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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von eleonora am 07.01.2013 23:03 Uhr

Zubereitung von Beikost

Liebes aid-Team,

bitte beantworten Sie mir noch folgende Fragen:

1. Macht es aus Ihrer Sicht Sinn, sich einen Avent Dampfgarer für die Zubereitung der Beikost anzuschaffen um Nährstoffe und Vitamine bei der Zubereitung zu schonen? Oder ist es genau so gut die Zutaten in einem Topf zu garen? Werden beim Dampfgaren wirklich alle Keime abgetötet?

2. Muss das Fleisch für den Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei nur gegart und nicht gekocht werden? Ich mache mir nämlich Sorgen, dass beim garen nicht alle Keime abgetötet werden.

3. Kann ich das Fleisch z.B. vor kochen und dann zu dem noch frischen Gemüse in den Avent Dampfgarer tum, damit alles zusammen garen kann oder zerstöre ich dann viel zu vielen Nährstoffe im Fleisch?

4. Ist es generell möglich und empfehlenswert das Gemüse und die Kartoffeln für den Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei selbst zuzubereiten und auf das Fleisch aus dem im Handel erhältlichen Fleischzubereitungen in kleinen Gläschen zurückzugreifen? Oder ist es generell besser frisches Bio-Fleisch zu kaufen?

5. Wenn ich frisches Fleisch kaufe, dann werden es nicht nur 30g sein, sondern natürlich mehr. Wenn ich den Rest dann in 30g Mengen einfriere muss ich es vor dem Kochen dann bei Zimmertemperatur auftauen oder gebe ich es dann unaufgetaut ins kochende Wasser? Die gleiche Frage gilt dann für gefrorenes Gemüse und Obst.

6. Wie gehe ich mit tiefgefrorenem Obst und Gemüse beim Dampfgaren um? Vorher auftauen oder tiefgefroren in den Avent Dampfgarer legen? Wie stelle ich generell sicher, dass der Brei fertig ist?


7. Von den Gemüse-Kartoffen-Fleisch Menüs aus dem Handel hört man immer wieder, dass sie zu wenig Fleisch enthalten, ist es möglich, das so zu machen, dass man z.B. nur einen Karotten Kartoffel Brei nimmt und dann eine reine Fleischzubereitung aus dem Handel und die erforderliche Menge an Fleisch ergänzt oder würden Sie generell vom mischen abraten?

8. Welcher Babynahrung-Hersteller ist besser: Hipp oder Alnatura

9. Würden Sie empfehlen beim Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei und beim Getreide-Obst-Brei immer nur eine Gemüse bzw. Obstart zu verwenden, um den Stoffwechsel des Babys nicht zu belasten oder ist es auch möglich, wenn bereits bekannt ist, dass das Baby die Gemüse- bzw. Obst -Sorten verträgt, diese in einer Mahlzeit zu mischen?

10. Wie viel Abwechslung in der Ernährung braucht ein Baby? Sollte man alle 3-4 Tage eine neue Menü-Variation anbieten, um die Geschmacksvielfalt zu fördern?

11. Wenn ich neben der Beikost morgens und abends weiter stillen möchte, soll ich dann am Abend dem Baby anstatt des Vollmilch-Getreide-Breis genau so wie am Nachmittag einen Getreide - Obst - Brei geben und anschießend stillen? Soll der Getreide-Obst-Brei dann nach den Brei-Zutaten -Mengenangaben vom Vollmilch-Getreide-Brei oder vom Getreide-Obst-Brei zubereitet werden? (z.B. steht im Rezept für den Vollmilch-Getreide -Brei 2 EL Obstpüree und Rapsöl fehlt. Dieses ist wiederum im Rezept für den Getreide - Obst-Brei enthalten und anstatt 2 EL, 100g Obst).

12. Wenn ich Vollkorngetreide kaufe, muss ich dann auf etwas spezielles achten. Kann ich normales Vollkorngetreide im Bioladen kaufen oder soll ich lieber auf das Vollkorngetreide von Alnatura zurückgreifen, welches speziell in der Abteilung für Babynahrung steht?

Freue mich auf Ihre Antwort.

Vielen Dank.

Expertenantwort von Maren Krueger am 09.01.2013 11:52 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihren Beitrag. Gern beantworte ich Ihnen Ihre Fragen:


Zu Frage 1


Das Garen im Dampfgarer ist eine sehr vitaminschonende Zubereitungsart. Zudem ist er praktisch und einfach in der Handhabung. Man kann mehrere Lebensmittel zeitgleich vorbereiten. Im Dampfgarer kann man nicht nur Gemüse, sondern auch Kartoffeln, Reis, Fisch und Fleisch garen. Gedämpftes Gemüse schmeckt sogar intensiver.  Dampfgaren können Sie sowohl mit einem speziellen Gerät, als auch mit einem Topf mit einem entsprechenden Siebeinsatz. Beides ist möglich und hinsichtlich der Nährstoffschonung vergleichbar. Ob es sinnvoll für Sie ist, einen speziellen Dampfgarer anzuschaffen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. welche Menge Sie zubereiten möchten, wie praktisch das Geräte für Sie in der Handhabung ist und wie viel Geld Sie ausgeben möchten.


Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite


Stiftung Warentest: Vitaminschonende Garmethoden


sowie in unserer Rubrik „Zubereitung und Lagerung“


Dünsten schont die Vitamine - aber was ist Dämpfen?


und in den aid-Broschüren


Richtig kochen - schonend zubereiten


Nährstoffveränderungen bei der Lebensmittelzubereitung im Haushalt


Lebensmittelverarbeitung im Haushalt


 


Zu Frage 2 und 3


Beides ist möglich, Sie können das Fleisch extra garen und es anschließend mit dem im Dampfgarer gegarten Gemüse vermengen oder alles im Dampfgarer zubereiten. Orientieren Sie sich bei der Zubereitung im Dampfgarer nach den Angaben des Herstellers. Wichtig ist, dass das Fleisch auch innen ganz gar ist (nicht mehr rosa). Die Garzeit ist abhängig von der Menge bzw. der Größe des Fleischstücks.


Zu Frage 4


Beides ist möglich und empfehlenswert. Sie können für den Mittagsbrei das Fleisch aus dem Gläschen nehmen oder es selbst zubereiten. Am besten wechseln Sie ab. Dann gewöhnt sich Ihr Baby von Anfang an verschiedene Geschmacksnuancen.


Zu Frage 5 und 6


Sowohl das Gemüse als auch das Obst und die kleinen Fleischportionen können Sie unaufgetaut direkt ins heiße Wasser  bzw. den Dampfgarer legen. Orientieren Sie sich bei der Zubereitung und den Garzeiten an den Angaben des Herstellers.


Zu Frage 7


Auch das Mischen von verschiedenen Gläschenzubereitungen ist möglich. Wie gesagt: Wechseln Sie ab, kochen Sie an manchen Tagen selbst, an anderen Tagen gibt es Gläschenkost. Das wird Ihrem Baby gut tun.


Zu Frage 8


Diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten. Sie können davon ausgehen, dass alle Hersteller von Babynahrung eine einwandfreie Qualität anbieten.


Zu Frage 9


Am Anfang der Beikostphase empfehlen wir, mit einer oder zwei Gemüse- bzw. Obstarten zu starten. Später, wenn das Baby etwas älter ist und sich an die neue Art der Fütterung gewöhnt hat, können Sie nach und nach neue Gemüse- bzw. Obstarten einführen  und auch – wenn die Verträglichkeit bekannt ist – verschiedene Sorten mischen.


Zu Frage 10


Diese Frage kann ich Ihnen pauschal nicht beantworten, es gibt keine Empfehlung, die für alle Babys richtig ist. Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. vom Alter des Babys bzw. auch seiner individuellen Empfindlichkeit. Sensible Babys sind auch bei der Beikost vorsichtig und brauchen eine etwas längere Eingewöhnungszeit dafür. Mutige Babys haben kein Problem mit dem Ausprobieren einer neuen Zutat.
Ihr Baby zeigt Ihnen, was gut ist und was es braucht. Jedes Kind hat in der Entwicklung seinen eigenen Rhythmus.


Zu Frage 11


Wenn Sie zurzeit Ihr Baby gern noch abends und morgens stillen möchten, geben Sie ihm mittags den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und nachmittags den milchfreien Getreide-Obst-Brei. Richtigen Sie sich bei der Zubereitung nach den Empfehlungen in dieser Broschüre


Ernährung von Säuglingen


Solange Sie Ihrem Baby abends noch eine volle Stillmahlzeit geben, braucht es abends noch keinen Brei. Wen Ihr Baby sich an die beiden Beikostmahlzeiten gut gewöhnt hat und jeweils die Portion so gut wie ganz aufisst, können Sie abends mit der Einführung des Getreide-Milch-Breis beginnen. Die Angaben für die Zubereitung finden Sie auch in oben genannter Broschüre. Anfangs, wenn Ihr Baby noch nicht die ganze Portion aufisst, stillen Sie ihn noch nach. Je mehr Brei er ist, desto weniger Muttermilch wird er anschließend trinken. Die Milchbildung wird dann automatisch etwas zurückgehen.


Zu Frage 12


Bereiten Sie den Brei anfangs wie oben beschrieben mit Vollkornflocken zu, am besten mit Instant-Flocken für Babys. Diese lösen sich schnell in warmem Wasser auf. Später können Sie auch ganz „normale“ Vollkornflocken nehmen. Diese brauchen für die Zubereitung etwas länger, da der Brei länger quellen muss. Auch die Verwendung von Vollkorngrieß ist möglich.


Mit freundlichen Grüßen


Maren Krüger
Ernährungswissenschaftlerin

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