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Frage von Tristessa am 07.10.2014 13:24 Uhr

Botulismus - Nachfrage

Danke für die Antworten, die mich teilweise beruhigt haben.
Trotzdem habe ich für mich noch einige offene Punkte.

Ich habe aber gehört, dass Botulismus Bakterien auf fast jedem Lebensmittel vorhanden sein können. Was wenn jetzt nicht unzureichend erhitzt und es gelangt z.B. über erdige Ende oder unzureichend gewaschenes Obst wo noch Erdreste vorhanden sind (Karotten, Salat, Knoblauch etc.) in den Körper?

Wie hoch muss die Koch- bzw. Backtemperatur sein um die Gifte abzutöten bzw. wie lange dauert das in etwa?

Kann man grundsätzlich sagen, dass egal wie niedrig der Alkoholgehalt ist, in Alkohol kein Botulismus vorkommen kann?

Und bei den Keksen habe ich auch noch ein großes Fragezeichen, da es sich ja hier um eiweißhältige Zutaten wie Eier und Butter handelt, die ja dann in Tupperdosen für längere Zeit luftdicht aufbewahrt werden.

Und eine letzte Frage noch. Ich kaufe immer direkt gepressten Apfelsaft im Tetrapak. Hier ist jedoch kein Hinweis zu entnehmen ob pasteurisiert oder sonst wie haltbar gemacht wurde. Wie hoch schätzen Sie die Gefahr hier ein?
Wäre hier ein Konzentrat nicht weniger gefährlich?

Danke den Experten für die Geduld und die Beantwortung meiner Fragen.

Expertenantwort von Christof Meinhold am 09.10.2014 18:40 Uhr

Sehr geehrte/r Fragensteller/in!

Botulinum-Keime kommen zwar in der Umwelt vor. Sie stellen jedoch erst eine Gefahr dar, wenn sie sich in einem Lebensmittel vermehren und dabei Gifte bilden. Dafür benötigen sie jedoch Eiweiß und eine sauerstofffreie Umgebung. Obst und Gemüse enthalten – mit Ausnahme von Hülsenfrüchten – kaum Eiweiß und werden in der Regel nicht in einer sauerstofffreien Umgebung gelagert. Daher können sich Botulinum-Keime nicht darin vermehren und keine Gifte bilden. Sie können Obst und Gemüse ohne Sorge roh verzehren. Hülsenfrüchte sollten vor dem Verzehr immer erhitzt werden, um die darin enthaltenen gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe zu zerstören.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Warum dürfen Hülsenfrüchte nicht roh verzehrt werden

Botulinum-Gifte sind hitzeempfindlich. Sie werden beim Kochen nach Erreichen einer Innentemperatur von 100° C im Lebensmittel in wenigen Sekunden inaktiviert. Bei einer Temperatur von 80° C werden zur Inaktivierung etwa 6 Minuten benötigt.

Alkoholische Getränke und Apfelsaft stellen keine Gefahr für die Übertragung von Botulinum-Gifte dar.

Der Eiweißgehalt von Keksen ist relativ gering. Außerdem werden diese im Backofen in der Regel ausreichend erhitzt und mögliche Krankheitserreger damit abgetötet. Sie stellen keine Gefahr dar – selbst wenn sie diese luftdicht aufbewahren.


Mit freundlichen Grüßen
Christof Meinhold
Diplom-Oecotrophologe / Ernährungsberater VDOE


 

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