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Alle vier Jahre veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) den Ernährungsbericht zur Ernährungssituation. Wir fassen die zentralen Aussage Ausgabe kurz zusammen.

Familie am Esstisch
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Lebensmittelverbrauch: Seit Jahren nimmt der Gemüseverbrauch zu, der von einzelnen Obstarten wie Äpfeln und Birnen sowie von Getreide geht zurück. Für eine pflanzenbetonte Ernährung muss der Gemüseverbrauch jedoch weiter steigen, genau wie von Hülsenfrüchten, Getreide, Kartoffeln und Nüssen. Der Fleischkonsum ist nach wie vor zu hoch.

Übergewicht und Adipositas: Immer mehr Schwangere sind bei der Erstuntersuchung übergewichtig, mit den entsprechenden Risiken für Gestationsdiabetes, Hypertonie, Präeklampsie und spätere Erkrankungen des Kindes. Bei Kindern und Jugendlichen stagnieren Übergewicht und Adipositas auf hohem Niveau, mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Selbst Hochbetagte sind heute immer häufiger adipös.

Vulnerable Bevölkerungsgruppen: Laut der NutritionDay-Studie stellt Mangelernährung in Krankenhäusern und Pflegeheimen ein relevantes Gesundheitsproblem dar. Ernährungsroutinen und -strukturen sind nicht standardmäßig vorhanden, und es besteht ein deutliches Defizit an ernährungsmedizinischer Fachkompetenz. Die bundesweite Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsernährung in Deutschland (SuSe II) zeigt eine erfreulich hohe Stillquote: Im Alter von vier Monaten werden 82 Prozent der Säuglinge gestillt. Die VeChi-Youth-Studie (Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen) belegt, dass die Unterschiede bei der Energiezufuhr und der Nährstoffversorgung zwischen veganer, vegetarischer und omnivorer Ernährungsweise gering sind: Bei allen Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren sind die Vitamine D und B2 kritisch, außerdem Calcium und Jod. Vegan Lebende sind besser mit Ballaststoffen versorgt.

Prävention chronischer Erkrankungen: Umbrella-Reviews bestätigen einen eindeutig inversen Zusammenhang zwischen Gemüse- und Obstkonsum und kardiovaskulären Erkrankungen. Mehrheitlich kein Zusammenhang besteht zwischen Gemüsekonsum und Diabetes mellitus Typ 2; bei Obst herrscht ein unklares Bild. Invers ist die Assoziation zwischen Gemüseverzehr und Kolorektalkrebs sowie Obstverzehr und Brustkrebs. Invers bedeutet: Mit steigendem Gemüseverzehr geht das Risiko für die genannten Krebsarten zurück. Der Verzehr von viel rotem und verarbeitetem Fleisch geht mit allen genannten Erkrankungen einher, nicht aber der von weißem Fleisch. Fisch und eine mediterrane Ernährung senken möglicherweise das Risiko für die Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung, Teetrinken das für Demenz und Parkinson.

Die Ergebnisse bestätigen die aktuellen DGE-Ernährungsempfehlungen: Pro Tag sollten mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst auf dem Speiseplan stehen, pro Woche ein bis zwei Portionen Fisch sowie nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche (abhängig vom Energiebedarf).

Melanie Kirk-Mechtel, Fachautorin, Bonn

Originalartikel: Dr. Lioba Hofmann, Ökotrophologin, Troisdorf – erschienen in  Ernährung im Fokus 01 2021

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