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Expertenforum: Obst- und Gemüsegarten    «zurück

Frage von josh82 am 14.11.2011 16:44 Uhr

Dosis selbst entsafteter Obst & Gemüsesäfte

Guten Tag,

Ich bin ca. 30 Jahre, 1,82m groß und wiege 75 kg. Kein Diabetis oder andere ernsthafte Krankheiten.

Ich trinke sehr gerne Obst und Gemüsesäfte, die ich selber entsafte. Am Tage trinke ich Wasser, morgens halt 1-2 Tassen Kaffee Die Säfte trinke ich eher abends zwischen 18-21 Uhr, da ich morgens und am Tage keine Zeit dazu habe.

Meistens trinke ich entweder ein Apfel-Karotten Saft ( 3-4 große Karotten, 2 Äpfel) oder Orangensaft(4-5 Orangen). Der Saft der dabei rauskommt beträgt 800ml. Davon sind ca. 200-300ml (Obst-)Schaum vom Entsaften und ca.200 ml kaltes stilles Wasser und Eiswürfel welche ich extra dazugebe, um den Saft zu verdünnen. Der reine Saftanteil beträgt dann ca.400ml.

Jetzt meine Fragen:

1)Der Saft ist 20 min getrunken. Ist die Saftmenge aus irgendwelchen zu viel ?? Kalorien ist egal, damit habe ich nicht soviel Probleme

2)Ist die Zeit zwischen 18-21 Uhr in Ordnung, es kommt auch vor, dass ich ihn ne Stunde vor dem Schlafen gehen trinke??

3)Wie sieht es mit dem Fruchtzucker der Säfte aus im Vergleich zum Industriesaft.

4)Wie sehr wird die Bauschspeicheldrüse belastet, wenn ich Saftmenge relativ zügig trinke und dann noch sehr spät.

5)Was wäre die ideale Saftmenge, damit Körper und Bauchspeicheldrüse nicht überlastet werden?

6)Welche selbst gemachten Säfte empfehlen Sie (Obst+Gemüse), um von allen Nährstoffen genug zu bekommen? Welche sollte man wann trinken und in welcher Menge?

7)Sollte man eher Obst oder Gemüsesäfte trinken?

Ansonsten esse ich wenig Fleisch, Wurst so gut wie nie. Zum Frühstück meistens 2 Scheiben Käse mit Vollkornbrot oder auch mal Müsli. Mittags je nach dem was man so kriegt, auch Salat. Abends eher was kleines z.B. Joghurt oder ein Brot.

Vielen Dank für die Antworten im Voraus !

Expertenantwort von Christof Meinhold am 16.11.2011 15:51 Uhr

Sehr geehrte/r Fragensteller/in!

zu Frage 1:
Wenn ich Sie richtig verstehe, beträgt der Saftanteil 400 ml und entspricht damit etwa 1,5 bis 2 Gläsern Saft. Im Rahmen einer gesunden und vollwertigen Ernährung wird ein Glas Frucht- bzw. Gemüsesaft am Tag empfohlen. Damit überschreiten Sie die Empfehlung leicht. Da Sie keine Gewichts- oder anderen gesundheitlichen Problemen haben, stellt diese Überschreitung sehr wahrscheinlich kein Problem dar. Bitte bedenken Sie jedoch, dass durch das Pressen dem Obst oder Gemüse wertvolle Inhaltsstoffe (z. B. Ballaststoffe) verloren gehen. Daher sollten Sie die empfohlenen 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag nicht komplett in Form von Saft aufnehmen.

zu Frage 2:
Sie können Frucht- und Gemüsesaft auch abends trinken.

zu Frage 3:
Wenn Sie selbstausgepresstem Saft mit industriell hergestellten Fruchtsaft mit 100% Fruchtsaftgehalt vergleichen, so ist der Gehalt an Fruchtzucker etwa gleich hoch. Industriell hergestellte Fruchtnektare bzw. Fruchtssaftgetränke sind mit Wasser verlängert und zusätzlich gesüßt, so dass hier der Haushaltszuckeranteil höher ist, als bei selbstausgepresstem Saft, der keinen Zuckerzusatz enthält.

zu Frage 4:
Wenn Sie gesund sind, brauchen Sie keine Bedenken haben, dass Sie Ihrer Bauchspeicheldrüse mit dem Gemüse- bzw. Fruchtsaft schaden könnten. Die Bauchspeicheldrüse wird nur aktiv, wenn die Zuckerart Glukose im Obst enthalten ist. Für den fruchteigenen Zucker Fruktose wird die Bauchspeicheldrüse nicht aktiv.

zu Frage 5:
Wie schon zu Frage 1 beschrieben, wird im Rahmen einer gesunden und vollwertigen Ernährung ein Glas Frucht- bzw. Gemüsesaft pro Tag empfohlen. Wenn Sie sich an diese Empfehlung halten, schaden Sie Ihrem Körper und Ihrer Bauchspeicheldrüse auf gar keinen Fall. Einem gesunden Körper würde jedoch auch die Aufnahme einer etwas größeren Saftmenge nicht schaden.

zu Frage 6:
Jede Obst- und Gemüsesorte enthält unterschiedliche Mengen und verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffen. Um alle diese Schutzstoffe aufzunehmen, sollten Sie idealerweise zwischen verschiedenen Obst- und Gemüsesorten abwechseln und alle Obst- und Gemüsesorten nutzen, die saisonal angeboten werden. Damit Sie alle Schutzstoffe aufnehmen, sollten Sie jedoch nicht nur Säfte trinken, sondern auch frisches Obst- und Gemüse mit Schale verzehren.
Die Uhrzeit, wann Sie die Säfte trinken, spielt eine eher untergeordnete Rolle.

zu Frage 7:
Gemüsesaft enthält weniger Zucker als Obstsaft. Daher ist er aus ernährungsphysiologischer Sicht etwas positiver zu beurteilen als Fruchtsaft. Das heißt jedoch nicht, dass Sie deshalb auf Fruchtsaft verzichten müssten.


Weitere Informationen über Säfte finden Sie in dem aid-Heft Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke.

Mehr über die positiven Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse erfahren Sie in dem aid-Heft 5 am Tag – Gesund mit Obst und Gemüse.


Mit freundlichen Grüßen
Christof Meinhold
Diplom-Oecotrophologe / Ernährungsberater VDOE


 

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