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Frage von Dennis1 am 19.06.2013 08:56 Uhr

Harnsäure in Weizenkeime und Sprossen

Ich habe gelesen, dass Weizenkeime pro 100g 843mg Harnsäure produziert wird. Rinderhüfte liegt bei 120mg. Roggenkeime = 1230 mg
Stimmt diese Angabe und bezieht sich diese auf frische Weizenkeime oder getrockete?
Ich mache in mein tägliches Müsli 50g getrocknete Weizenkeime wegen dem hohen Vitamingehalt und ziehe auch Weizensprossen.

Kann man diese Menge Weizenkeime bedenkenlos konsumieren?
Welcher Harnsäure bzw Purinwert pro Tag ist unbedenkich?
Was sind Folgen einer zu hohen Harnsäurespiegels (außer Gicht)?

Gruß

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 20.06.2013 11:06 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


die von Ihnen genannten Werte stimmen und sie beziehen sich auf getrocknete Weizen- und Roggenkeime. Die Werte von frischen Getreidesprossen liegen etwa bei einem Fünftel der getrockneten.


Mir erscheinen 50 g getrocknete Weizenkeime am Tag etwas zu viel. Keine Frage: Weizenkeime sind sehr nährstoffreich, aber es handelt sich um ein isoliertes Produkt, quasi ein Konzentrat. Und viel von vermeintlich Gesundem kann auch schädlich sein.


Viele Nahrungsinhaltsstoffe haben gleichzeitig positive und negative Wirkungen. Letztere machen sich vermehrt bemerkbar, wenn man einzelne Inhaltsstoffe aus dem Nahrungsverbund herauslöst, so wie das bei den Weizenkeimen der Fall ist.


Weizenkeime liefern neben dem Weizenkeimöl auch reichlich Ballaststoffe. Diese entfalten viele positive Wirkungen, wenn sie im Nahrungsverbund aufgenommen werden, also in Form von Weizenvollkornprodukten. Isolierte Ballaststoffe haben auch nachteilige Wirkungen, vor allem wenn sie im Übermaß genossen werden. Sie können z. B. Mineralstoffe binden, so dass diese nicht vom Körper aufgenommen werden können.


Wie Sie richtig festgestellt haben, liefern Weizenkeime auch reichlich Harnsäure bildende Substanzen. Die Harnsäure muss über die Nieren ausgeschieden werden. Bei einer zu hohen Zufuhr besteht die Gefahr, dass sich in den Nieren und ableitenden Harnwegen Harnsteine bilden. Außerdem kann sich Harnsäure in den Gelenken ablagern, was langfristig zu Gicht führen kann.


Es gibt keinen Richtwert für die Aufnahme von Harnsäure bildenden Substanzen. Bei Patienten mit Gichtsymptomen wird im Rahmen einer purinarmen Ernährung eine maximale Zufuhr von 500 mg/Tag empfohlen.


Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung sind 1-2 Esslöffel getrocknete Weizenkeime pro Tag eine angemessene Menge. Es ist sinnvoller, die Weizen- und Roggenkeime in Form von Vollkornprodukten zu sich zu nehmen. Dann ergibt sich automatisch ein sinnvolles Maß.


Weitere Informationen zu frischen Keimen und Sprossen finden Sie in diesem Beitrag des


Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz


Mit freundlichen Grüßen


Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Oecotrophologin / Ernährungsberaterin VDOE


 

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