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Behauptungen über Essen

Bild: Ein Mann schaut sich Lebensmittel an.
Welche Behauptungen über Ernährung sind wahr und welche nicht?
pathdoc / stock.adobe.com
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Es gibt Behauptungen über das Essen, die beinahe jeder kennt. Manche davon sind richtig und hilfreich. Andere sind falsch, aber sie halten sich hartnäckig. Hier lesen Sie ein paar bekannte Behauptungen über Lebensmittel. Und Sie lesen, ob etwas Wahres dran ist.

Stimmt das oder nicht?

Wir überprüfen einige häufig aufgestellte Behauptungen und weit verbreitete Annahmen.

1. Mehl muss man nach dem Ablauf vom Mindesthaltbarkeitsdatum wegwerfen

Bei Mehl gilt das Gleiche wie für viele andere Lebensmittel: Bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert der Hersteller die Qualität. Aber viele Lebensmittel sind länger haltbar. Sie können das selbst prüfen: Sieht das Lebensmittel aus wie gewohnt? Schmeckt und riecht es so wie sonst? Dann ist es in der Regel noch genießbar. Für Mehl gilt: Lagern Sie Mehl trocken, kühl und dunkel, dann hält es lange. Sehen Sie Schädlinge im Mehl? Riecht das Mehl säuerlich oder schmeckt ranzig? Dann weg damit!

Bild: Eine Frau riecht an Lebensmitteln.
Geruch und Geschmack verraten: Ist das noch essbar?

 

2. Gekeimte Kartoffeln darf man nicht essen

 

Kartoffeln keimen im Licht. Deshalb sollten Sie Kartoffeln dunkel lagern. Unter Lichteinfluss produzieren Kartoffeln auch das giftige Solanin, das Übelkeit und Erbrechen herbeiführen kann. Grüne Stellen und Keimansätze enthalten Solanin. Schneiden Sie diese immer großzügig weg. Stark gekeimte oder überwiegend grüne Kartoffeln sollten Sie nicht mehr verzehren. Übrigens: Schälen oder pellen Sie Kartoffeln. Auch die Schale enthält Solanin.

Nützlich zu wissen: Gekeimte Zwiebeln und Knoblauchknollen sind zwar nicht mehr richtig frisch, aber sie enthalten keine giftigen Stoffe und können bedenkenlos noch gegessen werden.

Bild: Keimende Kartoffeln.
Keimende Kartoffeln enthalten das giftige Solanin.

 

3. Fleisch und Fisch muss man vor dem Verzehr waschen

 

Sie müssen Fleisch und Fisch nicht waschen, um Keime zu entfernen. Vielmehr kommt es darauf an, Fleisch und Fisch richtig zuzubereiten und zu garen. Fisch muss nur gewaschen werden, wenn er frisch ausgenommen und geschuppt wird. Küchenfertige Fischfilets brauchen Sie nicht zu waschen. Bei Fleisch ist es manchmal nötig, kleine Knochensplitter abzuwaschen.

Bild: Ein Fisch wird abgespült.
Frisch ausgenommene Fische bitte waschen. Ansonsten ist das unnötig.

 

4. Schimmel auf Käse ist harmlos

 

Das gilt nur für den Edelschimmel, der bei manchen Käsespezialitäten erwünscht ist. Dazu zählen Sorten wie Gorgonzola oder Camembert und Brie. Leider ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, ob auf einem Stück Käse nur der Edelschimmel oder unerwünschter Fremdschimmel sitzt. Ist Käse mit Fremdschimmel befallen, muss er entsorgt werden. Eine Ausnahme bildet nur Hartkäse wie Parmesan. Von einem Stück Hartkäse dürfen Sie den Schimmel großzügig abschneiden und den restlichen Käse verwenden. Bei Schimmel auf geriebenem Käse verzichten Sie besser ganz auf den Genuss.

Bild: Blauschimmel-Käse.
Dieser blaue Edelschimmel erfreut Käseliebhaber.

 

5. Veganer leiden unter Nährstoffmangel

Wer auf Abwechslung und Kombination verschiedener Lebensmittel achtet, kann sich auch bei einer veganen Ernährungweise ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Eiweiß zum Beispiel können Veganer statt aus Fleisch und Milchprodukten aus Hülsenfrüchten und daraus hergestellten Produkten wie Tofu beziehen. Die Versorgung mit einigen Nährstoffen wie zum Beispiel Jod, Eisen, Zink oder Vitamin B12 ist für Veganer allerdings schwieriger. Wenn Sie sich aussschließlich vegan ernähren, sollten Sie sich regelmäßig untersuchen lassen. Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche ernähren sich besser nicht ausschließlich vegan.

Bild: Eine Schale mit Tofu.
Tofu aus Sojabohnen liefert pflanzliches Eiweiß.

 

6. Wahres und Falsches über das Trinken

 

Trinken ist wichtig, das ist bekannt. Trotzdem herrscht viel Unklarheit über das Trinken. So hält sich die Behauptung, zu viel trinken könne eine Wasservergiftung auslösen. Dies trifft auf gesunde erwachsene Menschen mit normalen Trinkgewohnheiten nicht zu. Nur bei einigen schweren Krankheiten können die Nieren durch zu viel Flüssigkeit überfordert sein. Auch Säuglinge unter 6 Monaten sollen kein Wasser trinken, da ihre Nieren noch nicht fertig entwickelt sind.

Bild: Ein kleines Kind hält ein Glas mit Wasser in den Händen.
Erfrischender Durstlöscher: klares Trinkwasser.

 

Oft hört man die Behauptung, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Das ist längst widerlegt. Auch Kaffee in Maßen zählt zur Flüssigkeitsaufnahme dazu. Allerdings ist Kaffee durch das enthaltene Koffein kein geeigneter Durstlöscher, sondern ein Genussmittel. Mehr als vier bis fünf Tassen Kaffee am Tag sollten gesunde Erwachsene nicht trinken, Schwangere nicht mehr als drei Tassen.

 

Bild: Eine Frau trinkt einen Kaffee.
Gegen eine genussvolle Kaffeepause ist nichts einzuwenden.

 

 

 

Autorin: Frauke Diebold-Napierala, Klar & Deutlich - Agentur für Einfache Sprache |

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