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Frage von SportyFreiburg am 18.12.2013 15:38 Uhr

Fettlösliche Vitamine

Fettlösliche Vitamine benötigen Fett um vom Körper verwendet werden zu können. Diese Aussage dürfte stimmen - oder? Nun habe ich eine vielleicht etwas komische Frage: der Körper hat Fettdepots. Dieses Fett - sei es Unterhautfett oder Körperfett im Bauchraum - kann der Körper ja bei Bedarf abbauen. Kann er es auch abbauen um damit fettlösliche Vitamine zu verwenden?
Wenn nicht: braucht es die gleichzeitige Aufnahme von Fett und fettlöslichen Vitaminen und wenn nicht, in welchem Zeitraum sollte Fett vorher oder nachher zugeführt werden, damit der Körper die fettlöslichen Vitamine verwenden kann?
Beispiel: zum Frühstück gibt es Haferflocken, Quark, Obst und Leinöl. Einige Stunden knabbert man eine Möhre. Können die fettlöslichen Vitamine aus der Möhre dann verwendet werden? Wie sähe es aus, wenn man morgens auf nüchternen Magen erst mal geraspelte Möhren mit Obst und Magerquark isst (d.h. weder Fett aus Leinöl noch aus Haferflocken dabei) - kann der Körper dann die fettlöslichen Vitamine verwenden? Wenn nein, wie lang darf man sich Zeit lassen um nachher Fett zu essen, damit die Vitamine aus der Möhre doch noch ihre gute Verwendung finden, würde es ausreichen dann z.B. beim Mittagessen auch Fett zuzuführen, z.B. weil man dabei auch Eier isst?
Das Ganze läuft darauf hinaus: braucht es den Schuss Öl im Karottensaft oder Karottensalat oder nicht?

. Salopp gefragt: kann man Möhren auch ohne

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 20.12.2013 18:54 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


es ist richtig, dass unser Körper die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aus Lebensmitteln nur dann aufnehmen kann, wenn in der Nahrung gleichzeitig etwas Fett enthalten ist. Nur dann lösen sich die Nährstoffe aus den Pflanzenzellen heraus. Sie kennen diesen Effekt wahrscheinlich, wenn Sie schon mal einen Karottensalat gemacht haben, bei dem sich nach kurzer Zeit in den Fetttröpfchen das orange-farbene Karotin ansammelt. Wenn die Nährstoffe in Fett bzw. Öl gelöst sind, können sie von den Schleimhautzellen des Darmtraktes besser aufgenommen werden.


Da das Fett im Darmtrakt benötigt wird, wäre es für die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine sinnlos, wenn dafür die Fettdepots abgebaut würden. Denn das Fett gelangt nicht in den Darm, wenn es abgebaut wird.


Die meisten Lebensmittel (z. B. Eier, Fisch), die fettlösliche Vitamine enthalten, enthalten bereits von Natur aus geringe Mengen an Fett, so dass die Bioverfügbarkeit gewährleistet ist. Bei einer reinen Rohkostportion bietet es sich allerdings an, etwas Fett dazu zu essen. Die Fettmenge kann dabei relativ gering sein, sollte aber möglichst in der gleichen Mahlzeit oder kurze Zeit davor oder danach (etwa 1/2 Stunde) aufgenommen werden. Es brauchen nicht unbedingt reine Fette und Öle wie Butter oder Pflanzenöl sein, es reicht bereits, wenn Sie mit den Mahlzeiten zum Beispiel ein belegtes Brot oder ein paar Nüsse essen oder auch ein Glas Milch dazu trinken. Wichtig ist, dass die Lebensmittel gut gekaut werden, damit das Fett aus den Zellen austreten kann und sich die verschiedenen Nahrungsbestandteile gut vermischen. Da in den allermeisten Mahlzeiten immer auch ein wenig Fett vorkommt, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, dass Sie die fettlöslichen Vitamine aus den einzelnen Mahlzeiten nicht verwerten können.


Das Fett und die fettlöslichen Vitamine müssen also möglichst gleichzeitig vorkommen, damit sich beides im Magen und im Dünndarm gut durchmischt. Es ist jedoch auch kein Problem, wenn Sie Möhren oder ähnliches gelegentlich ohne Fett zu sich nehmen. Möhren enthalten neben den fettlöslichen Vitaminen noch viele andere wichtige Inhaltsstoffe, z.B. Ballaststoffe, die auch gänzlich ohne Fett ihre Funktionen erfüllen können.


Weitere Informationen zu Vitaminen bietet Ihnen die aid-Broschüre


Vitamine und Mineralstoffe – eine starke Truppe


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Mit freundlichen Grüßen


Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Ökotrophologin/ Ernährungsberaterin VDOE


 

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