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Expertenforum: Lebensmittel-Unverträglichkeiten    «zurück

Frage von Joana am 18.07.2014 12:16 Uhr

Fructoseintoleranz

Hallo!

Ich brauche bitte dringend ein paar Informationen zur angeborenen (hereditären)
Fructoseintoleranz!

Darf man kleine Mengen an Fructose aufnehmen (z.B. aus Kartoffeln,...)?

Besteht auch bei der angeborenen Form das Sorbit-Problem? Hier wird ja eigentlich
die Fructose aus dem Darm aufgenommen, kann nur nicht aufgrund des
Enzymdefekts weiter abgebaut werden. Somit dürfte ja die Sorbitzufuhr keine Rolle
spielen. Oder sehe ich da etwas falsch?

Macht es bei dieser angeborenen Form Sinn, das Verhältnis von Fructose zu Glucose
in verschiedenen Obstsorten zu beachten? Oder muss einfach ganz strikt Fructose
gemieden werden, auch wenn mehr Glucose in dem Lebensmittel vorkommt?

Darf Haushaltszucker verwendet werden?

Welche Lebensmittel sind unbedenklich? Gibt es eventuell Listen mit Lebensmitteln
und deren Fructoseanteil?

Vielen herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Expertenantwort von Claudia Thienel am 21.07.2014 14:24 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


bei der angeborenen (hereditären) Fructoseintoleranz handelt es sich um einen bestimmten Enzymmangel in der Leber, der äußerst selten vorkommt. Bei einer hereditären Fructoseintoleranz kann das betroffene Enzym (die Fruktose-1-Phosphat-Aldolase), die Fruktose-1-Phosphat, welche aus Fruktose, Saccharose und Sorbitol gebildet wird, nicht abbauen.


Menschen, die an einer hereditären Fructoseintoleranz leiden, müssen lebenslang eine streng fruktosefreie Kost einhalten. Ansonsten können Leber- und Nierenschädigungen die Folge sein. Neben der strikten Meidung der Fructose muss auch Saccharose, das heißt auch der Haushaltszucker, und Sorbit gemieden werden. Es macht daher keinen Sinn auf das Verhältnis Fructose und Glucose in Obst zu achten. Was Sie an Obst essen dürfen sind Zitronen. Dennoch wird Betroffenen die tägliche Einnahme eines Vitamin C Präparates empfohlen. Achten Sie darauf, dass das Präparat fructose- saccharose- und sorbitfrei ist.


Kartoffeln dürfen Sie essen. Sie sollten aber darauf achten, diese am Vortag bereits zu schälen geschält, schneiden und zu wässern.


Weitere Ernährungsempfehlungen und Lebensmitteltabellen bekommen Sie in großen gastroenterologischen Praxen und in Fachabteilungen von entsprechenden Krankenhäusern,  allergologisch qualifizierten Ernährungsfachkräften sowie bei Selbsthilfegruppe HFI.


Generell empfehle ich Ihnen aufgrund der Besonderheit der Erkrankung eine Beratung bei einer allergologisch geschulten Ernährungsfachkraft. Adressen von kompetenten Beratern erhalten Sie beim Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie, beim DAAB oder beim VDOe. Diese Beratung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst.


Weitere Informationen zum Thema hereditäre Fructoseintoleranz finden Sie auf der Internetseite


Selbsthilfegruppe hereditäre Fructoseintoleranz (SHG-HFI)


 Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere


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Ich wünsche Ihnen alles Gute!


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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