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Expertenforum: Ernährung in der Schwangerschaft    «zurück

Frage von hornblower am 06.02.2014 10:05 Uhr

Blei im Trinkwasser

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben aus reinem Interesse eine Trinkwaseranalyse unseres Hauswasseranschlusses machen lassen. Das Ergebnis zeigt, dass die Bleikonzentration im Wasser mit 5,5 µg/l zwar unterhalb der Grenzwerte von TVO und WHO liegt, aber dennoch oberhalb der Nachweisgrenze ist. Unsere Frage ist nun folgende: Wurden die Grenzwerte derart konservativ gelegt, dass man das Wasser bedenkenlos trinken (auch in der Schwangerschaft) und zur Zubereitung von Babynahrung verwenden kann, oder empfehlen Sie unter diesen Umständen auf Mineralwasser aus Flaschen umzusteigen? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 10.02.2014 18:05 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin,


es ist nicht nötig, dass Sie auf Mineralwasser umsteigen. Die Bleikonzentration in Ihrem Trinkwasser ist so niedrig, dass Sie es ohne Bedenken trinken können, auch in der Schwangerschaft.


Es ist gut, dass Sie die Bleikonzentration in Ihrem Trinkwasser haben untersuchen lassen. Denn eine zu hohe Konzentration dieses Schwermetalls, das sich im Körper anreichert, beeinträchtigt die Blutbildung und die Entwicklung des Nervensystems. Besonders anfällig ist der menschliche Organismus vor der Geburt und in den ersten Lebensjahren. Daher ist es wichtig, bei Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern die Aufnahme von Blei zu minimieren.


Der Grenzwert für Blei in Trinkwasser wurde in den letzten Jahrzehnten mehrfach heruntergesetzt. Er lag zum Ende der 1990er Jahre noch bei 0,040 mg pro Liter Wasser, wurde 2003 dann auf 0,025 mg pro Liter Wasser herabgesetzt und darf seit dem 1.Dezember 2013 nur noch 0,010 mg pro Liter Wasser betragen. Der Blei-Wert, der bei Ihnen gemessen wurde, liegt mit 5,5 µg pro Liter Wasser, also 0,0055 mg pro Liter, deutlich unter dem aktuellen Grenzwert. Sie können das Wasser aus der Leitung also ohne Bedenken trinken, auch in der Schwangerschaft.


Ein Blei-Wert unter 0,01 mg pro Liter kann nur erreicht werden, wenn im Haus keine Bleirohre vorhanden sind.


Halten Sie sich trotz der niedrigen Bleikonzentrationen an die allgemeine Empfehlung zum Trinkwassergebrauch: Lassen Sie Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung gestanden hat, zunächst ablaufen, bis gleichmäßig kühles Wasser aus der Leitung kommt. Das Ablaufwasser lässt sich gut zum Blumengießen oder als Putzwasser verwenden.


Lesen Sie zum Thema auch folgende Information des Umweltbundesamtes


Trinkwasser wird bleifrei – Neuer Grenzwert für Blei in Trinkwasser (kostenloser Download)


sowie die Information des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW


Blei im Trinkwasser? (kostenloser Download)


Weitere Informationen zum Thema Wasser bieten Ihnen unsere Rubrik „Lebensmittel von A-Z“


Wasser


sowie die aid-Broschüre


Wasser –Trinkwasser, Natürliches Mineralwasser, Quell- und Tafelwasser.


Weitere Informationen zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ finden Sie in unserer Rubrik Ernährungsinfos für


Schwangere


und in der aid-Broschüre


Das beste Essen in der Schwangerschaft


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Ich wünsche Ihnen und Ihrem Baby alles Gute!


Mit freundlichen Grüßen


Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin/ Ernährungsberaterin VDOE


 

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