Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

was-wir-essen.de

Expertenforum: Sie fragen - aid antwortet    «zurück

Frage von Mariam am 28.01.2013 08:24 Uhr

Nitrat in Rucola

Liebes Expertenteam,

Wir essen sehr gerne Salat, u.a. Rucola. Kürzlich habe
ich zum Abendessen einen schönen Rucolasalat mit viel
Schafskäse zubereitet. Dazu gab es gebratenen
Tintenfisch. Als Nachtisch gab es dann je eine Kiwi.

Dann hab ich wieder mal im Internet recherchiert und
bin nun total verunsichert und beängstigt, weil ich
gelesen habe, dass Rucola sehr hohen Nitratgehalt hat,
und man vorsichtig sein sollte wegen der Umwandlung zu
Nitrosaminen.
Ich habe die in Kunststoff abgepackten Rucola
verwendet und die Stiele nicht abgetrennt (mach ich
auch sonst nie, wusste ich auch nicht)

Dazu hätte ich Fragen:

Wie "gefährlich" ist nun das Essen? Ich mach mir
Vorwürfe, dass ich die Stiele nicht abgetrennt habe.

Der Rucola stammt aus Italien. ich habe den Rucola
vorher 3x in Wasser gewaschen (also in Wasser
eingetaucht und bündelweise schüttelnd rausgeholt).
War das ausreichend ? Zum Salat hab ich dann ein paar
Tropfen Zitronensaft (wobei allerdings die Zitrone
schon halbiert seit 2 Tagen im Kühlschrank war, keine
Ahnung ob der Vit. C verflogen ist dadurch) gegeben.

Eine andere wichtige Frage ist die Kombination mit
Fischgerichten, da Fisch ja viel Eiweiß enthält.
Habe auch gelesen, dass man die Kombination wegen dem
Eiweiß meiden sollte, ist das richtig? ( aber der
Fisch schmeckt doch ausgerechnet mit Salat gut).

Könnte denn eine Kiwi ( wegen dem Vitamin C) den
Nitratgehalt zumindest etwas neutralisieren?
Und was ist mit dem Vitamin C in Rucola selbst?

Vielen lieben Dank für Ihre Antwort schon mal.
Man ist heutzutage als Verbraucher total verunsichert
und findet in jedem Nahrungsmittel etwas, was
schädlich sein könnte.

Mit lieben Grüßen

Mariam

Expertenantwort von Christof Meinhold am 28.01.2013 19:57 Uhr

Sehr geehrte Fragenstellerin!

Ich kann Ihre Verunsicherung gut nachvollziehen. Sie können jedoch ohne Bedenken Salate und auch Rucola verzehren.

Nitrat ist ein Nährstoff, den Pflanzen zum Wachsen benötigen und der für Menschen unbedenklich ist. Aus Nitrat kann durch Einwirkung von Bakterien Nitrit entstehen, aus welchem wiederum Krebs erregende Nitrosamine gebildet werden können. Zu den von Natur aus nitratreichen Gemüsesorten gehören neben Rucola auch Blattsalate, Spinat, Rote Bete, Radieschen und Rettich. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung mit einer breiten Palette an verschiedenen Gemüsearten ist die Nitrataufnahme durch Rucola oder andere Blattsalte jedoch völlig unproblematisch. Sie können auch ohne Sorge Fisch oder andere eiweißhaltige Lebensmittel zum Salat essen.

Prinzipiell können Sie die Nitrataufnahme reduzieren, indem Sie beim Blattgemüse und bei Salaten die äußeren Blätter, Stiele und großen Blattrippen entfernen. Außerdem enthält Freilandware und biologisch angebautes Gemüse in der Regel weniger Nitrat. Grundsätzlich senken auch Blanchieren und Kochen den Nitratgehalt. Erhitzte nitratreiche Lebensmittel (z. B. Spinat) sollten Sie nach der Zubereitung nicht warm halten und Reste möglichst schnell kühlen, im Kühlschrank aufbewahren und spätestens am nächsten Tag verbrauchen. Zubereitetes Gemüse oder angemachte Salate sollten kühl gelagert werden. Um den Nitratgehalt zu senken, können Sie Salate darüber hinaus abwechslungsreich gestalten und zu nitratreichen Blattsalaten nitratarme Gemüse- und Salatsorten ergänzen, beispielsweise Tomaten, Gurken, grüne Bohnen, Zwiebeln, Paprika.

Wie Sie schon ganz richtig schreiben, können verschiedene Substanzen in Gemüse (z. B. Vitamin C) der Bildung von Nitrosaminen entgegenwirken. Daher macht es Sinn, ein Stück Obst nach einem nitrathaltigen Essen zu verzehren.

Bitte bedenken Sie, dass es beim besten Willen nicht möglich ist, sich vollkommen schadstofffrei zu ernähren. Schadstoffe in der Nahrung spielen aber eine viel geringere Rolle als viele denken. Die Zusammensetzung der Nahrung hat eine viel größere Bedeutung für die Erhaltung der Gesundheit als das Vorkommen von Schadstoffen in einzelnen Lebensmitteln. Risiken durch Schadstoffe können Sie am besten vermeiden, indem Sie sich so abwechslungsreich wie möglich ernähren.

Weitere Informationen zu Nitrat finden Sie bei was-wir-essen.de in der Rubrik Verbraucherschutz/Schadstoffe

Verhängnisvolles Trio: Nitrat, Nitrit, Nitrosamine

und in dem aid-Heft

Das Schadstoff-Lexikon - In Lebensmitteln unerwünscht


Mit freundlichen Grüßen
Christof Meinhold
Diplom-Oecotrophologe / Ernährungsberater VDOE


 

als hilfreich bewerten 0 Versenden