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Deutsche Schulklassen werden immer interkultureller und mehrsprachiger. Aber eines verbindet alle Kinder: WIR essen und trinken.

Zwei Kinder in einem Klassenraum zeigen sich gegenseitig eine Traube und einen Apfel
Halfpoint / AdobeStock

Willkommen in der neuen Schule!

Kinder, die neu in die Klasse kommen, sind sensibel für die Signale aus ihrer Umwelt. Sie spüren persönliche Wertschätzung, aber auch offene oder unterschwellige Ablehnung. In der Migrationspädagogik ist es wichtig, Diskriminierungen zu erkennen und zu diskutieren. Außerdem gilt es, die Vielfältigkeit zu entdecken und wertzuschätzen. Eine offene Sicht und ein Verhältnis auf Augenhöhe sind der beste Nährboden für Inklusion. Gemeinsam über Essen sprechen und sich über kulinarische Vorlieben kennenlernen ist ein guter Startpunkt, neue Kinder in Ihrer Klasse zu begrüßen und ihnen den Einstieg zu erleichtern.

Zwei auf einen Streich: Sprachförderung und Ernährungsbildung

Die Themen rund ums Essen und Trinken eignen sich besonders gut, um gleichzeitig die Sprache zu fördern: Fast alle Kinder frühstücken, haben Lust, sich in der Küche selbst etwas zuzubereiten und interessieren sich dafür, wo unsere Lebensmittel herkommen. Diese alltagsnahen Themen schaffen beim Klassenfrühstück oder im Unterricht vielfältige Anlässe zum Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben. Ein weiterer Vorteil: Beim praktischen Tun und Forschen kann jedes Kind mitmachen und erleben, dass es etwas kann. Das stärkt das Selbstkonzept und so lassen sich Sprachhürden leicht überwinden.

Unterrichtsmaterial zum Sprechen und Schmecken:

Beispielseite aus "So macht Essen Spaß"

Über die Bildergeschichten und bildgestützten Geschichten in den HeftenSo macht Essen Spaß kommt man mit Kindern leicht ins Gespräch, kann Impulse setzen, Fragen stellen und sie viel versprachlichen und erzählen lassen. Das unterstützt den Lernprozess durch Situierung und eine sogenannte doppelte Codierung, indem Sprache zusätzlich mit einem Bild, einer realen Situation oder einer Handlung verknüpft wird. 

Das Heft So macht Essen Spaß für Kitakinder und Erstklässler funktioniert nahezu ganz ohne Lesen und Schreiben. In den reich bebilderten Seiten steckt viel Gesprächspotenzial. Mit vielen Stickern zum Einkleben, Rätseln und Spielen verspricht das Heft eine Menge Spaß rund ums Essen und Trinken.

Titelbild des Materials "Schmecken mit allen Sinnen"

Geschmackserlebnisse mit Wasser, Rohkost, Brot und anderen alltäglichen Lebensmitteln sind Kernstück der FeinschmeckerstundenSchmecken mit allen Sinnen für 4 – 7-jährige

Dabei ist es gar nicht so einfach, passende Ausdrücke für Aussehen, Geruch, Konsistenz und Mundgefühl und Geschmack eines Lebensmittels zu finden. Wasser kann spritzig sein, ein Apfel mehlig oder das Brot knusprig. Jedes Lebensmittel hat typische Eigenschaften. Welche Wörter kennen die Kinder und was passt zum Lebensmittel? Die Beschreibungshilfen Wort/Bildkarten des Materials helfen den Kindern. Mal- und Klebvorlagen sowie ein Stickerbogen für jedes Kind sorgen für weitere Gesprächsanlässe.

Rezept aus aid Ernährungsführerschein

Diese Anleitung zum Rezept "Knabbergemüse" gehört zum Ernährungsführerschein. Hier stellen die Kinder selbst einfache kalte Köstlichkeiten her. Das macht Spaß und die Kinder lernen eine Menge von- und miteinander. Außerdem stärkt es das Selbstkonzept!

Damit wirklich jedes Kinder mitmachen kann, ist bei den oft mehrseitigen Rezepten jeder Arbeitsschritt und auch jedes Arbeitsgerät bebildert - ideal für selbstständiges Arbeiten und gezielte Wortschatzübungen. 

Titelbild des Materials Für Milchforscher und Joghurtdetektive

Milch und Milchprodukte gibt es weltweit. Wie heißen diese? Wie werden sie hergestellt?

In den Modulen Für Milchforscher und Joghurtdetektive sind viele Ideen zur Sprachförderung enthalten, beispielsweise die Beschreibungshilfen, mit denen die Kinder ihr Geschmacksempfinden in Worte fassen können. Außerdem gibt es zu jedem Modul Wort-Bildkarten mit Schlüsselwörtern. Damit können Arbeitsblätter gestaltet und Wortspiele oder Sprachübungen durchgeführt werden. Da alle Materialien (Bilder und Texte) zum Download vorliegen, ist noch viel mehr Sprachförderung und Differenzierung möglich.

Arbeitsbeispiele zur informellen Sprachförderung:


Beispiel 1: Ich packe meinen Picknickkorb und nehme mit…

Übertragen auf den Bereich Ernährungsbildung das Spiel „Ich packe meinen Koffer“ in „Ich packe meinen Picknickkorb und nehme mit ...“ umbenennen. Dabei die Sprachen der Kinder mit einbeziehen, indem beispielsweise das jeweilige Lebensmittel in der Erstsprache benannt wird und/oder mit mehrsprachig beschriftetem Bildmaterial gearbeitet wird.

Material: Lebensmittelkarten (bald wieder beim BLE-Medienservice verfügbar)


Beispiel 2: Unser Tag der Lieblingsspeisen

Einen festen Tag festlegen, an dem sich die Klasse mit Lieblingsspeisen beschäftigt. Das kann eine „Trockenübung“ sein oder eine Verkostung aus Anlass eines Geburtstagsfrühstücks alle drei Monate, bei dem mehrere Kinder ihren Geburtstag gemeinsam feiern (in der Ganztagsschule wären auch ein Geburtstagsmittagessen denkbar). Die Kinder können von ihren Lieblingsspeisen erzählen, diese in weiteren Sprachen benennen und/oder etwas zum Probieren mit in die Schule bringen.

Material: Meine Frühstückswünsche aus So macht Essen Spaß (S. 5).


Beispiel 3: Die Ernährungspyramide

Mit den Lebensmittelkarten der Ernährungspyramide ist Lebensmittelvielfalt, Spiel und Sprachförderung in einem möglich. Wichtig ist es, vorab den Erwartungshorizont  formulieren: Was sollen die (einzelnen) Kinder beschreiben können?

  • Die Kinder können die Ernährungspyramide fachlich beschreiben. Dabei ist es wichtig, die Unterschiede zwischen Alltagssprache und Bildungssprache zu berücksichtigen.
  • Die Kinder können die Ernährungspyramide inhaltlich mit Beispielen füllen. Günstig ist (Partner-)Arbeit, denn hier helfen sich die Kinder gegenseitig und alle sind sprachlich aktiv.

Material: Materialien: Lebensmittelkarten (bald wieder beim BLE-Medienservice verfügbar)


Beispiel 4: Übers Essen Begegnungen mit Eltern schaffen

Essen und Ernährung sind geeignete Themen, um mit mehrsprachigen Eltern(teilen) in Kontakt treten zu können. Zum Beispiel bei einem Kennenlern-Treffen zum Thema „Unsere Lieblingsspeisen“. Wer möchte, kann auch eine Kostprobe mitbringen.
Keine Angst vor der Sprachhürde. Einfach auf die sprachlichen Ressourcen der Eltern zurückgreifen. Auch Bilder sind hilfreich zur Verständigung. Zudem können Übersetzer*innen der ehrenamtlichen und städtischen Netzwerke eingeladen werden. Vielleicht gibt es im Bekanntenkreis oder der Nachbarschaft helfende „Sprachdolmetscher“?

 

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