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Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2

Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes Typ 2 und brauchen eine Ernährungstherapie. Den Beratungsbedarf können qualifizierte Ernährungsfachkräfte decken mit praxisnahem Beratungsmaterial.

Frau sitzt mit Mann am Tisch und hält Papier in der Hand
Van Son / BLE

Mit 8,5 Millionen Betroffenen – die meisten davon Typ-2-Diabetiker – zählt Deutschland zu den zehn Ländern mit der höchsten Zahl an Diabetikern. Mindestens sechs Millionen Menschen sind aufgrund dieser Stoffwechselerkrankung in Behandlung. Die Betroffenen profitieren von einer Lebensstiländerung mit entsprechender Ernährungsumstellung und mehr Bewegung, die sie aus eigener Kraft jedoch oft nicht schaffen und entsprechend Beratungsbedarf haben. Hier besteht derzeit oft eine Therapielücke, die qualifizierte Ernährungsfachkräfte mit guten Konzepten füllen können.

Betroffene motivieren und einfühlsam begleiten

Die Erwartungen der Betroffenen an den Ernährungsberater sind hoch und der Weg in die Ernährungstherapie ist für viele Patienten ein großer Schritt. Sie fühlen sich beim ersten Kontakt oft hilfsbedürftig und unsicher. Um den Betroffenen die Unsicherheit zu nehmen und sie zu einer dauerhaften Verhaltensänderung zu motivieren, benötigen Ernährungsfachkräfte praxisnahe Beratungsmaterialien, mit denen sie den Patienten einfühlsam begleiten können.

Daher haben BZfE und DGE gemeinsam das Medienpaket „Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2“ entwickelt, dass dem Berater Themen, Inhalte und Materialien für acht Beratungstermine an die Hand gibt. Kernstück ist der Beraterleitfaden, der die acht verschiedenen Themen für die Termine (s. Kasten) beschreibt und schrittweise durch die Beratungseinheiten leitet. Ergänzt wird dieses Praxishandbuch von umfangreichem Begleitmaterial.

Zwei Beispiele aus dem Medienpaket

Die Anamnese - der erste Schritt

Allen voran steht wie bei jeder Beratung die Anamnese. Hierfür werden dem Patienten sehr persönliche Fragen gestellt.

Unser Tipp zum Einstieg in die Beratung: Bitten Sie zunächst den Patienten um sein Einverständnis, ob Sie Einblick nehmen dürfen und erläutern Sie ihm, dass diese Informationen für Erstellung seines Ernährungskonzepts wichtig sind.

Für die Anamnese bietet das Medienpaket zunächst einen Bogen, der dem Berater hilft, zunächst einige Informationen über den Patienten zu erfassen. Dokumentieren kann er hier beispielsweise Beruf, körperliche Aktivität, Rauchverhalten, Familienstand sowie das Körpergewicht, das der Berater vor Ort misst. Im nächsten Schritt geht es darum, einen Einblick in das Essverhalten des Klienten, zum Beispiel über seine Essgewohnheiten und seine Tagesstruktur, zu erhalten. Hierbei unterstützt ihn ein sogenannter 24-Stunden-Recall (s. Download). Neben Uhrzeit und verzehrten Lebensmittels und Getränken zu den einzelnen Mahlzeiten bietet er Platz für Anmerkungen und Verbesserungsideen. Denn nach dem Protokollieren können Patient und Berater gemeinsam bereits erste Veränderungsmöglichkeiten besprechen, zum Beispiel ob sich der Patient vorstellen kann, eine Portion Salat oder Gemüse als festen Bestandteil einer warmen Mahlzeit einzuführen oder wie es gelingen kann, zu große Abstände zwischen den Mahlzeiten zu vermeiden.

Unser Tipp für den 1. Schritt des Klienten: Motivieren Sie den Patienten selbst zu bestimmen, welche ersten Veränderungen er bei seinem Esseverhalten wünscht und welche Ideen er hat, sein aktuelles Essverhalten zu verbessern.

Entscheidend für die Beratung ist die Krankengeschichte des Betroffenen. Aktuelle klinische Parameter und eine positive Familienanamnese sind wichtig, um den Schweregrad und die Entwicklungsperspektive zu verdeutlichen. Hierfür benötigt der Berater die Kenntnis der Laborparameter. Sollte der Patient die Werte nicht mitbringen, kann er den Arzt hierum bitten (s. Download Arztbrief). Nach Erfassung der Medikamenteneinnahme ist es hilfreich den Behandlungsauftrag festzulegen.

Unser Tipp für den Abschluss der Anamnese: Ergänzen, konkretisieren und priorisieren Sie die ursprünglichen Erwartungen gemeinsam und notieren Sie diese am Ende des Anamnesebogens.

Der Messwert HbA1c - einfach erklärt

Zwei Hände mit jeweis einem Tennisball mit Heftzwecken

Wer seine Krankheit selbstbestimmt managen möchte, muss verstehen, wie diese entsteht, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und auch die eigenen Blutwerte verstehen. Dabei ist es wichtig, den Patienten nicht mit fachlichen Details zu überfordern.

Unser Tipp zur Veranschaulichung: Um den Begriff HbA1c zu erklären, basteln Sie sich einen HbA1c-Ball: Nehmen Sie dazu zwei rote Tennis- oder Schaumstoffbälle als Symbol für das Hämoglobin. In einen stecken Sie 10 Stecknadeln oder Heftzwecken für die Glucose, in den anderen 30 Stück. Der Ball mit dem 10 Nadeln stellt einen normalen „Verzuckerungsgrad“ dar, der andere ein stark „verzuckertes“ Hämoglobin, bei dem es zu vielen diabetischen Komplikationen kommen kann.

Individuell beraten leicht gemacht

Frau mit Mann markiert etwas auf Poster

Dieses Beispiel ist eines von vielen praktischen Anregungen des Medienpakets, die zeigt, wie sich praxisnah und verständlich wissenschaftliche Inhalte an Patienten vermittelt lassen. Die insgesamt acht Beratungseinheiten beschreiben die wichtigsten Themen für Typ-2-Diabetiker, wobei die Anamnese und die Beratungseinheiten Mahlzeit sowie Gemüse, Salat, Rohkost grundlegend für alle Patienten sind. Die weiteren fünf Einheiten können Berater individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse des Betroffenen zuschneiden, in der Reihenfolge beliebig anpassen und abhängig von der Anzahl der Beratungstermine auswählen - ganz nach ihrem Bedarf. Schaubilder und Fotokarten helfen, die Beratungsinhalte zu veranschaulichen. Und damit Patienten die wichtigsten Informationen zu Hause noch einmal nachlesen können, liegen dem Paket Infoblätter bei, auf denen die wichtigsten Inhalte patientengerecht zusammengefasst sind.

Wichtig für eine erfolgreiche Beratung ist es, dass es der Fachkraft gelingt, Barrieren und Hemmnisse des Patienten zu erkennen und zu bearbeiten und dabei gleichzeitig seine Ressourcen zu fördern. Dies ermöglicht dem Typ-2-Diabetiker langfristig sein Essverhalten, die Lebensmittelauswahl und Zubereitung zu verbessern - individuell nach seinem Bedarf.

Das sagen Ernährungsberater zum Medienpaket

 

Marlene Stasche, Kaiserslautern
Selbstständige Ernährungsberaterin (zertifiziert, Diplom-Oecotrophologin, Diätassistentin)

„Das Medienpaket ist praxisnah und die Beratung damit macht Spaß. Es bietet eine Mischung aus Altbewährtem und Neuem und gibt jedem Ernährungsberater Bestätigung in seiner Arbeit. Gleichzeitig regt es an, Neues auszuprobieren. Mir persönlich hat sehr gut gefallen, dass die Beraterin mit einem Zahlenstrahl von 1 bis 10 die Motivation ihrer Patienten durchgehend abfragt. Das habe ich sofort für all meine Patienten in der Beratung eingeführt."

 

Christof Meinhold, Köln
Selbständiger Ernährungsberater (zertifiziert, Diplom-Oecotrophologe)

„Das neue Beratungsmodul ist sowohl für selbständige Ernährungsfachkräfte als auch für Kollegen in Kliniken und Rehaeinrichtungen eine große Hilfestellung. Besonders gut gefallen haben mir die sehr ansprechend gestalteten Patienteninfozettel. Sie sind nicht nur für die Beratung von Diabetikern geeignet, sondern auch für andere Beratungsanlässe hilfreiche Give-aways. Das Medienpaket ist ein wahres Schatzkästchen und es ist zu hoffen, dass dieses Schatzkästchen mit weiteren wertvollen Edelsteinen für die Beratung anderer Krankheitsbilder gefüllt wird."

 

Iulia Olshausen
Selbstständige Ernährungsberaterin (zertifiziert, Diplom-Oecotrophologin)

„Mit diesem Material in der Ernährungstherapie zu arbeiten ist ein praktischer Nutzen und lässt genügend Spielraum für individuelle Gestaltung. Vielseitig einsetzbares Material wie Karten, Abbildungen, Fragebögen und Protokolle erleichtern das praxisnahe, strukturierte sowie nachvollziehbare ernährungstherapeutische Vorgehen. Die zahlreichen professionell erstellten Infoblätter für den Patienten sind eine gute Ergänzung und runden die jeweiligen Einheiten ab.“

Dr. Claudia Müller, Bonn

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