwei Monate haltbar. Achten Sie darauf, dass Ihr Gefriergerät die empfohlene Gefriertemperatur von -18°C erreicht.


Der eingefrorene Brei sollte erst direkt vor dem Füttern wieder aufgetaut werden. Sie können den Brei z. B. im Gläschen mit geschlossenem Deckel im Wasserbad, im Flaschenwärmer oder in der Mikrowelle aufwärmen, er muss dabei nicht mehr aufgekocht werden. Durch diese Aufwärmtechniken ist der Vitaminverlust am geringsten.


Einmal aufgewärmte Breiportionen dürfen kein weiteres Mal aufgewärmt werden, da sonst Keimvermehrung und Nährstoffverluste zu groß werden.


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die folgende aid-Broschüre


Ernährung von Säuglingen


unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter dem Stichwort Säuglinge,


sowie das Netzwerk Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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