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Expertenforum: Ernährung von Jugendlichen (11 - 18 Jahre)    «zurück

Frage von Josh96 am 12.05.2014 16:27 Uhr

Wachstumshormon und Ernährung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich (m) möchte mich erkundigen, ob
man durch Essgewohnheiten das
Körperwachstum positiv oder gar nicht
aktiv beeinflussen kann. Im
Speziellen geht es mir um Die
Verteilung der Energiezufuhr über den
Tag. Ich esse nämlich
Gewohnheitsbedingt abends relativ
spät und auch relativ viel, habe
jedoch gelesen, dass ein hoher
Insulinspiegel am Abend die
Somatropin-Ausschüttung in der Nacht
senken kann. Inwiefern spielt das für
mich als Jugendlichen eine Rolle bzw.
sollte ich meine
Ernährungsgewohnheiten in dieser
Hinsicht umstellen? (im übrigen achte
ich auf eine gute Ernährung, treibe
Sport und habe Normalgewicht)

Mit freundlichen Grüßen
G.

Expertenantwort von Claudia Thienel am 13.05.2014 14:16 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Das Wachstumshormon, auch Somatotropes Hormon oder STH genannt, wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Es wird in einem bestimmten Tagesrhytmus ins Blut ausgeschüttet. Diese Ausschüttung ist während der nächtlichen Tiefschlafphase am aktivsten. Generell sind das Wachstumshormon und das Insulin Gegenspieler. Ob jedoch der Insulinspiegel nach der Abendmahlzeit so starken Einfluss hat, dass das Wachstumshormon in seiner Wirkung eingeschränkt wird, kann ich Ihnen nicht beantworten. Vermutlich gehen Sie bei einem späten Abendessen auch eher später schlafen, so dass die Tiefschlafphase sich nicht direkt an die Mahlzeit anschließt. Insofern ist die Wechselwirkung zwischen dem nach der Mahlzeit erhöhten Insulinspiegel und der Ausschüttung von Wachstumshormon zu vernachlässigen.


Wie stark der Insulinspiegel ansteigt, hat auch etwas damit zu tun, wie Ihre Mahlzeit zusammengesetzt ist. Grundsätzlich ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass der Blutzucker- und damit der Insulinspiegel nach den Mahlzeiten nicht allzu stark steigt. Das erreicht man erstens dadurch, dass man Lebensmittel mit einer hohen Blutzuckerwirksamkeit (man spricht auch vom glykämischen Index) meidet und Kohlenhydratträger mit einer niedrigen Blutzuckerwirksamkeit bevorzugt. Das sind Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte aus Vollkorn. Zudem sollten die Kohlenhydratportionen eher klein ausfallen und die Kohlenhydratträger mit Protein und Fett kombiniert werden.


Wie Sie Ihre Ernährung generell gestalten können, beschreibt die aid-Broschüre


Das beste Essen für Kinder,


sowie die aid-Ernährungspyramide.


Bei weiteren Fragen nutzen Sie bitte auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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