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Expertenforum: Sie fragen - aid antwortet    «zurück

Frage von farfalla am 29.01.2014 05:38 Uhr

Leinsamen und Cadmium

S.g. Experten,

Wie "gefährlich" ist ein täglicher Leinsamenverzehr (geschrotet) von ca. 12 Gramm in Hinblick auf die Cadmiumbelastung?
Ich nehme oft Leinsamen zu mir, da ich selten die empfohlenen 30 Gramm Ballaststoffe erreiche. Ich habe schon komplett auf Vollkornprodukte umgestellt, habe aber schon immer insgesamt über den Tag verteilt eher wenig Nahrung zu mir genommen. Zumindest viel zu wenig, um die empfohlenen Nährstoffmengen abzudecken (Körpergröße 156, 45 Kilogramm).
Kann ich weiterhin Leinsamen zu mir nehmen?

Eine andere Frage noch zu Acrylamid:
Ich esse zum Frühstück ein gemischtes Müsli aus dem Bio-Laden bestehend aus verschiedenen Vollkornflocken, geröstetem Sesam und geröstetem Buchweizen.
Wie schätzen Sie hier die Gefahr ein, Acrylamid aufzunehmen?

Herzliche Grüße,
Sarah

Expertenantwort von Claudia Thienel am 29.01.2014 12:10 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


es ist richtig, dass Leinsamen zu den Lebensmitteln gehört die höhere Cadmiumwerte aufweisen. Der regelmäßige Verzehr von Leinsamen ist jedoch unproblematisch, wenn Sie die Menge auf 20 Gramm pro Tag begrenzen. Das entspricht in etwas zwei Esslöffel.


Acrylamid kommt in größeren Mengen in erhitzten Kartoffelprodukten und gerösteten  Getreideprodukten vor. Über die Menge an Acrylamid, die beim Rösten von Buchweizen bzw. von Sesam entsteht, liegen uns keine genauen Werte vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass zumindest kleine Mengen gebildet werden. Da das Müsli jedoch auch nur einen Anteil dieser Produkte enthält, dürfte de gesamte Acrylamidaufnahme durch das Müsli (wenn das verwendete Getreide ungeröstet ist) nicht hoch sein. Am besten sorgen Sie auch bei der Auswahl Ihres Müslis für Abwechslung.


Grundsätzlich lässt sich eine Aufnahme von Cadmium, Acrylamid und anderen Schadstoffen nicht gänzlich vermeiden. Sie können das Risiko einer einseitigen Schadstoffbelastung aber am besten minimieren, indem Sie sich möglichst abwechslungsreich ernähren.


Auch aus dieser Warte wäre es sinnvoll, wenn Sie Ihre Ballaststoffzufuhr nicht nur über die Aufnahme von Leinsamen steuern, sondern neben Vollkornprodukten auch täglich reichlich Obst und vor allem Gemüse aufnehmen. Diese liefern neben Ballaststoffen auch viele andere Inhaltsstoffe, die der Aufnahme von Schadstoffen entgegenwirken.


Genauso wichtig wie eine ausreichende Zufuhr an Ballaststoffen, ist eine ausreichende Energiezufuhr und die Versorgung Ihres Körpers mit allen notwendigen Nährstoffen. Eine dauerhafte Unterversorgung mit einzelnen Nährstoffen, Vitaminen oder Mineralstoffen sowie eine dauerhaft Unterversorgung mit Energie kann langfristig zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.


Deshalb ist es zwar gut, dass Sie sich über die Minimierung der Schadstoffaufnahme Gedanken machen, Sie sollten aber auch eine ausreichende Versorgung Ihres Körpers mit allen notwendigen Nährstoffen nicht vernachlässigen. Ihr derzeitige Gewicht liegt, bezogen auf Ihre Körpergröße, bereits im Bereich des Untergewichtes.


Einen guten Überblick wie eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung aussehen kann, liefert die aid-Ernährungspyramide.


Tipps für eine gesunde Gewichtszunahme finden Sie in unserem Beitrag: “Wie kann ich gesund zunehmen?“.


Weitere Informationen zum Thema Cadmium und Acrylamid finden Sie im 


Schadstofflexikon


sowie in der Rubrik Verbraucherschutz


Acrylamid - wie lässt sich die Aufnahme verringern?


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere


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Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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