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Produktangaben

Lebensmittel wie zum Beispiel Rindfleisch, Käse, Eier oder Fischereierzeugnisse müssen zusätzlich zu den Pflichtangaben speziell gekennzeichnet werden.

Eier mit Erzeugercode
Peter Meyer, BLE

Für viele Lebensmittel müssen ergänzend zu den allgemeinen Kennzeichnungspflichten weitere Angaben gemacht werden. Welche das im Einzelnen sind, ist in zahlreichen produktspezifischen Vorschriften geregelt, zum Beispiel in der Käse- Verordnung, der Konfitüren-Verordnung oder der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränke-Verordnung. Auch das europäische Hygienerecht enthält einige produktspezifische Kennzeichnungsvorschriften.

Nach der Käse-Verordnung beispielsweise muss bei Käse immer die Fettgehaltsstufe angegeben werden, zum Beispiel Doppelrahmstufe, Vollfettstufe oder alternativ der Fettgehalt in der Trockenmasse (Fett i. Tr.). Das EU-Hygienerecht schreibt außerdem vor, dass verpackter Käse, der aus Rohmilch hergestellt und während des Herstellungsprozesses nicht erhitzt wurde, den Hinweis „aus Rohmilch hergestellt“ tragen muss. Für alle tierischen Erzeugnisse fordert das europäische Hygienerecht generell die Angabe des Identitätskennzeichens.

Häufig ist auch die Verwendung bestimmter Bezeichnungen vorgeschrieben. So muss auf der Verpackung von Nahrungsergänzungsmitteln immer der Begriff „Nahrungsergänzungsmittel“ stehen. Die Konfitüren-Verordnung bestimmt, was genau unter einer "Konfitüre extra" zu verstehen ist. Sie fordert außerdem die Nennung der verwendeten Früchte sowie die Worte "Gesamtzuckergehalt ... g je 100 g".

Produktspezifische Kennzeichnungsvorschriften geben auch die EG-Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse, für Eier oder für Erzeugnisse aus Fischerei und Aquakultur vor. Sie verpflichten zum Teil dazu, die Herkunft zu nennen, beispielsweise für frischen oder gefrorenen Fisch.

Weitere Informationen zu Produktangaben

Was ist das Identitätskennzeichen?

Das Identitätskennzeichen befindet sich auf Lebensmitteln tierischen Ursprungs wie Milchprodukten, Fleisch, Fleischwaren, Geflügel, Fisch und Muscheln. Dieses Zeichen enthält:

  • den Namen oder Kennbuchstaben für das Land (D=Deutschland), in dem das Produkt zuletzt verarbeitet oder verpackt wurde,
  • die Veterinärkontrollnummer des Betriebes, der das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt hat mit einem Kürzel für das Bundesland in dem der Betrieb gelegen ist
  • sowie eine Abkürzung für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).

Es besagt, dass der Betrieb nach EU-weiten Hygienestandards arbeitet und überwacht wird. Das Identitätskennzeichen ist vor allem für die Überwachungsbehörden von Bedeutung. Der Verbraucher kann daraus nur erkennen, in welchem Land oder Bundesland das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde.

Welche besonderen Angaben sind für Rindfleisch vorgeschrieben?

Angaben, zum Beispiel zur Herkunft oder zu bestimmten Eigenschaften von Rindfleisch unterliegen den gesetzlichen Vorschriften zur Rindfleischetikettierung. Jeder Verbraucher kann auf dem Etikett von Rindfleisch erkennen, in welchem Land das Rind geboren, gemästet, geschlachtet und zerlegt worden ist. Ist das Fleisch nicht verpackt, müssen diese Angaben an deutlich sichtbarer Stelle im Verkaufsraum stehen:

  • die Referenznummer, das ist die Kennnummer des Tieres, von dem das Fleisch stammt oder die Kennnummer einer Gruppe von Tieren (Charge),
  • "geboren in ...", "gemästet in ...", "geschlachtet in ...", "zerlegt in ...",
  • die Europäische Schlachthofnummer (ES-Nr.) und die Nummer des Zerlegebetriebs (EZ-Nr.).

Die Etikettierungsvorschriften beziehen sich auf frisches, gekühltes und gefrorenes Rindfleisch, einschließlich Zwerchfellpfeiler oder Saumfleisch sowie Hackfleisch vom Rind. Verarbeitungserzeugnisse fallen nicht unter die Etikettierungspflicht.

Was verbirgt sich hinter dem Erzeugercode auf Eiern?

Der Erzeuger-Code in Form eines Stempels enthält an erster Stelle eine Zahl für das Haltungssystem: 0 = ökologische Erzeugung, 1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung/Kleingruppenhaltung. Danach folgt das Kürzel für den Erzeugerstaat, zum Beispiel DE für Deutschland sowie eine Zahlenkombination für den Legebetrieb. Innerhalb der Europäischen Union ist die klassische Käfighaltung seit 2010 verboten. An ihre Stelle trat die Kleingruppenhaltung in Käfigen. Verglichen mit der Käfighaltung haben die Tiere bei dieser mehr Bewegungsfreiheit.

Autorin: Dr. Christina Rempe, Berlin

Was ist ein Lebensmittelimitat?

Lebensmittelimitate sind Nachahmungsprodukte. Manche Imitate haben sich als eigenständige Produkte auf dem Markt etabliert, etwa Margarine, die als Ersatz für die damals teure Butter entwickelt wurde, oder Sojaerzeugnisse als pflanzliche Milchalternative. Auch das Backen mit Vanillinzucker anstelle von Vanillezucker ist heute selbstverständlich. Die Krux dabei ist: Eigentlich ist ein Imitat umso besser, je ähnlicher es seinem Vorbild ist. Verbraucher dürfen jedoch nicht getäuscht werden. Das heißt, es darf nicht der Eindruck eines höherwertigen Produktes entstehen, wenn es tatsächlich mit günstigeren Ersatzzutaten hergestellt wurde. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Schinken auf der Pizza nicht aus gewachsenem Fleisch besteht, sondern aus Formfleisch. Oder wenn Salate mit Zusätzen angeboten werden, die aussehen wie Feta, in Wirklichkeit aber Pflanzenfett anstelle von Milchfett enthalten. Diese abweichende Beschaffenheit muss erkennbar gemacht werden – bei vorverpackter Ware und auch im offenen Verkauf. Möglich ist zum Beispiel der Hinweis „... mit Erzeugnis aus Pflanzenfett“. Der Hinweis „mit Käseersatz“ ist tabu, da der Begriff „Käse“ nur für Lebensmittel verwendet werden darf, die ausschließlich aus Milch hergestellt sind.

Gelten für Nahrungsergänzungsmittel besondere Kennzeichnugnsvorschriften?

Für Nahrungsergänzungsmittel gelten grundsätzlich dieselben Kennzeichnungsvorschriften wie für alle übrigen vorverpackten Lebensmittel. Sie müssen die übliche Grundkennzeichnung tragen, wie Herstellerangabe, Füllmenge, Losnummer, Zutatenliste und Mindesthaltbarkeitsdatum. Zusätzlich sind folgende Hinweise vorgeschrieben:

  • die Bezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel“,
  • die Nährstoffe und sonstigen Stoffe, die im Produkt enthalten und für dieses kennzeichnend sind,
  • die empfohlene tägliche Verzehrmenge in Portionen des Erzeugnisses,
  • ein Warnhinweis, dass die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge nicht überschritten werden darf,
  • ein Hinweis darauf, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollten,
  • ein Hinweis darauf, dass die Produkte außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern zu lagern sind.

Enthält ein Nahrungsergänzungsmittel Vitamine und Mineralstoffe, dann muss außerdem auf der Verpackung stehen, wie viel Prozent der Referenzmenge durch eine Portion gedeckt werden. Es müssen stets mindestens 15 Prozent dieser Menge enthalten sein

Autorin: Dr. Christina Rempe, Berlin |

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geriebener Käse
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