Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

was-wir-essen.de

Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von Jonny

Die erste Beikost: Wie mache ich es richtig?

Liebes aid-Team, meine kleine Tochter ist jetzt fünf Monate alt. Ich habe sie bisher gestillt und möchte ihr demnächst mittags den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei geben. Von Freundinnen höre ich, dass sie manchmal Probleme mit den Beikostmahlzeiten haben. Können Sie mir ein paar Tipps geben, was ich beachten muss? Herzlichen Dank im Voraus!


Expertenantwort von Maren Krueger am 05.03.2013 09:56 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

die erste Breimahlzeit ist meistens für Mutter und Kind ein aufregendes Erlebnis. Gern gebe ich Ihnen einige Tipps, die diese Umstellung im Ernährungsplan Ihrer Tochter leichter machen:

• Lassen Sie sich und Ihrem Baby für die ersten Breimahlzeiten Zeit.
Beikost bedeutet für die Kinder nicht nur ganz neue Mahlzeiten, sondern auch essen vom Löffel. Füttern Sie das erste Mal, wenn Ihr Baby nicht müde und auch noch nicht zu hungrig ist. Bieten Sie Ihrer Tochter eine kleine Menge auf der Löffelspitze an. Die meisten Babys essen anfangs nur wenige Löffel, für die Sie auch noch viel Zeit benötigen. Bereiten Sie also nur kleine Mengen vor und prüfen Sie vor dem Füttern die Temperatur.
Geben Sie Ihrer Tochter Zeit genug, die neue Mahlzeit ausgiebig mit Lippen, Zunge, Gaumen und vielleicht auch mit den Fingern zu erkunden.

• Bewahren Sie Geduld, auch wenn Ihr Baby anfangs viel oder alles wieder ausspuckt oder sich schüttelt, sobald der Breilöffel die Lippen berührt. Versuchen Sie es an aufeinander folgenden Tagen immer wieder. Manche Babys brauchen etliche Versuche, bis sie diese neue Mahlzeit akzeptieren.
Oft verschlucken sich die Kinder zu Anfang häufiger. Achten Sie deshalb auf eine gerade Sitzposition und warten Sie ab, bis Ihre Tochter die Löffelportion wirklich runtergeschluckt hat, bevor Sie weiterfüttern.

• Spiele und Ablenkungen beim Essen sind überflüssig!

• Wenn Ihre Tochter satt zu sein scheint, füttern Sie nicht weiter. Sie muss die Portion nicht aufessen. Auch Babys haben an manchen Tagen größeren Hunger, an anderen kleinen Hunger.

• Kinder brauchen keine große Abwechslung im Speiseplan. Geben Sie Ihrem Baby nichts, wozu es noch zu klein ist oder was es noch nicht verträgt, auch nicht nur zum Probieren.

• Führen Sie neue Gemüse- oder Obstsorten nach und nach ein, nicht zu viel Neues auf einmal. Babys brauchen auch keine Gewürze, Salz oder Zucker.

• Wenn Ihre Tochter von der Beikost immer wieder starke Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall bekommt, hat sie anscheinend mit dieser Speiseplanveränderung größere Probleme.
Vielleicht ist es auch einfach noch zu früh. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber und versuchen Sie es in einigen Wochen erneut mit der Beikost!


• Kinder lieben Rituale. Füttern Sie Ihre Tochter möglicht immer am gleichen Platz, verwenden Sie den gleichen Teller und den gleichen Löffel. Manche Kinder reagieren gerade in der Anfangsphase schon auf kleine Veränderungen.

Informationen, praktische Tipps und Rezepte für die Ernährung von Säuglingen finden Sie auch im aid Ratgeber


Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen 


Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Tochter

Maren Krüger
Ernährungswissenschaftlerin

als hilfreich bewerten 0 Versenden