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Familienmahlzeiten

In guter Gesellschaft schmeckt es nicht nur besser. Gemeinsame Mahlzeiten fördern den Familienzusammenhalt und die Kinder lernen alles, was sie für ein gutes Essverhalten brauchen.

Familie mit zwei Kindern am Esstisch
WavebreakMediaMicro / adobe.stock.com

Regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten mit der ganzen Familie  - das wünschen sich viele. Die Berufstätigkeit der Erziehenden, die unterschiedlichen Stundenpläne der Kinder, das Freizeitprogramm mit Musikunterricht und Sportverein, dazu noch Termine beim Arzt oder in der Schule – da fällt es jedoch oft schwer, alle Familienmitglieder gleichzeitig an den Esstisch zu bekommen und in Ruhe zusammen zu essen. Und manchmal funktioniert es auch einfach nicht. Dennoch, es lohnt sich, so oft wie möglich mit allen Familienmitgliedern gemeinsam zu essen. Denn bei den Mahlzeiten lernen Kinder alles, was sie für ein gutes Essverhalten brauchen. Tatsächlich gelingt das gemeinsame Familienessen heutzutage auch öfters als noch vor zehn Jahren (s. Studie im Kasten unten).

Ein Treffpunkt zum Austausch

Die Vorteile von Familienmahlzeiten liegen auf der Hand: Das regelmäßige Essen mit gemeinsamem Beginn und Ende bringt Struktur in den Alltag und bietet Orientierung. Der Nachwuchs lernt am Tisch sitzen zu bleiben und sich fürs Essen Zeit zu nehmen. Zwischen den Mahlzeiten brauchen Kinder kein weiteres Essen oder andere Getränke außer Wasser. So lernen sie, dass nicht jedem Bedürfnis nach Essen unmittelbar nachgekommen wird.

Das gemeinsame Essen dient nicht nur dem Sattwerden, sondern ist eine gute Gelegenheit, alle Familienmitglieder um einen Tisch zu versammeln – ein optimaler Zeitpunkt, um vom Tag zu erzählen und sich über andere Themen auszutauschen. Das stärkt den Zusammenhalt der Familie. Auch wenn Kinder mal nörgeln, mögen sie doch das Essen mit der Familie und fühlen, dass sie dazugehören. Erzählen, einander zuhören, lachen und Spaß haben schaffen eine gute Atmosphäre am Esstisch. Geht es lebhaft und fröhlich zu, wirkt sich die gute Stimmung auch positiv darauf aus, was und wie gegessen wird. Damit es bei den Mahlzeiten möglichst entspannt zugeht, helfen ein paar Regeln. Sie erleichtern das Miteinander und sollten von allen Familienmitgliedern eingehalten werden.

Ganz nebenbei lernen die Kleinen von selbst durch Nachahmen der Eltern Tischmanieren und Essgewohnheiten. Wenn Eltern beispielsweise genussvoll Gemüse essen, merken sich Kinder das gut. Denn das, was ihnen vorgelebt wird, hat eine größere Wirkung als, das was man ihnen sagt.

Pluspunkte für die Gesundheit

Junge mit Apfel in der Hand

Gemeinsame Mahlzeiten bringen zudem gesundheitliche Vorteile: Kinder und auch Jugendliche, die regelmäßig mit der Familie am Tisch sitzen, essen gesünder. Kinder greifen beispielsweise öfters bei Obst zu und Jugendliche trinken weniger gesüßte Getränke. Auch das Risiko für Übergewicht und Essstörungen ist bei häufigen Familienmahlzeiten geringer. Das zeigen verschiedene Studien.

Idealerweise isst die Familie einmal am Tag zusammen. Welche Mahlzeit das ist und ob nur ein Elternteil oder beide dabei sind, spielt keine Rolle. Wichtiger ist vielmehr, es gibt genügend Zeit und es wird in Ruhe gegessen. Das gilt auch, wenn kleine Missgeschicke passieren, denn ohne zu kleckern geht Essenlernen nicht. Hier helfen Geduld und Toleranz, um die gemeinsame Mahlzeit für alle so entspannt wie möglich zu machen.

Studie zu gemeinsamen Familienmahlzeiten

Daten der deutschlandweiten, repräsentativen Ernährungsstudie EsKiMo II zeigen:

  • Familien essen heute erfreulicherweise öfters zusammen als vor zehn Jahren.
  • Das Abendessen ist die häufigste Familienmahlzeit. Sie wird heutzutage öfters gemeinsam eingenommen als noch vor zehn Jahren. Dass mittags nicht häufiger zusammen gegessen wird, liegt vermutlich an der zunehmenden Anzahl von Ganztagsschulen und dem wachsenden Anteil an Schülern, die mittags in der Schule essen.
  • 12- bis 17-Jährige essen weniger oft gemeinsam mit der Familie als Kinder im Alter von 6–11 Jahren. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass sie die Mahlzeit nicht essen, vielmehr entwickeln sie in dem Alter ihren eigenen Essstil und lösen sich von den Eltern.
  • Jugendliche, die häufig mit der Familie frühstücken, trinken weniger gesüßte Getränke am Tag und Kinder essen mehr Obst.
  • Mit Ausnahme des Mittagessens sitzen übergewichtige Kinder und Jugendliche seltener am Familienesstisch als normalgewichtige Altersgenossen.
  • Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem sozialen Status essen seltener zusammen Frühstück und Abendessen. Das könnte an mehreren Teilzeitjobs, kleinerem Wohnraum oder einer weniger flexiblen Freizeitgestaltung liegen.

Quelle: Frank M et al., Ernährungs Umschau 4/2019

Dr. Claudia Müller, Bonn

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