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Expertenforum: Ernährung von Jugendlichen (11 - 18 Jahre)    «zurück

Frage von zczc17 am 05.07.2014 23:28 Uhr

Habe ich eine Essstörung?

Hallo liebes Aid-Team,

bis zu meinem 10. Lebensjahr habe ich mich noch normal und gesund ernährt, jedoch habe ich in den darauf folgenden Jahren nur Lebensmittel gegessen auf die ich Lust hatte und habe stark abgenommen.
Jetzt bin ich 17 Jahre alt und wiege bei einer Größe von 160cm, knapp 43kg. Ich würde gerne zunehmen, aber da ich so lange kein "normales" Essen mehr gegessen habe, sondern nur Süßigkeiten, Chips.. etc. fällt es mir nun sehr schwer Mahlzeiten zu mir zu nehmen. Essen, dass ich früher gegessen habe, esse ich nicht mehr und Gerichte die ich esse sind sehr begrenzt. Ich "ekel" mich nur noch vor Gerichten die ich seit ein paar Jahren nicht mehr gegessen hab und nach jedem Essen (egal ob ich etwas gegessen hab, das ich mag oder nicht) ist mir sehr schlecht. Ich kann keine neuen Gerichte kosten und meine Mahlzeiten sind sehr unregelmäßig.
Wegen der Übelkeit hat sich Lactose Inteloranz diagnostiziert, jedoch leide ich immer noch an Übelkeit und derartigen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir helfen würdet meinen Körper besser verstehen zu können.

MfG

Expertenantwort von Claudia Thienel am 08.07.2014 14:01 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Mit Ihrem Gewicht liegen Sie deutlich im Bereich des Untergewichts. Untergewicht kann zu unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen führen, unter anderem auch zu einer ausbleibenden Periode, Haarausfall, ständigem Frieren, Leistungsabfall, Müdigkeit und anderen Symptomen. Dies hängt natürlich entscheidend damit zusammen, dass der Körper nicht die entsprechenden Nährstoffe und die nötige Menge an Energie zugeführt bekommt.


Ihre Beschreibung lässt darauf schließen, dass Ihre Ernährung keinesfalls bedarfsdeckend ist und es Ihnen nicht gut damit geht. Sich vernünftig zu ernähren müssen Sie erst wieder lernen. Generell sind drei Hauptmahlzeiten – Frühstück, Mittagessen, Abendessen - sowie zwei Zwischenmahlzeiten (eine vormittags, eine nachmittags) optimal.


Orientieren können Sie sich sehr gut an der aid Ernährungspyramide. Sie enthält alles, was Sie jeden Tag zu sich nehmen sollten. Wenn Sie diese Lebensmittel auf fünf Mahlzeiten am Tag verteilen, ist Ihr Speiseplan perfekt.


Ich freue mich, dass Sie versuchen möchten, wieder ein entspanntes Verhältnis zum Essen zu entwickeln. Ihre Beschreibung erweckt den Eindruck, dass sich bei Ihnen alle Gedanken nur ums Essen drehen. Die ständige gedankliche Beschäftigung mit dem Thema Essen ist ein deutlicher Hinweis auf eine sich entwickelnde oder schon vorhandene Essstörung. Sie sollten eher nicht versuchen, die Krankheit allein zu besiegen, sondern dies parallel zu einer psychologischen Unterstützung tun. Es alleine versuchen und es nicht zu schaffen könnte den Frust erhöhen und Sie in Zukunft noch zusätzlich belasten. Bei einem derart niedrigen Gewicht sollten Sie sich dringend Unterstützung von außen holen. Ihre Familie oder Ihre Freunde unterstützen Sie da sicher und an ihren Hausarzt können und sollten Sie sich wenden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln bietet in ihrem Internetportal umfangreiche Informationen zu Essstörungen an. Hier gibt es auch die Möglichkeit einer persönlichen oder telefonischen Beratung sowie Adressen von Therapeuten und Kliniken sowie für Selbsthilfegruppen.


Tipps zum Zunehmen finden Sie auch in unserem Beitrag Wie kann ich gesund zunehmen?,


sowie in unserer Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos" Untergewichtige.


Weitere Informationen zum Thema Laktose-Intoleranz bietet Ihnen unsere Rubrik „Ernährungsinfos bei Krankheiten“ unter Laktose-Intoleranz.


Bei weiteren Fragen nutzen Sie bitte auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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