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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von robot1984 am 06.08.2014 19:21 Uhr

Säuglingsbotulismus

Sehr geehrtes Expertenteam,



ich habe eine 7-monatige Tochter und einen
zweijährigen Sohn. Mein Sohn hatte heute Besuch von
einer Freundin und die beiden haben Kekse gegessen.
Ich habe einen Keks probiert und fand, dass er nach
Honig schmeckte. Gerade habe ich dann die Zutatenliste
der Kekse angesehen (Kekse von "Alnatura" bei dm) und
festgestellt, dass sie tatsächlich mit 14% Honig
gesüßt sind. Meine Tochter hat zwar keinen der Kekse
gegessen, aber ich kann auch nicht ausschließen, dass
sie vielleicht ein paar Krümel in den Mund bekommen
hat oder etwas abgeleckt hat, das vorher eines der
beiden anderen Kinder in der Hand hatte. Besteht nun
die Gefahr einer Botulismusinfektion?

Bald wird meine Tochter auch in die Krippe gehen. Wie
ist es, wenn dort ein Kind Honig auf dem Brot hat und
dann meine Tochter anfasst oder ihr vielleicht sogar
in den Mund fasst? Oder wenn sie etwas in den Mund
steckt, dass vorher ein Kind mit "Honighänden"
angefasst hat?

Außerdem besitzt meine Schwiegermutter ein
selbstangerührtes Honigpeeling. Geht eine Gefahr für
meine Tochter davon aus, wenn sie es beim Duschen
benutzt und dann meine Tochter oder Dinge anfasst, die
meine Tochter dann in den Mund nimmt?

Vielen Dank schon einmal im Voraus für die
Beantwortung!

Expertenantwort von Maren Krueger am 07.08.2014 10:47 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihren Beitrag. Machen Sie sich keine Sorgen. Von den Keksen und dem Honigpeeling gehen für Ihr Baby keine gesundheitliche Gefahr aus.


Die Warnung vor Säuglingsbotulismus bezieht sich ausschließlich auf Honig. Babys sollten im ersten Lebensjahr keinen Honig bekommen, weil Honig als Naturprodukt Überträger der Botulismus-Erreger sein kann. Die Erkrankung kann für Säuglinge gefährlich sein.  Es handelt sich bei dieser Empfehlung um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Säuglingsbotulismus tritt bei uns sehr selten auf und längst nicht jeder Honig ist belastet. Auch in Kindergärten ist das Risiko für  Säuglingsbotulismus bekannt und man wird darauf achen, dass Ihr Baby nicht mit Honig in Berührung kommt. Nach dem ersten Geburtstag ist das  Immunsystem der Kinder so weit gereift, dass auch von Honig keine Gefahr ausgeht. Sie können ihn dann ohne Bedenken essen.
Weitere Informationen zum Thema Botulismus gibt es im Merkblatt „Hinweise für Verbraucher zum Botulismus durch Lebensmittel" des Bundesinstitutes für Risikoforschung (BfR).


Natürlich ist im Umgang mit einem Baby eine sorgfältige Hygiene wichtig. Dazu gehören häufiges Hände waschen sowie auch regelmäßige Reinigung von allen Gegenständen, die das Baby berührt.
Im ersten Lebensjahr ist das körpereigene Abwehrsystem noch nicht voll ausgereift und aktiv. Das ändert sich jedoch schnell. Mit zunehmendem Alter wird Ihr Baby immer widerstandsfähiger und die Risiken einer Infektion immer geringer. Hier finden Sie unsere Tipps für die Küchenhygiene.


Noch mehr Informationen rund um eine gesunde Kinderernährung finden Sie in dieser Broschüre


Ernährung von Säuglingen


Freundliche Grüße


Maren Krüger
Ernährungswissenschaftlerin

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