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Expertenforum: Sie fragen - aid antwortet    «zurück

Frage von Antje64 am 05.11.2013 21:48 Uhr

braune Flecken an Möhren, Schimmel an Nüssen

Aktuell habe ich gleich mehrere Fragen zum Thema "Schimmel" um deren Beantwortung ich Sie bitten möchte:

1)Mein Mann, mein Sohn und ich essen öter Karotten als Rohkost zum Abendessen. Ich kaufe sie immer bei Alnatura und lagere sie offen oder mit Küchenpapier umwickelt im Gemüsefach des Kühlschranks. Allerdings verfärben sich meist schon nach 1-3 Tagen die Spitzen dunkelbraun und es bilden sich ebenso schnell oft auch hellbraune kleinere oder größere Verfärbungen in verschiedenen Bereichen der Karotten. Wenn die Karotten ansonsten noch einigermaßen fest sind, schneide ich die Spitzen meist ab, schäle sie und wir essen sie dann. Bisher dachte ich nicht, dass es sich bei den beschriebenen Verfärbungen bereits um Schimmel handelt, weil es regelmäßig bei fast allen Karotten auf die immer gleiche Weise abläuft mit den bräunlichen Verfärbungen. Nach Durchsicht Ihrer Expertenantworten zu Schimmel bei Karotten sind mir jedoch Zweifel gekommen: Kann es sich bei den von mir beschriebenen Braunfärbungen bereits um Schimmel handeln? Hilft Wegschneiden bzw. Schälen dann überhaupt noch was oder sollte man sie wegwerfen, was dann bei Alnatura-Karotten zum Teil schon nach einem, spätestens aber nach 3-4 Tagen der Fall wäre!

2)Weiteres Problem: Vor ein paar Tagen erwischte ich in einer geschlossenen Plastikschale "Nussmischung mit Rosinen" (Alnatura) eine Walnuss, die ganz dunkel verfärbt war und auch bitter schmeckte. Ich vermute stark, dass sie schimmelig war. Was mich hierbei beunruhigt ist, dass meine Tochter (5) in den 2 Wochen vorher ca. 20 Nüsse und auch einige Rosinen aus dieser Packung gegessen hatte. Zwar fand ich in der Schale keine weiteren verfärbten Nüsse, jedoch habe ich gehört, dass sich die Sporen einer schimmeligen Nuss in der ganzen Packung ausbreiten. Heißt das, dass die anderen Nüsse in der Packung - also auch die die meine Tochter bereits gegessen hatte - evtl. auch verschimmelt waren und man es nur noch nicht sehen oder schmecken konnte?

3) Hinzu kommt, dass erst vor 4 Monaten mein Mann versehentlich meiner Tochter ein schimmeliges Toastbrot (grüne Pünktchen am Rand) zu Essen gegeben hatte. Somit wäre der unter Punkt 2 dargestellte Verzehr von schimmelbefallenen Nüssen schon die zweite erhöhte Schimmelbelastung innerhalb von 4 Monaten für meine Tochter. Muss ich mir - zumal es sich jeweils um Aflatoxine gehandelt haben kann - Sorgen hinsichtlich einem erhöhten Krebsrisiko bei meiner Tochter machen (wegen der wiederholten Belastung)?

4) Ist es richtig, dass man Kindern keine Nüsse zu essen geben sollte, da bei stichprobenartigen Lebensmittelkontrollen immer wieder Schimmelbefall mit Aflatoxinbildung bei Nüssen festgestellt wird.(Da Nüsse an sich ja gesund sind, haben meine Kinder des Öftern welche gegessen.)
Kann es sein, dass Nüsse von Schimmel befallen sind, ohne dass man das in irgendeiner Form am Aussehen, Geschmack oder Geruch erkennen kann?

Herzliche Grüße und vielen Dank im voraus für die Beantwortung meiner Fragen.

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 07.11.2013 17:39 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin!


Zu Ihrer 1. Frage: Braune Stellen an Karotten


Hierzu teilte mir mein Kollege Jörg Planer (Diplom-Agraringenieur) mit: Es ist schwierig, eine genaue Diagnose zu stellen, ohne die betreffenden Möhren gesehen zu haben. Ihren Beschreibungen zufolge, scheint es sich aber bei den von Ihnen gekauften Möhren um eine reine physiologisch bedingte Braunfärbung der Karotten zu handeln. Helle braune Flecken, insbesondere an der Wurzelspitze sind meist eine altersbedingte Erscheinung, von der keine Gefahr ausgeht. Die Tatsache, dass diese Verfärbungen, wie Sie schreiben, häufiger auftreten, bestätigen diesen Verdacht, denn durch pilzliche Erreger hervorgerufene Schäden dürften eigentlich nicht in der Häufigkeit bei im Geschäft gekauften Möhren auftreten. Allerdings wundert es mich doch, dass diese Verfärbungen an den Möhren bei Ihnen schon nach 1-3 Tagen auftreten. Dies dürfte eigentlich nicht sein und weist darauf hin, dass die Möhren auf dem Weg zu Ihnen schon falsch oder zu lange gelagert wurden. Ich würde dies an Ihrer Stelle beim Händler reklamieren. Vielleicht kaufen Sie Ihre Möhren auch einfach mal in einem anderen Geschäft oder auf einem Wochenmarkt, damit Sie einen Vergleich haben.


Auch wenn ich nicht glaube, dass es auf Ihre Möhren zutrifft, möchte ich an dieser Stelle dennoch kurz darauf hinweisen, dass es auch Pilzkrankheiten (z. B. Möhrenschwarzfäule) gibt, die dunkle Flecken/Verfärbungen an Möhren verursachen. Die durch diesen Pilz verursachten Verfärbungen sind aber meist sehr dunkel bis schwarz und gehen deutlich tiefer in das Gewebe hinein. Bei weiterem Fortschreiten der Krankheit kommt es dann meist auch zur Fäulnis an den befallenen Stellen.


Großzügiges Abschneiden der befallenen Stellen reicht vollkommen aus. Aber, wie gesagt, eigentlich dürfte das gar nicht so häufig vorkommen.


Zu Ihren Fragen 2-4: Schimmel in Nüssen


Sie brauchen sich aus meiner Sicht keine Sorgen über die Gesundheit Ihrer Tochter zu machen, selbst wenn sie mal ein Stückchen verschimmeltes Stück Brot oder eine verschimmelte Nuss gegessen haben sollte. Der gelegentliche Verzehr von Schimmel führt nicht automatisch zu einem erhöhten Krebsrisiko, zumal nicht alle Schimmelpilze auch tatsächlich Schimmelpilzgifte, sogenannte Mykotoxine, bilden.


Eine Walnuss, die bitter schmeckt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ranzig geworden, und nicht durch Schimmel verdorben. Eine Belastung mit Schimmelpilzgiften verursacht keine Geschmacksveränderungen. Deshalb ist der bittere Geschmack eher auf Fettverderb als auf Schimmel zurückzuführen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass in der Nusspackung Schimmelpilzsporen vorkamen. Abgesehen davon wären diese in derartig geringen Mengen unschädlich.


In einer aktuellen Untersuchung des niedersächsischen Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz wurde festgestellt, dass nur ein geringer Teil von Nüssen tatsächlich mit Schimmelpilzgiften belastet ist. Es wurden keine Höchstmengenüberschreitungen festgestellt. Die Ergebnisse der Untersuchungen finden Sie auf der folgenden Internetseite:


LAVES: Nüsse auf dem Prüfstand


Deshalb sollten Sie sich den Appetit auf Nüsse also nicht verderben lassen, denn Nüsse enthalten wertvolle Fette und viele Vitamine und Mineralstoffe. Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung wird etwa eine Handvoll am Tag empfohlen.


Sie können bereits beim Einkauf der Nüsse einige Dinge beachten:


Die Ware sollte einwandfrei sein: Die Nüsse sollten sauber und unverletzt sein. Packungen mit offensichtlich dunkler aussehenden oder beschädigten Kernen sollten Sie erst gar nicht kaufen. Nüsse mit Schale sollten offen und nicht in Kunststoffverpackungen gelagert werden, denn in luftdicht verschlossenen Verpackungen werden sie leichter feucht, was die Schimmelbildung begünstigt. Generell sollten Sie ganze Nüsse den gemahlenen vorziehen. Je größer die Oberfläche bei Nüssen, desto schneller verderben sie bzw. werden ranzig. Achten Sie bei zerkleinerten Nüssen besonders auf das Mindesthaltbarkeitsdatum.


Es ist beim besten Willen nicht möglich, sich vollkommen schadstofffrei zu ernähren. Schadstoffe in der Nahrung spielen aber eine viel geringere Rolle als viele denken. Die Zusammensetzung der Nahrung – also wie viel Gemüse, Obst, Milchprodukte etc. man isst – hat eine viel größere Bedeutung für die Erhaltung der Gesundheit als das Vorkommen von Schadstoffen in einzelnen Lebensmitteln. Risiken durch Schadstoffe lassen sich am besten vermeiden, indem man sich abwechslungsreich ernährt und auf einen hohen Anteil an Gemüse und Obst achtet.


Weitere Informationen zu Nüssen finden Sie in unserer Rubrik Lebensmittel von A-Z


Nüsse


und in der aid-Broschüre


Obst


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Mit freundlichen Grüßen


Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin


 

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