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Treffpunkt Esstisch

Nach einer aktuellen Untersuchung fördert das regelmäßige Essen im Kreis der Familie vermutlich eine gesunde Ernährung bei Kindern.

Familie isst zusammen am Tisch
WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

(BZfE) – Wenn beide Eltern berufstätig sind, werden gemeinsame Mahlzeiten zur täglichen Herausforderung. Die Bedeutung solcher Rituale darf aber nicht unterschätzt werden. Nach einer aktuellen Untersuchung fördert das regelmäßige Essen im Kreis der Familie vermutlich eine gesunde Ernährung bei Kindern.

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und der Universität Mannheim hatten 57 Studien mit über 200.000 Teilnehmern ausgewertet. Als Indikator für eine „gesunde“ Ernährung diente ein hoher Obst- und Gemüseverzehr und für eine „schlechte“ Ernährung ein hoher Konsum von gesüßten Getränken, Fastfood und salzigen Snacks. Zudem wurde der Körpermassenindex (BMI) der jungen Probanden bestimmt, der das Verhältnis des Gewichts (in kg) zur Körpergröße (in Meter zum Quadrat) angibt. Bei Kindern und Jugendlichen verändert sich der normale Körperfettanteil ständig, je nach Alter und Geschlecht. Anhand von Normwertkurven lässt sich ablesen, wie das Gewicht einzuordnen ist.

Ernährungsgewohnheiten werden in jungen Jahren geformt. „Dabei bieten Familienmahlzeiten eine vielfältige Lernumgebung“, erklärt Autorin Mattea Dallacker. Wenn Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, erfährt der Nachwuchs am Esstisch viel über eine ausgewogene Kost und die Zubereitung gesunder Speisen. Das spiegeln die Ergebnisse der Metastudie wider: Kinder, die häufig mit der Familie aßen, ernährten sich etwas gesünder und litten auch seltener an Übergewicht. Dabei war es offenbar nicht von Bedeutung, ob es sich bei der gemeinsamen Mahlzeit um das Frühstück, das Mittag- oder Abendessen handelte und ob nur ein Elternteil oder die gesamte Familie am Tisch saßen. Auch das Alter der Kinder schien keinen Einfluss auf die Resultate zu haben.

Allerdings geben die Autoren im Fachjournal „Obesity Reviews“ zu bedenken, dass es sich um reine Beobachtungsstudien handelt, die keine ursächlichen Beziehungen nachweisen können. Neben der Qualität des Essens spielen wahrscheinlich weitere Faktoren eine Rolle. Mahlzeitroutinen wie eine gute Atmosphäre am Esstisch können die Ernährungsweise der Kinder ebenfalls verbessern. Eine interessante Frage wäre, ob familienähnliche Mahlzeiten in Schule und Kindergarten ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Ernährung haben.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.mpib-berlin.mpg.de

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/obr.12659/abstract

http://www.bzfe.de/inhalt/kleinkinder-essen-anders-1334.html

https://www.bzfe.de/inhalt/wenn-kinder-kein-gemuese-moegen-30462.html

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