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Honig: Gesund essen

Honig gilt bei vielen als besonders gesundes Naturprodukt. Woraus besteht Honig genau und welchen Stellenwert hat er in der Ernährung?

Honig in Glasschale
Ovidiu Iordachi / stock.adobe.com
  • Aufgrund des hohen Zuckergehalts ist Honig ein kalorienreicher Energielieferant.
  • Honig ist nicht für jeden geeignet: Säuglinge, Kleinkinder, immungeschwächte Personen und Menschen mit Fruktoseintoleranz sollten ihn nicht verzehren.
  • Honig kann antibakteriell und keimhemmend wirken.

Ist Honig pauschal gesund und ein gutes Süßungsmittel? Diese Fragen beschäftigen viele Menschen. Die einen schwören auf besondere Heilwirkungen des Honigs, andere sehen in Honig lediglich eine geschmackliche Alternative zum Zucker. Was stimmt denn nun?

Honig enthält viel Zucker

Woraus Honig besteht
Hauptbestandteil von Honig sind verschiedene Zuckerarten mit durchschnittlich 80 Prozent. Hinzu kommen 17 Prozent Wasser und 3 Prozent weitere Bestandteile.

Wegen seines hohen Gehalts an für den Körper schnell verwertbaren Ein- und Zweifachzuckern ist Honig aus ernährungswissenschaftlicher Sicht in erster Linie ein kalorienreicher Energielieferant für einfache Kohlenhydrate. Daher sollte Honig als Brotaufstrich nur in geringen Mengen und ab und zu verzehrt werden. Als Süßungsmittel verwendet und zum Aromatisieren von Speisen gilt dieselbe Empfehlung.

Der im Honig enthaltene Zucker besteht zum Großteil aus den Einfachzuckern Fruktose und Glukose. Hinzu kommen geringe Mengen an Zweifachzuckern (Saccharose, Maltose) und Vielfachzuckern (Melezitose). Dabei unterscheidet sich je nach Honigsorte die Zuckerzusammensetzung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass ein regelmäßiger, hoher Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln zu Übergewicht führen kann und das Risiko für die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus erhöht. Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Zuckerkonsums und Karies. Bei mehr als vier bis fünf zuckerhaltigen Zwischenmahlzeiten (süße Speisen und/oder süße Getränke zusätzlich zu drei Hauptmahlzeiten) steigt das Kariesrisiko deutlich. (Quelle: Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen – grundlegende Empfehlungen; Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) und Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK); Juni 2016)

Zähne putzen und Zuckeraufnahme reduzieren: Kariesprophylaxe

Honig ist ein zuckerhaltiges Lebensmittel und kann bei häufigem Kontakt mit den Zähnen Karies auslösen. Reduzieren Sie daher möglichst die Gesamtaufnahme der täglichen Zuckeraufnahme und die Anzahl zuckerhaltiger Mahlzeiten einschließlich zuckerhaltiger Getränke. Bevorzugen Sie Speisen und Getränke mit möglichst geringem natürlichem Zuckergehalt und ohne Zuckerzusätze.

Putzen Sie zur Kariesprophylaxe mindestens zweimal täglich Ihre Zähne mit einer flouridhaltigen Zahnpasta. Die Zähne putzen sollten Sie möglichst auch nach den Mahlzeiten. Kauen Sie einen zuckerfreien Kaugummi, falls das Zähneputzen gerade nicht möglich ist.

Werden die Zähne nicht regelmäßig geputzt, bildet sich auf den Zähnen ein Belag, in dem sich Bakterien ansiedeln und vermehren können. Vergärbare Kohlenhydrate wie Zucker oder Stärke dienen diesen Mikroorganismen als Energielieferanten. Die Bakterien bauen die Kohlenhydrate zu organischen Säuren ab, sodass der pH-Wert im Zahnbelag und im Speichel sinkt. Die Säuren lösen bei längerer Einwirkzeit Mineralien aus dem Zahnschmelz und der Zahn wird bei häufigen Säureangriffen geschädigt.

Honig bei Fruktose-Malabsorption und Fruktose-Intoleranz

Einige Menschen bekommen beim Verzehr von fruktosehaltigen Lebensmitteln wie Honig Durchfall oder Blähungen. Dann kann es sich um eine funktionelle Darmstörung, sie so genannte Fruktose-Malabsorption handeln. Die Fruktose wird in solchen Fällen nur unvollständig oder gar nicht aus dem Dünndarm ins Blut aufgenommen und gelangt in den Dickdarm. Dort zersetzen Darmbakterien die Fruktose und es bilden sich vermehrt Gase. Durch eine Ernährungsumstellung lassen sich die Symptome einer Fruktose-Malabsorption einschränken. Ein kompletter Verzicht auf fruktosehaltige Lebensmittel ist auf Dauer nicht notwendig.

Wesentlich seltener als die Fruktose-Malabsorption ist die Fruktose-Intoleranz. Hier handelt es sich um einen angeborenen Enzymdefekt. Die Fruktose wird zwar vom Darm ins Blut transportiert, anschließend aber nicht verstoffwechselt. Bei langfristigem Verzehr von Fruktose kann es zu einer lebensbedrohlichen Vergiftung kommen, da sich die Fruktose in der Leber anreichert. Patienten mit Fruktose-Intoleranz müssen sich deshalb ein Leben lang fruktosefrei ernähren.

Ist Honig besonders gesund?

Die im Honig enthaltenen Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen, Proteinen und Aminosäuren sind so gering, dass sie keinen wirklich nennenswerten Beitrag zur Bedarfsdeckung leisten. Wer sich ausgewogen und vollwertig ernährt, deckt seinen Bedarf an den oben genannten Nährstoffen vorrangig mit Obst, Gemüse, Getreideprodukten und tierischen Lebensmitteln.

Die Farb- und Aromastoffe in Honigen stammen unter anderem aus dem Blütennektar oder den Pflanzensekreten, die die Bienen für die Honigproduktion nutzten. Es handelt sich um antioxidativ wirkende sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Flavonoide, die im menschlichen Körper negativen Oxidationsprozessen entgegenwirken können. Wahrscheinlich senken diese Stoffe das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Honig ist jedoch keine Alternative zu einer obst- und gemüsereichen Ernährung. Diese liefert wesentlich höheren Mengen an Polyphenolen, Flavonoiden und anderen gesundheitsfördernden Nahrungsinhaltsstoffen und das bei weit geringerem Energiegehalt.

Kein Honig an Säuglinge, Kleinkinder und immungeschwächte Personen!

Säuglinge, Kinder im 1. Lebensjahr und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten vorsichtshalber auf den Verzehr von naturreinem Honig verzichten. Der Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Die Sporen können durch die Bienen in den Honig eingetragen werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Darmflora noch nicht ausgereift, so dass die Möglichkeit besteht, dass sich dieses Bakterium im Darm ansiedelt und dort lebensbedrohliche Gifte produziert. Bei älteren Kindern und gesunden Erwachsenen wird die Vermehrung des Bakteriums von einer stabilen Darmflora verhindert.

Keimhemmende und antibakterielle Eigenschaften

Imker legen besonderen Wert auf die Erhaltung der hitzeempfindlichen Enzyme im Honig, denen eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben wird. Eines dieser Enzyme, die Glukose-Oxidase, bildet aus dem Zucker des Honigs Wasserstoffperoxid, das keimhemmende Eigenschaften hat.

Manuka-Honige, die aus dem Blütennektar unterschiedlicher Leptospermum-Arten (immergrüne Manuka-Sträucher) stammen, enthalten neben keimhemmendem Wasserstoffperoxid hohe Mengen an antibakteriell wirksamem Methylglyoxal, einem Abbauprodukt von Zucker. Nach dem Verzehr von Manuka-Honig wird Methylglyoxal spätestens im Dünndarm abgebaut, sodass sich eventuelle Heilwirkungen lediglich äußerlich auf die Schleimhäute im Mund und in der Speiseröhre auswirken können.

Speisehonig eignet sich nicht zur Behandlung von Wunden!

Speisehonige (inkl. Manuka-Honig) aus dem Lebensmittelhandel oder direkt vom Imker eignen sich nur für den Verzehr und sollten keinesfalls auf Wunden aufgebracht werden. Honig ist ein unbehandeltes Naturprodukt und kann Keime enthalten. Als Therapeutikum für Hauterkrankungen gibt es in der Apotheke spezielle medizinische Honige (gibt es nur in der Apotheke oder im medizinischen Fachhandel) (mehr dazu im Artikel „Honig: Verbraucherschutz).

Fazit: Betrachten Sie Honig in erster Linie als zucker- und energiehaltiges Süßungsmittel. Wenn Sie Honig ab und zu in geringen Mengen essen und sich insgesamt auf eine ausgewogene, vollwertige Ernährung achten, brauchen Sie auf den Genuss nicht verzichten.

Fragen und Antworten

Ist heiße Milch mit Honig gut gegen Erkältungen?

Bei Erkältungskrankheiten und Husten wird Honig oft als Hausmittel eingesetzt, manchmal auch in Kombination mit warmer Milch. Der Honig regt den Speichelfluss an und sorgt dafür, dass sich ein trockener, gereizter Hals wieder angenehmer anfühlt. Achten Sie möglichst darauf, dass die hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe des Honigs nicht über 40 Grad Celsius warm werden.

Ist Honig ein veganes oder vegetarisches Lebensmittel?

Honig ist kein veganes aber ein vegetarisches Lebensmittel.

Vegane Lebensmittel dürfen nicht aus tierischem Ursprung stammen und keine Zutaten aus tierischem Ursprung enthalten. Bei allen Produktions- und Verarbeitungsstufen eines veganen Lebensmittels dürfen keine Zutaten, Verarbeitungshilfsstoffe und andere Stoffe tierischen Ursprungs eingesetzt werden.

Vegetarisch sind Lebensmittel, wenn sie die Anforderungen von veganen Lebensmitteln erfüllen, bei deren Produktion jedoch abweichend davon

  • Milch, Kolostrum, Farmgeflügeleier, Bienenhonig, Bienenwachs, Propolis oder Wollfett/Lanolin aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle
  • oder deren Bestandteile
  • oder daraus gewonnene Erzeugnisse

zugesetzt oder verwendet worden sein können.

Wie isst man Waben- oder Scheibenhonig?

Bei Waben- und Scheibenhonig befindet sich der Honig noch in den verschlossenen Waben. Diese werden gekaut und ausgelutscht. Kaufen Sie am besten Waben- oder Scheibenhonig aus Naturwaben. Das Wachs der Naturwaben ist sauberer und dünner als das von Waben mit vorgegebener Mittelwand und lässt sich leichter kauen.

Hilft eine Honig-Kur gegen Heuschnupfen?

Im Lebensmittelhandel gibt es spezielle Honigerzeugnisse, denen Blütenpollen bewusst zugesetzt sind (Bezeichnung z. B. „Honig mit Blütenpollen“ oder „Blütenpollen in Honig“). Solche Produkte werden bei so genannten Honig-Kuren als Mittel gegen Heuschnupfen eingesetzt. Der regelmäßige Verzehr von Pollen im Honig soll Heuschnupfenpatienten unempfindlich gegen die Allergene machen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) rät jedoch von solchen Kuren ab, da Verbraucher die Konzentration und die Sorte der Pollen im Honig nicht genau ausmachen können. Sind die Pollen-Konzentrationen im Honig zu hoch, kann sich die Allergie sogar noch verstärken. Langfristig behandeln lässt sich eine Pollenallergie am besten mit einer kontrollierten Hyposensibilisierung beim Allergologen.

Zudem kann ein vermehrter Honigverzehr aufgrund des hohen Zuckergehaltes nicht empfohlen werden.

Autorin: Carmen Menn, Bonn

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