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Essen kann zu unserem Wohlbefinden beitragen. Das gilt auch in fortgeschrittenem Alter.
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Wenn wir älter werden, verändert sich unser Körper. Das ist normal. Auch der Stoffwechsel verändert sich. Eine ausgewogene Ernährung kann Ihnen dabei helfen, auch in höherem Alter fit und aktiv zu bleiben. Manche kleineren Beschwerden kann man mit der Ernährung in den Griff bekommen. Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen über das Essen im Alter.

Wieso habe ich mit dem Gewicht zu kämpfen, obwohl ich nicht mehr esse als früher?

Der Körper verändert sich beim Älterwerden. Und damit sind nicht nur die ersten grauen Haare und Lachfältchen gemeint. Bei den meisten Menschen werden die Muskeln weniger, die Fettzellen dafür mehr. Die Folge ist: Wir brauchen weniger Energie. Wer im höheren Alter die gleiche Kalorienzahl zu sich nimmt wie in jungen Jahren, wird über kurz oder lang zunehmen. Das kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes führen. Achten Sie auf die Menge an Fett und Zucker in Ihren Mahlzeiten. Dabei kann Ihnen die Ernährungspyramide helfen. Sie zeigt übersichtlich, welche Lebensmittel und wie viel davon empfohlen werden.

Mehr wissen?

Über die Ernährungspyramide können Sie hier und hier mehr lesen.

Ich mache regelmäßig Sport. Brauche ich im Alter mehr Nährstoffe als jüngere Sportler?

Sport hält fit, egal in welchem Alter. Regelmäßige Bewegung auch im höheren Alter schützt die Muskeln vor stärkerem Abbau und kräftigt die Knochen. Gut geeignet in jedem Alter sind zum Beispiel Wandern, Walking und Nordic Walking, Fahrradfahren, Schwimmen oder Gymnastik. Wer in diesem Rahmen Sport betreibt, hat dadurch keinen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Auch bei regelmäßigen Besuchen im Fitness-Studio sind Sie mit einer normalen, ausgewogenen Ernährung ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt.

Allerdings brauchen Sie auch als Sportler mit zunehmendem Alter weniger Energie, also Kalorien. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Sie genügend Nährstoffe, aber nicht zu viele Kalorien zu sich nehmen. Das gelingt mit Gemüse und Obst, Vollkornprodukten und Milchprodukten.

Denken Sie daran, dass Sie beim Sport mehr Flüssigkeit brauchen. Nehmen Sie zu jedem Training eine ausreichende Menge Wasser, dünn gemixte Fruchtsaft-Schorle oder ungesüßten Kräutertee oder Früchtetee mit. Trinken Sie auch nach dem Training reichlich.

Ich bin in den Wechseljahren und habe die üblichen Beschwerden. Kann eine bewusste Ernährung helfen?

Die Wechseljahre zeigen sich bei jeder Frau anders. Einige Frauen bemerken sie kaum, andere Frauen spüren die Umstellung des Körpers deutlich. Die hormonellen Veränderungen können zu Hitzewallungen und plötzlichem Schwitzen führen. Manche Frauen leiden unter Kopfschmerzen, andere unter Schlafstörungen. Auch psychische Verstimmungen können durch den sinkenden Hormonspiegel ausgelöst werden.

Der Körper passt sich mit der Zeit an die Veränderungen an und die Beschwerden lassen nach. Allerdings führt der niedrigere Hormonspiegel zu einem erhöhten Risiko für Osteoporose, also einer sinkenden Knochendichte. Auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Schlaganfälle sind Folgen der Hormonumstellung.

Die Wechseljahre gehören zum Lebenslauf. Mit bewusster Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Entspannung können Frauen zu ihrem eigenen Wohlbefinden beitragen.

Ein paar Tipps:

  • Bei Schlafstörungen ist eine leichte Mahlzeit am Abend besser verträglich. Meiden Sie anregende Getränke wie Kaffee und essen Sie nicht zu spät vor dem Schlafengehen.

  • Bei Hitzewallungen kann es helfen, auf scharfe Speisen zu verzichten. Trinken Sie statt Kaffee lieber Früchtetee.

  • Um die Knochen gesund zu erhalten und Osteoporose vorzubeugen, helfen Bewegung und eine ausreichende Versorgung mit Kalzium. Kalzium bekommen Sie zum Beispiel über Milchprodukte und kalziumreiches Mineralwasser. Aber auch bestimmte Gemüse wie Brokkoli oder Fenchel sind gute Kalziumlieferanten.

  • Vollkornprodukte, Gemüse und Obst liefern jede Menge Fitmacher wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.

  • Trinken Sie ausreichend. Das tut dem ganzen Körper gut und hält dazu noch die Haut straff.

Meine Großmutter ist dement. Wie unterstütze ich sie bei der Ernährung?

Wenn wir älter werden, steigt das Risiko für eine Demenz. Demenzkranke Menschen vergessen nach und nach auch ganz alltägliche Dinge. Menschen mit Demenz sind deshalb oft verunsichert und ängstlich. Feste Gewohnheiten können ihnen dann helfen. Dazu gehören regelmäßige Essenszeiten, ein gewohnter und freundlicher Raum, vielleicht sogar das gleiche Geschirr oder eine Lieblingstasse. Vielleicht kann Ihre Großmutter bei der Essenszubereitung helfen. Das schafft einen Bezug zu der Mahlzeit. Gesellschaft beim Essen und eine fröhliche Atmosphäre sorgen dafür, dass Essen ein schönes Erlebnis für Ihre Großmutter ist.

Es kommt vor, dass Demenzkranke nicht mehr wissen, ob sie schon gegessen haben oder nicht. Wenn dann auch das Gefühl für Hunger und Durst verloren geht, muss darauf geachtet werden, ob Ihre Großmutter ausreichend Nahrung zu sich nimmt. Dabei helfen auch an festen Plätzen bereitgestellte Knabbereien, die jederzeit verfügbar sind. Sie sollten auch darauf achten, ob Ihre Großmutter ausreichend trinkt.

Manchmal stecken körperliche Probleme dahinter, wenn Demenzkranke nicht essen und trinken. Lassen Sie von einem Arzt abklären, ob zum Beispiel Schmerzen beim Schlucken oder Kauen auftreten.

Mein Vater ist über 90 und gebrechlich. Er isst fast nichts mehr. Wie bekommt er genügend Nährstoffe?

Für Menschen in sehr hohem Alter ist das Essen oft anstrengend. Das betrifft zunächst die Mahlzeit selbst. Aber auch für den Körper ist die Verdauungsarbeit anstrengend. Alte Menschen leiden daher nach den Mahlzeiten öfter unter Völlegefühl oder Unwohlsein und Übelkeit. Es ist hilfreich, wenn die Speisen schonend zubereitet werden. Also lieber dünsten statt scharf anbraten oder frittieren.

Aber vernachlässigen Sie nicht den guten Geschmack. Kochen Sie Lieblingsspeisen für Ihren Vater, würzen Sie die Speisen schmackhaft und richten Sie die Mahlzeit ansprechend an. Schon der leckere Duft einer frisch gekochten Lieblingsspeise kann den Appetit anregen.

Auch hier gilt, was für das Essen bei Demenz gilt: In Gesellschaft und in freundlicher Atmosphäre steigt oft der Appetit. Fragen Sie Ihren Vater, ob er Schmerzen beim Kauen und Schlucken hat.

Viele Tipps und Informationen für Sie

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt das Magazin „Gutes Essen – Magazin für Seniorinnen und Senioren“ heraus. Es ist voller Informationen, Rezepte und Tipps rund um Essen und Trinken. Das Magazin ist verständlich geschrieben und kostenlos erhältlich.

Hier können Sie es bestellen.

Die neue Broschüre „66 Tipps für ein genussvolles Leben mit 66+“ können Sie hier bestellen oder als Datei herunterladen. Das Heft gibt Anregungen für ein genussvolles und bewegtes Leben.

Fühlen sie sich öfter mal nicht wohl in Ihrem Körper? Können Sie die Ursache nicht benennen? Vielleicht hilft Ihnen eine Ernährungsberatung weiter. Oder Sie besuchen einen Kurs in einer Gruppe. Wenden Sie sich zum Beispiel an Ihre Krankenkasse. Viele Krankenkassen bieten Vorträge zur Ernährung, Kochkurse oder auch gezielte Ernährungsberatung für Einzelpersonen an.

Eine Auswahl an Beratungsstellen finden Sie auch hier .

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