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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von elmo am 29.05.2015 22:32 Uhr

Beikosteinführung 5. Monat?

Mein Sohn ist jetzt 5 1/2 Monate alt. Mit 5 Monaten haben wir mit Gemüsebrei
angefangen, erst Möhrenbrei. Die ersten Tage hat er zwei/drei Löffel gegessen,
sich gefreut, es wurde dann immer bisschen mehr. Er schiebt den Brei nicht mit
der Zunge raus, sondern schluckt alles richtig und problemlos runter. Habe dann
auf Möhre/Kartoffel erweitert.
Anfangs war es schon so, dass er meist rasch den Mund gar nicht mehr
aufmachen wollte und den Kopf wegdrehte. Jetzt mag er aber so gut wir gar
keinen Brei mehr essen, dreht also den Kopf direkt weg oder macht eben einfach
gar nicht den Mund auf. Einen leeren Löffel hingegen findet er gut.
Habe auch zu verschiedenen Tageszeiten versucht zu füttern, weil ich dachte, er
ist vielleicht nicht hungrig genug oder zu müde, aber auch das ändert nichts.
Ansonsten wird er gestillt, was gut klappt.
Letzte Woche habe ich ihm dann mal eine gekochte Kartoffel zum knabbern
gegeben, das fand er gut. Am Folgetag wollte er das aber auch nicht mehr essen.
Als Alternative habe ich auch schon Kürbisbrei probiert, mag er aber auch nicht
lieber essen. Auch ob ich selbst gekocht habe oder ein Gläschen füttere macht
keinen Unterschied.
Auf den Rat meiner Hebamme habe ich heute mal versucht ihm etwas mit Butter
bestrichenes Brot zu geben. Den Brei hatte er verweigert, worauf ich ihm dann
etwas Brot angeboten habe. Das hat ihm gut geschmeckt und er hat immer ganz
gierig den Mund aufgemacht und das Brot auch problemlos runtergeschluckt.
Haben Sie einen Rat für mich, wie ich mit der Beikosteinführung weiter machen
soll? Wäre ein Obstgetreidebrei als Versuch eine Alternative?
Für Brot ist er wahrscheinlich eigentlich noch zu klein?
Oder soll ich besser die Beikost vorerst noch mal weglassen und noch einmal
warten?

Expertenantwort von Claudia Thienel am 02.06.2015 09:10 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Schwierigkeiten zu Beginn der Kostumstellung sind nicht ungewöhnlich und sollten Sie daher nicht verunsichern. Gerade wenn Ihr Kleiner aktuell eventuell einen beginnenden Infekt hat oder er zahnt, ist ihm sicher die gewohnte Muttermilch lieber als das neue Essen. Die Umstellung vom Stillen auf feste Kost ist für viele Kinder nicht einfach. Bedenken Sie, dass sich Ihr Sohn nicht nur an den neuen Geschmack gewöhnen muss, sondern auch an eine andere Konsistenz und Fütterungsart. Ich empfehle Ihnen, ihm und damit auch sich selbst ruhig noch etwas Zeit zu lassen, aber es auf jeden Fall weiter zu versuchen. Bieten Sie ihm ruhig weiter den reinen Gemüsebrei an. Wenn Ihr Sohn diesen nicht essen möchte, können Sie ihn auch ruhig nochmal stillen und es mit dem Brei erst nach 3 bis 4 Tagen erneut versuchen. Wichtig ist, dass Sie beim Füttern Ruhe und Geduld ausstrahlen und versuchen eine angenehme und zwanglose Atmosphäre zu schaffen, wenn Sie sich Gedanken und Sorgen machen und gestresst sind, überträgt sich das evtl. auf Ihr Kind.


Evtl. bitten Sie auch einmal eine andere vertraute Person, zum Beispiel den Vater oder die Oma, Ihr Kind zu füttern, so dass die Muttermilch nicht direkt in der Nähe und greifbar ist.


Mit dem nächsten Brei sollten Sie erst beginnen, wenn die Fütterung des Breis gut klappt und die Mahlzeit nahezu aufgegessen wird. Für Fingerfood wie Brot mit Butter ist Ihr Kind noch zu jung.


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die folgende aid-Broschüre


Ernährung von Säuglingen


unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter dem Stichwort Säuglinge,


sowie das Netzwerk Junge Familie. Beachten Sie auch die neue Eltern-App „Baby und Essen“ des Netzwerks Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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