Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

was-wir-essen.de

Expertenforum: Ernährung in der Schwangerschaft    «zurück

Frage von

Soll ich während der Schwangerschaft Vitamintabletten einnehmen?


Soll ich während der Schwangerschaft Vitamintabletten einnehmen? Ich mache mir Gedanken darüber, ob mein Kind allein durch die normale Nahrung alle Nährstoffe bekommt, die es braucht.


Expertenantwort von Maike Groeneveld am 20.02.2014 18:02 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin,


bei den meisten Nährstoffen können Sie die für die Schwangerschaft empfohlene Zufuhr durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung problemlos decken. Es gibt aber zwei oder drei Ausnahmen: Das sind in erster Linie die Folsäure, das Jod und in manchen Fällen Eisen.


Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin, das vor allem in Gemüse und Obst vorkommt. Es wird im Körper für die Zellteilung und Wachstumsprozesse benötigt. Deshalb ist der Bedarf in der Schwangerschaft besonders hoch und ein Mangel kann zu ernsthaften Komplikationen führen. Die empfohlene tägliche Zufuhr beträgt 600 Mikrogramm. Dieser Wert kann allein mit der Nahrung nicht erreicht werden. Deswegen empfehlen alle Fachgesellschaften, dass Schwangere in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft 400 Mikrogramm am Tag in Form eines Nahrungsergänzungsmittels aufnehmen sollten. Da das Vitamin schon sehr früh in der Schwangerschaft benötigt wird, sollten Frauen bereits mit der Einnahme beginnen, wenn sie schwanger werden wollen. Zusätzlich sollten sie auf eine folsäurereiche Ernährung achten. Reich an Folsäure sind grünen Erbsen, Blattgemüse (wie Spinat), Orangen und Haferflocken. Außerdem kann Jodsalz, das mit Folsäure angereichert wurde, verwendet werden.


Jod ist ein Spurenelement, das für die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes wichtig ist. Die wichtigsten Quellen sind Fisch und Michprodukte.  Generell wird Schwangeren empfohlen, 3 Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag und 2 Portionen Meeresfisch pro Woche zu essen. Zusätzlich sollte jodiertes Speisesalz verwendet werden. Trotzdem ist auch beim Jod eine ausreichende Zufuhr durch die Ernährung nicht immer gewährleistet. Schwangeren wird deshalb empfohlen, täglich 100-150 µg Jod in Tablettenform einzunehmen. Jod sollte immer nach Anweisung des Arztes eingenommen werden.


Eisen ist ein Spurenelement, das z.B. für die Blutbildung benötigt wird. Grundsätzlich ist es möglich, mit der Nahrung genügend Eisen aufzunehmen. Gute Quellen sind z.B. rotes Fleisch, grünes Blattgemüse (z.B. Spinat, Feldsalat, Kohlgemüse), Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen, Bohnen, Linsen), Vollkorngetreideprodukte (z. B. Vollkornbrot, Hirse, Haferflocken), Nüsse (z.B. Mandeln, Haselnüsse), Samen (z. B. Sesam) und Trockenfrüchte (z. B. getrocknete Pflaumen und Aprikosen). Viele Schwangere nehmen mit der Nahrung genügend Eisen auf und bekommen keinen Eisenmangel. Sie benötigen auch keine Eisenpräparate. Eisen sollte nicht prophylaktisch und ohne Anweisung des Arztes eingenommen werden, da Eisenpräparate auch nachteilige Wirkungen haben können. Deshalb sollten Schwangere Eisenpräparate nur dann nehmen, wenn der Arzt anhand einer Blutuntersuchung einen Eisenmangel festgestellt hat.


Weitere Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel nicht erforderlich. Wenn Sie ein Multivitaminpräparat einnehmen, sollte es mindestens 400 Mikrogramm Folsäure enthalten. Nehmen Sie auf keinen Fall gleichzeitig verschiedene Nahrungsergänzungsmittel mit ähnlicher Zusammensetzung ein. Grundsätzlich sollte jede Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft mit dem Arzt besprochen werden.


Weitere Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie in der aid-Broschüre


Nahrungsergänzungsmittel


Weitere Informationen zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ finden Sie in unserer Rubrik Ernährungsinfos für


Schwangere


und in der aid-Broschüre


Das beste Essen in der Schwangerschaft


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere


Suchefunktion


Ich wünsche Ihnen und Ihrem Baby alles Gute!


Mit freundlichen Grüßen


Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Oecotrophologin/Ernährungsberaterin VDOE

als hilfreich bewerten 0 Versenden