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Frage von BastiFantasti am 14.05.2013 12:03 Uhr

Haferkleie vs. Weizenkleie

Hallo! Worin unterscheiden sich Haferkleie und Weizenkleie? Wie sind die einzelnen
Nährwerte? Wie ist die ernährungsphysiologische Bedeutung? Und der praktische
Einsatz der beiden Kleie-Sorten?

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 15.05.2013 20:22 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


Hafer- und Weizenkleie unterscheiden sich in ihrem Gesamtballaststoffgehalt und in den Anteilen der einzelnen Ballaststoffarten. So enthält Weizenkleie 45-54 % Ballaststoffe und Haferkleie 20-24 %. Weizenkleie hat höhere Gehalte an Zellulose (10-20 vs. 4-6 %), Hemizellulose (20-28 vs. 6-8 %) und Lignin (6-8 vs. 1 %). Hafer enthält dafür mehr Betaglukan (8 % in Hafer, 2-3 in Weizen).


Ballaststoffe haben vielfältige Wirkungen auf den Stoffwechsel und die Verdauungsfunktionen. Die ernährungsphysiologische Wirkung ist abhängig von der Zusammensetzung der Ballaststoffe. Zellulose und Lignin sind unlösliche Ballaststoffe, die viel Wasser binden und die Verdauung fördern, da das Volumen des Stuhls erhöht und die Transitzeit verringert wird. Außerdem kann Zellulose zum Teil von Darmbakterien abgebaut werden, wobei kurzkettige Fettsäuren entstehen, die positiv für das Darmmillieu sind.


Betaglukan ist ein löslicher Ballaststoff, der fast vollständig von den Darmbakterien abgebaut wird mit den oben beschriebenen positiven Folgen. Zudem bindet Betaglukan Gallensäuren aus dem Stuhl und kann so zu einer Verbesserung des Cholesterinspiegels beitragen.


Der praktische Einsatz richtet sich deshalb nach der Zielsetzung. Wer in erster Linie seine Verdauung verbessern möchte, kann Weizenkleie verwenden, wer in erster Linie seinen Cholesterinstoffwechsel verbessern möchte, kann Haferkleie zu sich nehmen. Beide sollten aber nur in Verbindung mit viel Flüssigkeit aufgenommen werden. Im Allgemeinen ist es sinnvoller, ballaststoffreiche Lebensmittel aufzunehmen als isolierte Ballaststoffe.


Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Rubriken „Gesund essen“


Wirkung von Ballaststoffen


und „Ernährungstipps bei Krankheiten“


Warum sind Wasser und Ballaststoffe unverzichtbare Verdauungshelfer?


Weitere Informationen zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung finden Sie in der


aid Ernährungspyramide


und in der aid-Broschüre


Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE


Mit freundlichen Grüßen


Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Oecotrophologin/Ernährungsberaterin VDOE


 


 

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