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Was ist drin in der Brotdose?

Ein liebevoll zubereitetes Pausenbrot schmeckt nur so gut wie es aussieht.

Zubereitung eines gesunden Pausenbrot
Photographee.eu / Fotolia.com

(BZfE) – Was packe ich meinem Kind als Pausenbrot ein? Diese Frage stellen sich viele Eltern, wenn in diesen Tagen das neue Schuljahr beginnt. Gesund soll es sein, aber auch schmecken, damit es aufgegessen wird.

Empfehlungen, nicht zuviel Zuckerhaltiges einzupacken, gibt es auch in unseren Nachbarländern. Wird das aber auch umgesetzt? In England haben Wissenschaftler vorbereitete Lunchpakete für Grundschüler ernährungsphysiologisch bewertet. An der Studie nahmen im Jahr 2006 1.148 Kinder im Alter von 8 bis 9 Jahren in 76 Schulen teil, im Jahr 2016 waren es 323 gleichaltrige Kinder in 18 Schulen. Ein Team der Universität Leeds bestimmten Inhalt und Gewicht der einzelnen Komponenten in den Lunchpaketen und verglichen die Daten aus 2006 und 2016. Ergebnis: Die Mahlzeiten enthielten weniger Zucker, aber auch weniger Vitamine und Mineralstoffe als vor zehn Jahren.

Schinken (27 bzw. 28 %) und Käse (12 bzw. 18 %) waren der beliebteste Belag für das Butterbrot, während vegetarische Brotaufstriche nur selten verwendet wurden (weniger als 1 %). Tortillas und Wraps landen inzwischen häufiger in der britischen Pausendose (13 zu 2 %). Die Eltern packten weniger Süßigkeiten und Schokolade (62 zu 52 %) sowie gesüßte Getränke (60 zu 46 %) ein. Der Anteil an Kuchen und Keksen ohne Schokolade stieg allerdings um knapp 10 Prozent. Nur jedes fünfte Kind hatte Gemüse oder Salat als Pausenfrühstück. Bei einigen Lebensmitteln sank die Portionsgröße, darunter Süßwaren (um 6 g), Kuchen und Kekse (um 13 g), Käsehäppchen (um 14 g), aber auch Obst (um 15 g) und milchhaltige Desserts (um 21 g). Auch die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen wie Vitamin C, Vitamin A und Zink ging zurück.

„Obwohl die Lunchpakete einiger Kinder gesunde Lebensmittel enthalten, werden sie weiterhin von süßen und salzigen Snacks dominiert,“ resümieren die Wissenschaftler im British Medical Journal. Damit ist die ernährungsphysiologische Qualität der Pausenmahlzeiten in britischen Grundschulen nach wie vor gering. Allerdings handelt es sich um eine reine Beobachtungsstudie, die keine ursächlichen Beziehungen nachweisen kann. Außerdem wurden die Pausenmahlzeiten nur an je einem Tag untersucht.

Zum Schulstart in Deutschland empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Ein vollwertiges Frühstück zu Hause und die Pausenverpflegung sind der ideale Start in den Tag. In die Brotdose gehört zum Beispiel Vollkornbrot oder -brötchen, dünn bestrichen mit Butter oder Margarine und belegt mit vegetarischem Brotaufstrich, fettarmer Wurst oder Käse. Senf, Ketchup oder Meerrettich sorgen für weitere Geschmacksvarianten. Salatblätter, Gurkenscheiben und Kräuter bringen fröhliche Farben ins Spiel und Mini-Tomaten, Snack-Möhren und Radieschen naschen sich einfach so weg.

Ein liebevoll zubereitetes Pausenbrot schmeckt eben nur so gut wie es aussieht. Und Kinder mögen Abwechslung. Das fängt bei der Auswahl der Brotsorte an. Knusprig, körnig oder weich, hell oder dunkel, eckig oder rund. „Und saisonales Obst und Gemüse in klein geschnittenen Varianten oder immer mal andere Nüsse oder Trockenfrüchte haben oft einen schönen Neugier-Überraschungs-Effekt“, so Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom BZfE.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2019-029688

https://www.bzfe.de/inhalt/das-pausenbrot-unter-der-lupe-1953.html

https://www.bzfe.de/essen-in-schule-und-kita-35398.htm

BZfE-Heft „So macht Essen Spaß - Entdeckerheft für Grundschulkinder“
https://www.ble-medienservice.de/1318/so-macht-essen-spass-entdeckerheft-fuer-grundschulkinder?number=1318

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