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Als Herzstück schulischer Ernährungsbildung hat sich die Ernährungspyramide seit vielen Jahren bewährt. Sie ist einfach zu vermitteln und vielseitig einsetzbar.

Frau vor dem Wandsystem der Ernährungspyramide
Arnout van Son, BLE

Wie viel Süßes ist in Ordnung? Esse ich genug Gemüse und Obst?

Diese und viele weitere Fragen lassen sich mit der Ernährungspyramide beantworten. In dem leicht verständlichen Modell stecken alle wichtigen Botschaften für ausgewogenes, abwechslungsreiches Essen und Trinken: Dabei geht es sowohl um die Lebensmittelauswahl als auch um Portionen, Portionsgrößen und gemeinsame Mahlzeiten. Auch eigenen Bedürfnissen, bestimmten Vorlieben und Abneigungen, Gewohnheiten und Traditionen wird genügend Spielraum gegeben. Das macht die Ernährungspyramide alltagstauglich und sie ist für alle Zielgruppen geeignet.

So ist die Ernährungspyramide aufgebaut

Das Prinzip ist simpel: Acht verschiedene Lebensmittelgruppen werden nach den Ampelfarben sortiert und in Portionsbausteinen gestapelt. Das Maß für eine Portion ist naheliegend: die eigene Hand. Die komplette Pyramide bildet einen Idealzustand für ausgewogenes Essen und Trinken ab: den Tagesbedarf einer Person - egal, ob diese groß oder klein ist. Spannend und herausfordernd wird das Modell, wenn wir es mit unseren eigenen Essgewohnheiten, Vorlieben und Erfahrungen füllen. Dann lässt sich der Idealzustand mit der Realität vergleichen, eigene Ziele setzen und zum selbstbestimmten Handeln im Alltag anregen.

Das zeichnet die Ernährungspyramide aus:

  • Wissenschaftlich fundiert – basierend auf den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) und den Referenzwerten der DGE
     
  • Leicht verständlich – durch Hilfen wie Ampelfarben, dem Handmaß und Lebensmittelgruppen
     
  • Alltagstauglich – mit Portionsempfehlungen für jeden Tag und der Berücksichtigung eigener Vorlieben und Bedürfnisse
     
  • Interaktiv – mit Hilfe zahlreicher Materialien wie Lebensmittelkarten für Zuordnungsaufgaben, Pyramidentagebuch zum Ausfüllen oder medial zum Anklicken…
     
  • Bewährt – langjährig erfolgreich in der Ernährungsbildung
     
  • Flexibel – für alle Zielgruppen und Settings geeignet

Tipps für die Unterrichtsvorbereitung

So einfach wie die Ernährungspyramide zu verstehen ist, so einfach ist es auch, das Modell anderen zu erklären. In diesen vier Schritten können Sie mit Ihren Schüler*innen die Pyramide „erklimmen“:

Schritt 1: Was essen ich? Vielseitig essen nach den Ampelfarben

Im ersten Schritt lernen die Schüler*innen die Pyramide kennen. Jedes Lebensmittel hat in der Pyramide seinen Platz. Die Ampelfarben geben an, worauf es beim Essen und Trinken ankommt:

 

Grün hat Vorfahrt: von diesen Lebensmittel reichlich nehmen.

Gelb bedeutet: diese Lebensmittel mäßig, aber regelmäßig genießen. Milch und Käse sind dabei wichtiger als Wurst und Fleisch

Rot steht für bremsen: Snacks, Süßes und Knabbereien also sparsam genießen. Das „Extra“ in der Spitze ist erlaubt, darf aber auch wegfallen.

 


Schritt 2: Wie viel esse ich? Portionen messen mit der eigenen Hand

Wenn die Schüler*innen die Bausteine zählen, erkennen sie, wie viele Portionen aus einer Lebensmittelgruppe zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Die Pyramide zeigt z. B. sechs Getränkebausteine und drei Gemüsebausteine. Da ein Baustein eine Portion darstellt, bedeutet dies, Kinder brauchen täglich sechs Gläser Flüssigkeit und drei Portionen Gemüse. Als Portionsmaß hat sich die eigene Hand bewährt (auch ein Glas Wasser passt in eine Hand). Mit ihr kann jeder unkompliziert die richtige Portionsgröße für sich herausfinden. Das große Plus: Die Hand ist immer dabei. Sie ist individuell, wächst mit und berücksichtigt somit, dass der Bedarf je nach Alter und Geschlecht variiert.

Schritt 3: Wann esse ich? Die Mahlzeiten

Wie verteile ich die vielen Pyramidenbausteine am besten über den Tag? Da ausgewogen Essen und Trinken bei regelmäßigen Mahlzeiten leichter fällt als beim ständigen Snacken zwischendurch, steckt in der Pyramide die Botschaft: täglich drei bis fünf Mahlzeiten essen, am besten zu festen Zeiten und in Gemeinschaft.

Während für 6- bis 11-jährige das Abendessen die typische Familienmahlzeit an Werktagen ist, werden Frühstück und Mittagessen in der Ganztagsschule als gemeinsame Mahlzeit immer wichtiger. Damit hat die Schule eine hervorragende Möglichkeit, allen Kindern schmackhafte Lebensmittel und Gerichte anzubieten und diese mit positiven Emotionen zu besetzen.

Tipp: Kennen Sie schon die Pyramiden-Frühstücksformel? Mit ihr gelingt ein ausgewogener Start in den Tag.

Schritt 4: Wie bringe ich Bewegung in den Tag?

Essen und trinken nach der Ernährungspyramide allein reicht für eine gesunde Lebensweise nicht aus. Zum Wachsen und Lernen gehört auch Bewegung. Mehr tägliche Bewegung, eine aktive Freizeitgestaltung und Sport steigern das Wohlbefinden und sind der nötige Ausgleich zum oft bewegungsarmen Schul- oder Berufsalltag.

Detaillierte Informationen zu den Lebensmittelgruppen, dem Handmaß und der Mahlzeitenplanung finden Sie im Artikel Die Ernährungspyramide: Die Basis für Ihren täglichen Genuss

BZfE-Ernährungspyramide: Die wichtigsten Module

Wand- und Tischsystem: Die Einsatzmöglichkeiten von Wand- und Tischsystem sind unbegrenzt. So eignet sich das Wandsystem mit Fotokarten besonders gut für größere Gruppen, zum Beispiel für Zurufspiele, Zuordnungsaufgaben oder Diskussionsrunden. Das Tischsystem mit Fotokarten unterstützt vor allem die Einzel- oder Kleingruppenarbeit und dient zum Beispiel der Reflexion und bewussten Gestaltung des eigenen Essen und Trinkens.

Beide Sets enthalten eine Darstellung der Ernährungspyramide, ein Begleitheft und den Basissatz der Lebensmittelkarten. Beim Tischsystem ist die Ernährungspyramide auf einem DIN-A3-großen beschichteten, stabilen Karton abgebildet, der auf DIN A4 zusammengeklappt werden kann. Im Wandsystem ist die Ernährungspyramide großformatig (1,20 m x 1,20 m) auf Stoff abgedruckt. So kann sie für alle gut sichtbar im Klassenraum aufgehängt oder auf den Boden gelegt werden. Die Fotokarten (circa 17 cm x 14 cm) werden an Häkchen befestigt oder auf die Pyramide gelegt.

Fotokarten: Die robusten, abwischbaren Fotokarten des Wandsystems laden die Lernenden dazu ein, sich über die Lebensmittel auszutauschen, sie zuzuordnen, Namen nachzulesen und Mahlzeiten in ihre Bestandteile zu zerlegen. Sie sind auch separat erhältlich.

Didaktisches Poster: Das Poster in DIN A1 eignet sich für eine erste Orientierung. Es zeigt, welche Lebensmittelgruppen es gibt, wovon viel und wovon weniger gegessen werden sollte und bildet für jede Lebensmittelgruppe die ungefähre Portionsgröße ab. Die Darstellung ist auch als didaktische Folie erhältlich.

Das BZfE bietet viele weitere Medien für den Kindergarten und die Schule an. Da die meisten Materialien auf die Ernährungspyramide Bezug nehmen, werden Sie immer wieder auf Schüler*innen treffen, die das Modell bereits kennen und ihr Wissen einbringen können.

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Icon der App "Was esse ich?"
BLE

App "Was esse ich?"

Ernährungspyramide als App

Was esse ich? Wer sein Essverhalten verbessern möchte, kommt um diese Frage nicht herum. Die App „Was ich esse“ hilft dabei, einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, was den Tag über auf dem Teller landete – und auch wie viel. Mit der App kann alles, was am Tag gegessen und getrunken wurde, „eingecheckt“ werden. Die Einsortierung der Lebensmittel in die Ernährungspyramide erfolgt automatisch. Inklusive Erinnerungsfunktion, Wochenübersicht, individuellen Zieleingaben und Teilungsfunktion über facebook und twitter. Mehr über die App erfahren Sie im Beitrag "App: Was esse ich".

play.google.com
Die Ernährungspyramide als App im App-Store von Google-Play für Smartphones mit Android-Betriebssystem.

apps.apple.com
Die Ernährungspyramide als App im App-Store von Apple für Ihr iPhone.

Mädchen hält sich Tomaten vor die Augen
Oksana Kuzmina / Fotolia.com

Aus dem was-wir-essen-Blog

Drei Hände voll Gemüse? Die Ernährungspyramide im Selbsttest

Grundsätzlich bin ich Verfechter der Meinung, dass ich nicht viel falsch machen kann, solange ich mich abwechslungsreich ernähre. Aber esse ich wirklich so abwechslungsreich, wie ich denke? Bei uns steht zwar immer ein Obstkorb auf dem Tisch. Aber wer isst das Obst eigentlich? Und wann haben wir die letzte Paprika zum Knabbern aufgeschnitten? Bloggerin Judith Pulg hat mithilfe der Ernährungspyramide ihre Ernährung gecheckt.

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