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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von Isabelita am 10.07.2013 14:23 Uhr

Amaranth und Quinoa fürs Baby

Sehr geehrte Damen und Herren,
kann ich meinen 9 Monate alten Baby statt Kartoffeln
auch ab und zu Amaranth oder Quinoa in den Brei geben?
Gibt es etwas bei der Zubereitung zu beachten?
Ich habe gelesen, dass diese beiden sehr eisenhaltig
sind.
Vielen Dank für die Beantwortung!
Mit freundlichen Grüßen

Expertenantwort von Maren Krueger am 11.07.2013 12:57 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihren Beitrag, den ich gern bearbeite.
Quinoa und Amaranth sind aufgrund Ihrer Zusammensetzung zweifelsohne ernährungsphysiologisch hochwertige (Pseudo-)Getreidesorten. Sie sind reich an hochwertigem Eiweiß und enthalten teilweise mehr Mineralien als die heimischen Getreidesorten.


In der Säuglingsernährung werden Quinoa und Amaranth nicht empfohlen.


Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund weist bei diesen Pseudogetreiden auf einige gefährliche Eigenschaften hin. Amaranth enthält bestimmte Gerbstoffe, die die Aufnahme einiger Mineralstoffe und Vitamine hemmen. Darüber hinaus hemmen sie Verdauungsenzyme und erschweren die Verwertung von Eiweiß aus der Nahrung.


Die Pflanze Quinoa schützt sich vor Schädlingen mit bitter schmeckenden Saponinen, die in der Samenschale stecken. Saponine können Blutzellen schädigen und die Darmschleimhaut reizen. Säuglinge sind aufgrund des noch nicht ausgereiften Verdauungssystems besonders gefährdet. Im Handel erhältliches Quinoa ist zwar gewaschen oder geschält und dadurch entbittert. Ob und wie viele Saponine diese Prozedur jedoch überstehen, ist nicht bekannt. Auch durch Erhitzen werden Saponine unschädlich gemacht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät bei Kindern unter zwei Jahren grundsätzlich von Quinoa-Speisen ab. Denn es sei trotz der Reinigung nicht auszuschließen, dass die Saponine noch in Spuren vorhanden sind. Für ältere Kinder und für Erwachsene gelten die Einschränkungen jedoch nicht.


Im Sinne der Nachhaltigkeit und unter Berücksichtigung unseres vielfältigen, qualitativ hochwertigen heimischen Lebensmittelangebotes möchte ich allerdings auch die Tatsache zu bedenken geben, dass sowohl Quinoa auch Amaranth energieaufwendig und die Umwelt belastend über viele Kilometer transportiert werden müssen, bevor sie bei uns auf dem Teller landen.


Ich möchte Ihnen empfehlen, Ihrem Kind als Sättigungsbeilage zum Mittagsbrei anstelle von Quinoa oder Amaranth lieber Kartoffeln, Vollkorn-Nudeln oder –Reis zu geben.


Ausführliche Informationen rund um eine gesunde Kinderernährung finden Sie in dieser Broschüre


Ernährung von Säuglingen


Wenn Sie den Speiseplan Ihres Kindes den Empfehlungen entsprechend gestalten, bekommt es alle lebenswichtigen Nähr- und Vitalstoffe und Sie brauchen sich um einen Mangel keine Sorgen zu machen.


Mit freundlichen Grüßen


Maren Krüger
Ernährungswissenschaftlerin

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